Santo Domingo de la Calzada

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Gemeinde Santo Domingo de la Calzada
Santo Domingo de la Calzada – Plaza de España
Santo Domingo de la Calzada – Plaza de España
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Santo Domingo de la Calzada
Santo Domingo de la Calzada (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: La RiojaLa Rioja La Rioja
Provinz: La Rioja
Comarca: Santo Domingo de la Calzada
Koordinaten 42° 26′ N, 2° 57′ WKoordinaten: 42° 26′ N, 2° 57′ W
Höhe: 638 msnm
Fläche: 40,09 km²
Einwohner: 6.369 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 158,87 Einw./km²
Gründung: 11. Jh.
Postleitzahl: 26250
Gemeindenummer (INE): 26138 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Ayuntamiento de Santo Domingo de la Calzada www.santodomingodelacalzada.org/ Ayuntamiento de Santo Domingo de la Calzada
Südportal der Kathedrale

Santo Domingo de la Calzada, ist eine Kleinstadt und Gemeinde (municipio) mit 6369 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) am Jakobsweg Camino Francés in der Autonomen Region La Rioja.

Ihr Name ist identisch mit dem ihres Gründers, der – gemäß der Überlieferung – für die vorbeiziehenden Pilger eine Brücke und ein Hospital erbaute sowie Wege anlegte und befestigte. Bekannt ist die Stadt auch für das Hühnerwunder, zu dessen Erinnerung ein (von einem Hühnerpaar bewohnten) Hühnerstall in der Kathedrale angebracht wurde. Das Stadtwappen nimmt zum Teil Bezug auf die überlieferten Legenden.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Santo Domingo de la Calzada liegt am Río Oja, der in den Río Tirón mündet. Die nächstgrößere Stadt ist Haro (ca. 20 Fahrtkilometer nordöstlich); Logroño, die Hauptstadt der Provinz Rioja, befindet sich etwa 48 Kilometer östlich; auf dem Weg dorthin liegt das sehenswerte Städtchen Nájera.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2009
Einwohner 5436 5638 5544 5308 5741 6780

In der 2. Hälfte des 19. und in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts schwankte die Einwohnerzahl zwischen 3500 und 5000. Der Bevölkerungsanstieg ist zum einen auf die Ansiedlung kleinerer Industriebetriebe und zum anderen auf den Tourismus zurückzuführen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landwirtschaft
  • Kleinindustrie

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung der Stadt Ende des 10. oder Anfang des 11. Jahrhunderts durch Domingo García, genannt Santo Domingo de la Calzada. Heinrich II. von Kastilien starb hier im Jahr 1379.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turm der Kathedrale (18. Jh.)
Altarretabel von Damià Forment
  • Die spätgotische Kathedrale wurde über einem älteren Vorgängerbau errichtet, der im Jahre 1098 begonnen und im Jahre 1106 geweiht wurde; von ihm ist noch die romanische Apsis erhalten. Der heutige Bau aus dem 15. Jahrhundert ist dreischiffig und mit Chorumgang angelegt, der Grundriss entspricht dem eines lateinischen Kreuzes. Die drei gleich hohen Schiffe werden von dekorativen Kreuzrippengewölben überspannt, die auf Palmettenpfeilern ruhen. Um 1158 wurde die Kathedrale zur Aufnahme des Alabastergrabmals Domingo Garcías erweitert; der Baldachin sowie die seitlichen Wunderszenen aus dem Leben und Wirken Domingo Garcías wurden von dem katalanischen Bildhauer Damià Forment um 1537/40 geschaffen. Der platereske Altarretabel an der Ostseite des nördlichen Seitenschiffs wurde um 1540 eingebaut. Ein Hühnerkäfig gleich links des Eingangs erinnert an das manchmal ebenfalls Domingo García zugeschriebene Hühnerwunder; das Hühnerpaar wird täglich ausgewechselt.
    Grabmal und Hühnerkäfig sind vom Ausgang am Kathedralenplatz / Plaza del Santo zu besichtigen. Die Besichtigung der Kathedrale ist mit dem Besuch des Kathedralmuseums gekoppelt.
  • Der etwa 70 Meter hohe Glockenturm ist baulich nicht mit der Kathedrale verbunden, sondern steht in der Art eines italienischen Campanile ca. zehn Meter von ihr entfernt auf der anderen Straßenseite. Über einem schmucklosen quadratischen Untergeschoss erhebt sich ein weiteres durch Lisenen etc. stärker gegliedertes quadratisches Mittelgeschoss; danach geht der Turm in einen achteckigen Aufbau über und endet in einer runden Laterne. Er wird als schönster Barockturm der Rioja (Moza de Rioja) bezeichnet.
  • Der Pilgerweg im Herzen der Altstadt ist von Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert gesäumt. Einige der Häuser tragen steinerne Wappenschilde.
  • Der sehenswerte Hauptplatz (Plaza de España) mit dem Rathaus (ayuntamiento) ist von Arkadenhäusern umgeben.
  • Die mehrbogige Steinbrücke über den Rio Oja stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert; sie wurde allerdings wiederholt restauriert.

Feste und Feiertage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Santo Domingo (1.–15. Mai). (25. April La Gaita; 1. Mai Los Molletes; 10. Mai Los Ramos; 11. Mai La Rueda; 12. Mai El Santo Domingo; 15. Mai San Isidro)
  • Gracias y Hermosilla (17. September Gracias; 18. September Hermosilla).
  • Feria de la Concepción (Mariä Empfängnis) und Mittelalter-Markt, zwischen dem 4. und 8. Dezember

Bekannte Persönlichkeiten der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cordula Rabe: Spanischer Jakobsweg. Von den Pyrenäen bis Santiago de Compostela. Alle Etappen – mit Varianten und Höhenprofilen. Bergverlag Rother, München 2008, ISBN 978-3-7633-4330-0 (Rother Wanderführer).
  • Bert Teklenborg: Radwandern entlang des Jakobswegs. Vom Rhein an das westliche Ende Europas. (Radwanderreiseführer, Routenplaner). 3. überarbeitete Auflage. Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2007, ISBN 978-3-7022-2626-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Santo Domingo de la Calzada – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
Muszla Jakuba.svg
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