Santo Cristo de San Sebastián (Coruña del Conde)

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Santo Cristo de San Sebastián, Ansicht von Südosten
Reliefplatte an der Ostwand der Apsis

Die Kirche Santo Cristo de San Sebastián in Coruña del Conde, einer Gemeinde in der spanischen Provinz Burgos der Autonomen Region Kastilien-León, wurde im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet. Es wird vermutet, dass die Apsis aus dem 6. Jahrhundert stammt und auf eine Vorgängerkirche aus westgotischer Zeit zurückgeht. 1983 wurde die Kirche zum Baudenkmal (Bien de Interés Cultural) erklärt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An das einschiffige Langhaus schließt sich im Osten eine quadratische, gerade geschlossene Apsis an. Langhaus und Apsis unterscheiden sich durch ihr Mauerwerk. Die Apsis ist aus den für die westgotische Architektur typischen großen, regelmäßig zugeschnittenen Quadersteinen errichtet, während das romanische Langhaus aus unterschiedlich großen Steinen gemauert ist. Das Innere der Kirche ist schmucklos.

In die Ostfassade der Apsis ist eine Dreierarkade eingeschnitten. Von den beiden mittleren Halbsäulen ist nur noch die linke vollständig erhalten. Der rechte Säulenschaft fehlt, nur noch das Kapitell ist vorhanden. Die Zwickel zwischen den Bögen sind mit wiederverwendeten Steinen eines römischen Pilasters verfüllt. Im Giebel der Apsis prangt eine große Steinplatte mit dem Relief eines Mannes. Er wird mit langen Haaren und erhobener Hand dargestellt und ist mit einem Faltenrock bekleidet.

Nord- und Südseite der Apsis sind mit einer Zwillingsarkade besetzt. Die Säulenschäfte der beiden Mittelsäulen fehlen, nur noch die Kapitelle sind erhalten. Das mit Akanthus verzierte Kapitell der Nordseite ist vermutlich eine römische Spolie. Auf beiden Seiten verlaufen unter dem Dachansatz Steinplatten, die mit einem Schachbrettfries verziert sind und auf skulptierten Kragsteinen aufliegen. Auf diesen sind menschliche Gesichter, Fratzen, Tiere und Phantasiewesen dargestellt.

Kapitell des Portals

Portal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Südseite des Langhauses öffnet sich ein rundbogiges Stufenportal mit drei schlichten Archivolten. Nur der mittlere Bogenlauf ist mit einem Dekor aus Schachbrettfries und grobem Rundstab versehen. Von den beiden Säulen ist noch die linke mit ihrem Kapitell erhalten, das mit stilisiertem Blattwerk verziert ist. Die Pfosten sind aus Fragmenten kannelierter Pilaster zusammengesetzt. Das Portal wird von einem rechteckigen Wandvorsprung gerahmt und von Steinplatten überdacht, in deren Vorderseite Sterne und Kreuze eingemeißelt sind.

Römische Spolie in der Außenmauer

Römische Spolien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im gesamten Gebäude sind zahlreiche Spolien aus den Ruinen der nahegelegenen römischen Stadt Clunia verbaut. Es wurden Grabsteine wiederverwendet, auf denen noch die Inschriften zu erkennen sind. Auf einem Stein ist das Relief eines Kopfes und eines Füllhornes dargestellt. Für die Pfosten des Portals wurden kannelierte Pilaster genutzt. Auch ein Mühlstein wurde in der Fassade vermauert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abundio Rodriguez, Luis-Maria de Lojendio: Castille Romane. Bd. 1, La Pierre-qui-Vire (Zodiaque) 1966, S. 27. (ohne ISBN)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Santo Cristo de San Sebastián (Coruña del Conde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 41° 45′ 47,8″ N, 3° 23′ 48,3″ W