Santiago de Cuba

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Santiago de Cuba
Koordinaten: 20° 2′ N, 75° 49′ W
Karte: Kuba
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Santiago de Cuba
Santiago de Cuba auf der Karte von Kuba
Basisdaten
Staat Kuba
Provinz Santiago de Cuba
Stadtgründung 1515
Einwohner 510.665 (2015)
Stadtinsignien
Escudo Actual Santiago de Cuba.jpg
Escudo Antiguo Santiago de Cuba.jpg
Detaildaten
Fläche 1.031,74 km²
Bevölkerungsdichte 495 Ew./km2
Höhe 82 m
Gewässer Karibisches Meer
Postleitzahl 90100, 90200, 90300, 90400, 90500, 90600, 90700, 90800, 90900, 91000, 91100, 91200, 91300, 91400
Vorwahl (+53) 22
Zeitzone UTC−5
Stadtvorsitz Raúl Fornés Valenciano (PCC)[1]
Stadtpatron St. Jakobus (Santiago el Mayor)
Website www.santiago.cu
Kathedrale und Parque Céspedes
Kathedrale und Parque Céspedes

Santiago de Cuba ist die zweitgrößte Stadt Kubas und die Hauptstadt der Provinz Santiago de Cuba. Die Stadt hat 510.665 Einwohner (Zensus 2015).[2] Santiago de Cuba, das im Jahre 2015 sein 500-jähriges Bestehen feierte, gehört zu den ältesten Städten Kubas. Sie liegt im Südosten Kubas circa 870 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Havanna.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und natürliche Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Santiago de Cuba befindet sich im Südosten von Kuba mit den Koordinaten N 20°1'00.948" W 75°49'48.553", etwa 870 km von der Hauptstadt Havanna entfernt. Das Zentrum der Stadt befindet sich etwa 29 m über dem Meeresspiegel. Santiago de Cuba ist die zweitgrößte Stadt Kubas nach Havanna. Die Bucht von Santiago liegt am Karibischen Meer und der Hafen ist der zweitgrößte Seehafen in Kuba. Die Stadt ist rund um die Bucht von Santiago de Cuba gewachsen und ist umgeben mit von den Bergen der Sierra Maestra.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Santiago de Cuba herrscht, wie auch in den meisten anderen Gebieten Kubas, tropisches Klima. Der effektiven Klimaklassifikation nach Köppen zufolge herrscht in Santiago de Cuba tropisches Savannenklima.


Temperatur und Niederschlag im langjährigen Mittel (1961–1990)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 28 28 28 28 28 29 31 31 31 30 30 30 Ø 29,3
Min. Temperatur (°C) 21 21 22 23 23 24 25 25 24 24 23 22 Ø 23,1
Niederschlag (mm) 43,2 53,3 58,4 139,7 101,6 68,6 94 106,7 193 94 81,3 114,1 Σ 1.147,9
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Quelle: World Meteorological Organization[3]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Santiago ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Stadt ist in 6 Distrikte gegliedert, die wiederum in diverse Viertel (Consejos populares) untergliedert sind:

Districto Consejos populares
Einwohner
(Volkszählung 2015)
José Martí José Martí Norte, Agüero – Mar Verde, José Martí Sur, Los Olmos, Mariana Grajales, Manuel Isla Pérez 130.073
26 de Julio Guillermón Moncada, Los Maceos, José María Heredia 51.942
Antonio Maceo Altamira, Vista Hermosa, Veguita de Galo, Chicharrones, Flores, Ciudamar 113.286
Abel Santamaría Sueño, Vista Alegre, 30 de Noviembre, Santa Bárbara, Abel Santamaría, Haydé Santamaría 98.881
René Ramos Latourt El Cobre, El Cristo, Boniato 65.724
Frank País García El Caney, Siboney, El Ramón, El Escandel, Sigua 50.759

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildnis Diego Velázquez vor der Silhouette Santiagos

Santiago wurde am 25. Juli 1515 von Diego Velázquez de Cuéllar als eine von sieben Villas, der ersten Städte der Insel, gegründet. In kürzester Zeit entwickelte sich die Stadt zu einem regen Handelszentrum, in der sich Velázquez im Zentrum der Stadt von 1516 bis 1530 eine Residenz errichten ließ (Casa de Velázquez).

Auf sein Anraten verlieh die Spanische Krone im Jahre 1522 Santiago de Cuba den Hauptstadttitel, den sie bis 1607 innehatte. Gleichzeitig war Santiago de Cuba in dieser Zeit Hauptstützpunkt der spanischen Armada in der Karibik.

Spanische Kolonialherrschaft und französische Einwanderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Spanier, die die heutige mexikanische Küste erreichten, waren am 8. Februar 1517 von Santiago de Cuba aus aufgebrochen und standen unter dem Kommando von Francisco Hernández de Córdoba. Diego Velázquez de Cuéllar hatte Hernández de Córdoba den Auftrag gegeben, neue Länder zu entdecken und Sklaven zu fangen. Velázquez de Cúellar rüstete im Januar 1518 eine weitere Expedition aus. Zum Kommandanten ernannte er seinen Neffen Juan de Grijalva. Nach Grijalvas Rückkehr erteilte Velázquez dem Alkalden (Bürgermeister) von Santiago de Cuba, Hernán Cortés, den Befehl zu einer dritten Expedition. Die Mittel, die Cortés in die Unternehmung steckte, sowie dessen Eifer beunruhigten Velázquez danach sehr, denn er befürchtete, dass Cortés die Vereinbarung über eine Gewinnbeteiligung nicht einhalten werde. Er versuchte ihn von seinem Posten als Kapitängeneral zu entfernen, doch Cortés bestieg kurzerhand mit 400 bis 600 Mann[4] die für die Reise vorgesehenen Schiffe und stach von Santiago aus in See.

Bucht von Santiago de Cuba 1856

Um 1530 wurden westlich von Santiago (im heutigen Dorf El Cobre) Kupfervorkommen entdeckt. Aus Mangel an Metallurgen konnten diese aber nicht ausgebeutet werden. Der Flame Gaspar Lomans begann im Jahre 1540 dort mit Bergbautätigkeiten, seit 1542 unterstützt durch den Nürnberger Hans Tetzel. Dieser reiste nach Spanien und Deutschland zurück, um weitere deutsche Ingenieure nach Kuba zu holen. Ausgestattet mit einem Vertrag der Spanischen Krone und Kapital der Nürnberger Welser wurden die Kupfervorkommen von 1547 bis zu seinem Tod im Jahre 1576 durch einheimischen Indios und Sklaven aus dem Kongo, vom Cabo Verde und aus Angola abgebaut.[5][6]

Im Jahre 1554 wurde Santiago vom Piraten Jacques de Sores und seinen Mannen angegriffen, ein paar Wochen später von François Le Clerc und seinen Leuten.[7] Im Jahr 1607 wurde Santiago de Cuba durch Havanna als Hauptstadt abgelöst. Zum Schutz der Stadt von der Seeseite aus wurde ab 1637 10 km südwestlich der Stadt das Castillo de San Pedro de la Roca errichtet. Diese Festung ist vor allem unter dem Namen Castillo del Morro bekannt und ist von der UNESCO als schützenswertes Weltkulturerbe anerkannt. Daneben war sie Ankunftshafen für die Sklavenschiffe aus Westafrika. Noch heute ist hier der größte Teil der Bevölkerung afrikanischer Abstammung.

Im Jahre 1686 wurde etwa 25 km westlich von Santiago die heutige Wallfahrtskirche El Cobe errichtet, die heute als das Nationalheiligtum der Katholiken in Kuba gilt.

Prägenden Einfluss auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Eigenheiten der Stadt hatte die Einwanderungswelle französischer Siedler und ihrer Sklaven aus Haiti infolge der Haitianischen Revolution ab 1791. Am sichtbarsten war dieser französische Einfluss lange im unmittelbar südlich des kolonialen Altstadtkerns gelegenen Stadtviertel Tivolí, das während dieser Einwanderungswelle entstand. Auch die östlich von Santiago auf dem weltweit drittgrößten Monolithen Gran Piedra gelegene Kaffeeplantage Cafetal Isabélica, die ebenfalls seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, geht auf eine Gründung von französischen Siedlern zurück.

Denkmal auf dem Hügel San Juan in Santiago de Cuba als Erinnerung an die Schlacht von 1898

1862 wurde in Santiago de Cuba die Destillerie Bacardí & Ca. von dem aus Sitges (Spanien) stammenden „Don“ Facundo Bacardí Massó (1814–1887) gegründet, das international bekannteste und erfolgreichste kubanische Wirtschaftsunternehmen.

Unabhängigkeitskriege und Spanisch-Amerikanischer Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1845 wurde in Santiago Antonio Maceo geboren, der einer der militärischen Führer der ab 1868 geführten Unabhängigkeitskriege (Zehnjähriger Krieg, Guerra Chiquita und Kubanischer Unabhängigkeitskrieg) war. Der Santiago umgebende Osten der Insel war dabei das Zentrum der bewaffneten kubanischen Unabhängigkeitsbewegung gewesen.

Seit mindestens 1856 bestanden deutsche Konsulate (für Bremen, Hamburg und Preußen) in Santiago de Cuba,[8] eines ist ab 1871 noch bis nach 1876 als Konsulat des Deutschen Reiches nachweisbar.[9]

Moncada Kaserne mit rekonstruierten Einschusslöchern, der kubanischen und rot-schwarzen Flagge der Bewegung M-26-7

In (und bei) Santiago de Cuba wurden im Sommer 1898 die entscheidenden und abschließenden Gefechte geführt, die im Rahmen des Spanisch-Amerikanischen Krieges zum Ende der spanischen Kolonialherrschaft über Kuba führten: Die Schlacht am Hügel von San Juan außerhalb der östlichen Stadtgrenze sowie wenige Tage später die Seeschlacht vor Santiago de Cuba.

Diktatur Batistas, Beginn und Sieg der Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der Diktatur von Fulgencio Batista nahm der bewaffnete Kampf, durch eine Gruppe um den jungen Rechtsanwalt Fidel Castro, welcher in Santiago eine Schulzeit verbracht hatte, in Santiago mit dem Sturm auf die Moncada-Kaserne am 26. Juli 1953 seinen Anfang. Während der benachbarte Gebirgszug Sierra Maestra ab 1956 zum Kerngebiet für den Guerillakrieg gegen die staatlichen Streitkräfte wurde, war Santiago de Cuba gleichzeitig das Zentrum des von Frank País angeführten zivilen Widerstands. Am 1. Januar 1959 verkündete Fidel Castro in Santiago de Cuba den Sieg der kubanischen Revolution, nachdem das Militär nach Batistas Flucht aus dem Land die Stadt kampflos der Rebellenarmee übergeben hatte.

Santiago de Cuba nach dem Sieg der Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papst Franziskus am 22. September 2015 in Santiago de Cuba

Am 1. Januar 1984 verlieh Staatspräsident Fidel Castro der Stadt Santiago für die besonderen Verdienste ihrer Bürger um die Revolution als einziger Stadt Kubas den Ehrentitel „Heldenstadt der Republik Kuba“. Das offizielle Motto der Stadt, das Teil des Stadtwappens ist, lautet: „Gestern rebellisch, heute gastfreundlich, immer heldenhaft“. Das historische, aus der spanischen Kolonialzeit stammende Stadtwappen trug das Motto: „Sehr ehrwürdig und sehr loyal“.

Am 25. Oktober 2012 richtete der Hurrikan Sandy im gesamten Stadtgebiet und Umland Santiagos große Schäden an, seit 1580 bebte in Santiago mindestens 15-mal die Erde (das letzte große Erdbeben am 3. Februar 1932 hatte die Stärke 6,2 Grad auf der Richterskala), da vor der Küste Santiagos die Karibische Platte verläuft.[10]

Bisher besuchten am 26. März 2012 Papst Benedikt XVI. und am 22. September 2015 Papst Franziskus die Stadt. Im Jahre 2015 feierte Santiago de Cuba seine 500-jährige Stadtgründung. Aus diesem Anlass sind viele Häuser in der Innenstadt von der Regierung saniert worden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aktuelle Bürgermeister von Santiago de Cuba ist Raúl Fornés Valenciano. Seine Stellvertreterin ist Yanedis Echavarría Batista (beide PCC). Die Stadt wird von der Stadtversammlung der Volksmacht (Asamblea Municipal del Poder Popular) verwaltet, deren Vorsitzender Fornés Valenciano ist. Großen Einfluss auf die Geschicke der Stadt hat auch der erste Sekrätär der Kommunistischen Partei (PCC) der Provinz Santiago (Primer Secretario del Partido en la Provincia), Lázaro Fernando Expósito Canto.[11]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der 500-Jahrfeier 2015

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karneval in Santiago de Cuba

Santiago de Cuba lässt sich als kulturelles Zentrum Kubas Ostens beschreiben, das über eine breite Palette an Kultur und Sehenswürdigkeiten verfügt, beispielsweise Museen, Paläste, öffentliche Plätze im kolonialen Stil, Alleen, Kirchen, Kino, Theater und den alljährlichen Karneval im Juli. In vielen kolonialen Bauten befinden sich heute Museen. Die kubanische Regierung legt ein besonderes Augenmerk auf guten Zugang zu kulturellen Veranstaltungen, weshalb die Eintrittspreise in den Museen und Festivals meist sehr niedrig sind.

Plätze und Stadtviertel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parque Céspedes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Dachgarten des Hotels "Casa Granda" auf den Parque Céspedes und die Casa de Velázquez, recht davon das Rathaus von Santiago de Cuba

Der zentrale Platz in der Mitte des Stadt ist schon seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Er hatte im Lauf der Geschichte verschiedene Namen von Plaza de Armas über Plaza Mayor bis Plaza de Isabel II. Nunmehr ist er nach dem ersten kubanischen Präsidenten Carlos Manuel de Céspedes benannt; ein Gedenkstein in der Mitte des Platzes erinnert an seinen Ruf von Yara, der als Beginn der Unabhängigkeitsbewegung Kubas gilt und das Ende der Sklaverei einläutete.

An seiner Südseite liegt die 1555 fertiggestellte Kathedrale von Santiago de Cuba.

Gegenüber der Kathedrale liegt des Rathaus von Santiago, welches in seinen Anfängen schon 1516 nachweisbar ist. Ursprünglich war dem Bau neben dem Rathaus in der Mitte noch auf der einen Seite ein Krankenhaus und auf der anderen Seite ein Gefängnis angegliedert. Im Jahre 1776 wurden Gefängnis und Krankenhaus aufgelöst. Bis 1852 wurde das Gebäude durch verschiedene Erdbeben fast vollständig zerstört und ab 1854 wieder komplett neu aufgebaut, seine heutiges Aussehen erhielt es nach dem Umbau 1948 bis 1954 im Kolonialstil. Am 31. Dezember 1901 wurde erstmals hier die offizielle Flagge Kubas durch den damaligen Bürgermeister Emilio Bacardí Moreau gehisst (noch vor der offiziellen Einführung am 20. Mai 1902 in Havanna) und am 1. Januar 1959 wurde vom Balkon des Rathauses durch Fidel Castro der Sieg der kubanischen Revolution verkündet.[12]

Auf der Westseite befindet sich die zwischen 1516 und 1530 errichtete „Casa de Velázquez“, die als das älteste Haus Kubas gilt und heute ein Museum beherbergt.

Gegenüber der „Casa de Velázquez“ befindet sich das 4-stöckige Hotel "Casa Granda", welches als eines der besten Hotels in Santiago de Cuba gilt. Im Jahr 1909 kaufte die Cuban Railroad Company das Territorium auf der Ostseite des Platzes, um ein Hotel zu bauen. Die Planung übernahm der Architekt Carlos Segrera. Die Baufirma Amigos y Hermanos baute das Gebäude in Rekordzeit, nach 6 Monaten am 1. Januar 1914 war der Bau fertiggestellt und wurde zehn Tage später eingeweiht. Im Dezember 1916 wurde der von Carlos Segrera entworfene und von Gerardo Vegas realisierte Dachgarten eröffnet, von dem sich heute ein wunderbarer Blick über die Stadt geniessen lässt. Das Hotel wurde von 1993 bis 1995 komplett saniert[13]

Blick auf den Plaza de Marte, rechts das Denkmal für José Joaquín Castillo Duany

Plaza de Marte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 800 m westlich des Parque Céspedes liegt der Plaza de Marte, der den östlichen Eingang zu den Gassen der Altstadt bildet. Angelegt Ende des 18. Jh. als Exerzierplatz für die Spanische Armee trägt den Namen des römischen Kriegsgottes Mars. Obwohl der Platz offiziell am 12. Juni 1899 in 'Plaza de la Libertad' umbenannt wurde, ist er weiterhin unter seiner alten Bezeichnung bekannt.

Der Platz ist ein beliebter Treffpunkt mit Denkmälern für José Martí, den Revolutionshelden Alberto Fernández Montes de Oca und Camilo Cienfuegos, sowie Perucho Figueredo (Pedro Felipe Figueredo y Cisneros), dem Autor der kubanischen Nationalhymne, General Francisco Sánchez Hechavarría, erster gewählter Gouverneur der ehemaligen Provinz Oriente und Brigadegeneral Dr. Joaquin Castillo Duany, dem ersten Polarforscher Kubas[14]. Im Zentrum des Platzes steht eine Siegessäule mit der Jakobinermütze auf ihrer Spitze und 4 Kanonen zu ihren Füßen. Den Grundstein legte der erste Präsident Kubas nach der Unabhängigkeit Tomás Estrada Palma am 02. Mai 1902 und nur 18 Tage später wurde sie von Francisco Sánchez Hechavarría eingeweiht.[15]

Eingang zum Balcón de Velázquez, das rechte Wappen ist das des Diego Velázquez de Cuéllar

Stadtviertel El Tivolí[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südwestlich des Parque Céspedes befindet sich das Stadtviertel "El Tivolí", welchen in der Mitte des 18. Jahrhunderts von französischen Siedlern aus Haiti gegründet wurde. Der Name leitet sich von einem Konzert-Cafe für 300 Personen ab, welches sich früher in diesem Viertel befand. Der markanteste Teil des Viertels ist die Calle Padre Pico, welche eine Treppengasse mit 52 Stufen in 13 Blöcken ist, die im Jahre 1899 unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Emilio Bacardi erbaut wurde.[16]

Oberhalb des Viertels befindet sich der "Balcón de Velázquez". Diese im 16. Jahrhundert erbaute Terrasse diente der Überwachung des Hafens und des Seeverkehrs, da es immer wieder zu Überfällen auf die Stadt durch Piraten und Korsaren in dieser Zeit kam. Sein Bau wurde von Hernando de Soto, der seit 7. Juni 1538 als neuer Gouverneur Kubas eingesetzt worden war, im Jahre 1539 angeordnet, aber die Arbeiten wurden erst 1550 abgeschlossen. Heute kann man dort gegen einen geringen Eintritt einen schönen Blick über den Hafen genießen.[17]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museo Bacardí[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museo Bacardí

Der neoklassizistische Palast ist eines der bedeutendsten Museen in Santiago und beherbergt die älteste Sammlung Kubas (begründet 1899). Die Bauarbeiten begannen am 28. Oktober 1922 und sechs Jahre später, am 20. Mai 1928 wurde das „Museo y Biblioteca Pública de Santiago de Cuba“ eröffnet. Auf Initiative der Witwe von Emilio Bacardi, Elvira Cape, wurde es nach ihm benannt. Nach ihr wurde wiederum die öffentliche Bibliothek benannt, die sich auch in dem Gebäude befindet.

Während des Unabhängigkeitskrieges von 1895 gelang es der spanischen Regierung, einige Leihgaben von Gemälden europäischer Malerei aus dem Prado-Museum nach Kuba zu bringen. Später schickte die Regierung die Werke in die Vereinigten Staaten, aber Bacardi gelang es, einige von ihnen in sein Museum zu erwerben. Darunter waren u. a. Gemälde des deutschen Neoklassikers Rudolf Rössler, des Italieners Guido Reni und der Spanier Juan Pantoja de la Cruz und Federico de Madrazo y Kuntz.[18][19] Des Weiteren sind in den 16 Ausstellungsräumen auf 3 Stockwerken u. a. diverse originale Devotionalien von José Martí, eine ägyptische Mumie und die Druckmaschine zu sehen, auf welcher Carlos Manuel de Céspedes die Zeitung „El Cuba Libre“ druckte.

Museo de Carnaval[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die lange Tradition des ältesten Karnevals in Kuba wird in diesem Museum in der Calle Heredia lebendig. Die Exponate geben einen guten Überblick über das Spektakel, welches jedes Jahr um den 25. Juli in Santiago de Cuba stattfindet und sogar der Grund war, warum Fidel Castro den Termin des Sturmes auf die Moncada-Kaserne auf den 26. Juli legte. Neben Schwarz-Weiß-Fotografien und Zeitungsartikeln zeigen aufwendig gearbeitete Kostüme, riesige Köpfe aus Pappmaché und Bilder von kunstvoll geschmückten Festwagen, wie sehr die Santiagueros ihren Karneval lieben.

Im Geburtshaus von Jose Maria Heredia

Die Geschichte des berühmtesten Karnevals in Kuba reicht bis 17. Jahrhunderts zurück, als die herrschende Klasse immer am Namenstag des heiligen Apostels Jakobus, des Namenspatrons Santiagos, am 25. Juli einen Gottesdienst und eine Prozession veranstalteten. Die afrikanische Sklaven feierten an diesem Tag ihre Gottheiten - die Orishas- mit ausgelassener Musik und lautstarken Gesängen. Mit der Zeit wurde das ausgelassene Spektakel zu einer festen Einrichtung, bei dem mit Conga-Paraden und Festumzügen jedes Jahr sieben Tage gefeiert wird.

Casa Natal de José María Heredia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber dem Karnevalmuseum liegt das Geburtshaus eines der größten Dichter Kubas und einer der ersten Romantiker Amerikas José María Heredia, der hier am 31. Dezember 1803 das Licht der Welt erblickte. Die 3 Räume des Museums widmen sich hauptsächlich dem Wirken und Leben Heredia, obwohl er im Alter von zweieinhalb Jahren mit seinen Eltern in die Dominikanische Republik übersiedelte und nicht wieder nach Santiago zurückkehrte. An der Hauswand des Hauses sind Verse seines berühmtesten Gedichtes, der Oda a Niágara, eingelassen[20].

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cementerio Santa Ifigenia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab des ersten kubanischen Präsidenten Carlos Manuel de Céspedes auf dem Friedhof Santa Ifigenia mit der von ihm entworfenen Flagge Kubas, die heute nur als Gösch Kubas Verwendung findet (rechts)

Der Friedhof „Cementerio Santa Ifigenia“, welcher sich östlich außerhalb der Stadt befindet, ist einer der bekanntesten Friedhöfe in Kuba, da auf ihm viele Persönlichkeiten aus der Geschichte Kubas begraben sind. Er wurde am 22. April 1868 eingeweiht und im Jahre 1937 zum Nationaldenkmal erklärt, was nochmals 1979 durch Fidel Castro bestätigt wurde. Er beherbergt heute ca. 8000 Gräber. Sein Name leitet sich von der heiligen Iphigenia, einer äthiopische Jungfrau und Märtyrin des 1. Jahrhunderts, ab.

Das beeindruckendste Grabmal des Friedhof ist das Mausoleum von José Martí. In dem am 30. Juni 1951 eingeweihten Ehrengrab ruht der Leichnam des am 19. Mai 1895 gefallenen Nationalhelden, Denkers und Lenkers des Widerstandes gegen die spanische Besatzung. Der 24 Meter hohe Granitturm ist ein Beispiel für die rationalistischen Grabmäler, die ab der Mitte des 20. Jahrhunderts angelegt wurden. Eine Wachablöse der dreiköpfigen Ehrenwache findet alle 30 Minuten zu den Klängen der „Elegía a Martí“ statt.

Des Weiteren sind auf dem Friedhof bekannte Persönlichkeiten wie Fidel Castro, Carlos Manuel de Céspedes, María Cabrales (Witwe von Antonio Maceo), Frank País, Emilio Bacardí Moreau, Francesco Antommarchi (letzter Leibarzt Napoleons) und Compay Segundo begraben.[21][22]

Naturpark (Parque) Baconao[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Naturpark Baconao, der zum Municipio Santiago gehört, wurde 1987 von der UNESCO in die Liste der Biosphärenreservate übernommen. Er liegt in rund 20 km Entfernung vom Stadtgebiet.[23] Auf 85.000 Hektar bietet er zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Am in der Nähe der Stadt gelegenen Westrand des Parkes liegt der 1.234 Meter hohe Berg Gran Piedra, auf dem ein botanischer Garten, die historische Kaffeeplantage „Cafetal Isabélica“ und die höchste Aussichtsplattform der Gegend besucht werden können.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenszene in der Innenstadt

Santiago de Cuba ist eines der wirtschaftlichen Zentren im Osten Kubas. Die Hermanos-Díaz-Raffinerie (Öl und Gas), die Renté-Thermoelektrizitätsfabrik, die Zementfabrik „José Mercerón“ gehören zu den wichtigsten Betrieben und größten Arbeitgebern in Santiago. Auch existieren im Gebiet um Santiago diverse Zuckerfabriken, so dass die Gegend um Santiago de Cuba zu einer der wichtigsten Zentren der Zuckproduktion in Kuba gehört. Daneben sind noch die Rumfabrik (ehemals Bacardí) und die Bierfabrik „Fábrica de Cerveza Hatuey“ (seit 1919, gegründet als „Santiago Brewing Company“) zu nennen. Zunehmende Bedeutung gewinnt auch der Tourismus in und um Santiago.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenbahn in Santiago de Cuba am Plaza de Marte ca. 1910

Der Flugverkehr von und nach Santiago de Cuba und des Umlands wird vom Flughafen „Antonio Maceo“ bedient (spanisch: Aeropuerto Internacional Antonio Maceo y Grajales). Er befindet sich etwa 10 km südlich des Stadtzentrums. Der Flughafen ist einer der wichtigsten des Ostens Kuba, sowohl für nationale als auch für internationale Flüge. Die angebotenen Fluglinien verbinden Santiago u. a. mit Havanna, Rom, Montréal, Port-au-Prince, Santo Domingo and Toronto.

Der regionale Busverkehr wird mit den sogenannten „Omnibus Metropolitanos (OM)“ und Metrobussen bedient. Die Metrobusse fahren dabei die innerstädtischen Ziele an, mit einer maximalen Entfernung von 20 km, während die „Ómnibus Metropolitanos (OM)“ Ziele im Umland Santiagos anfahren mit einer maximalen Entfernung von 40 km. Staatliche Taxis ergänzen das regionale Verkehrsangebot.

Die kubanische Bahngesellschaft „Ferrocarriles de Cuba“, die „ASTRO“-Busse und die mehrheitlich für den touristische Transport genutzten „Viazul“-Busse verbinden Santiago mit Havanna und den größten Städten Kubas. Die zentrale Bahnstation „General de División Senén Casas Regueiro“ und der zentrale Busbahnhof befinden sich neben dem Hafen Santiagos und wurden 1997 komplett neu gebaut.

Die stattliche zentrale Autobahn „Autopista Nacional de Cuba A-1“ (nicht fertiggestellt), die eigentlich Havanna mit Guantánamo verbinden sollte, verläuft nördlich von Santiago de Cuba.

Neben den staatlichen Transportmöglichkeiten ergänzen noch eine Reihe von privaten Initiativen das Transportangebot, von den die Motortaxis besonders zu erwähnen sind, die größtenteils mit MZ-Motorrädern aus der ehemaligen DDR die Passagiere zu einem Preis von 1 CUC durch die Stadt chauffieren.[24]

Der Hafen von Santiago de Cuba „Puerto Guillermón Moncada“ ist der zweitgrößte in Kuba. Er wird derzeit durch chinesische Investoren ausgebaut.[25] Für internationale Kreuzfahrtschiffe ist dieser auch zunehmend ein Anlaufpunkt.[26]

Bis 1952 existierte in Santiago de Cuba noch eine Straßenbahnnetz, welches im Jahre 1908 installiert wurde. Die Linien reichten von Vista Alegre über das Zentrum bis nach El Cobre.[27]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Santiago de Cuba – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Declaran a Correa Hijo Ilustre de la ciudad de Santiago. Abgerufen am 2. Februar 2018 (spanisch).
  2. ONE, Zensus 2015
  3. World Meteorological Organization: World Weather Information Service
  4. Geoffrey Parker (Hrsg.): The Times – Große Illustrierte Weltgeschichte, Verlag Orac, Wien 1995, S. 270.
  5. Das Kupferhüttenwerk des Hans Tetzel aus Nürnberg auf Kuba und seine Finanzierung durch europäisches Finanzkapital in Theodor Gustav Werner: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 48. Bd., H. 3, Franz Steiner Verlag Stuttgart 1961, S. 289–328.
  6. Michael Zeuske: Schwarze Karibik, Rotpunktverlag Zürich 2004, S. 119.
  7. Marley: Wars of the Americas. S. 57.
  8. Illustrierter Kalender für 1856. Verlagsbuchhandlung von J. J. Weber. Leipzig 1856, S. 27
  9. Auslandsvertretungen. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  10. An Earthquake Played Havoc with Santiago de Cuba 82 Years Ago. Abgerufen am 30. Januar 2018 (englisch).
  11. Juran nuevos delegados del Poder Popular en Santiago de Cuba. Abgerufen am 2. Februar 2018 (spanisch).
  12. Ayuntamiento de Santiago de Cuba. Abgerufen am 30. Januar 2018 (spanisch).
  13. Hotel Casa Granda. Abgerufen am 4. Februar 2018 (spanisch).
  14. Joaquin Castillo Duany primer cubano que lego al polo norte. Abgerufen am 18. April 2018 (spanisch).
  15. Plaza de Marte. Abgerufen am 18. April 2018 (spanisch).
  16. Stadtviertel El Tivolí. Abgerufen am 4. Februar 2018 (spanisch).
  17. Balcón de Velázquez. Abgerufen am 4. Februar 2018 (spanisch).
  18. Museo Provincial de Santiago de Cuba Emilio Bacardí Moreau. Abgerufen am 30. Januar 2018 (spanisch).
  19. El Museo del Prado en Santiago de Cuba. Abgerufen am 30. Januar 2018 (spanisch).
  20. Casa Natal José María Heredia. Abgerufen am 12. Februar 2018 (spanisch).
  21. Cementerio Santa Ifigenia. Abgerufen am 30. Januar 2018 (spanisch).
  22. Wo die grossen Helden ruhen. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  23. Parque Baconao. Archiviert vom Original am 30. April 2009; abgerufen am 30. Januar 2018.
  24. DDR-Zweiräder auf Kuba: MZ prägt Havanna und Santiago de Cuba. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  25. Kuba erweitert Hafen von Santiago de Cuba. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  26. Neue Genehmigungen für Kuba-Kreuzfahrten 2017. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  27. Historias de tranvías. Abgerufen am 30. Januar 2018 (spanisch).