Sapiosexualität

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Mit dem Nominalkompositum Sapiosexualität (aus lateinisch sapere ‚wissen‘ und Sexualität)[1] wird die erotische Hingezogenheit zum Intellekt einer anderen Person bezeichnet. Der Begriff kann, muss aber nicht eine Präferenz für besonders intelligente Menschen ausdrücken. Es geht zumeist um eine Stimulation auf Basis der besonderen Denkungsart des anderen. Sapiosexuelle Personen werden gelegentlich auch als „Nymphobrainiacs“ bezeichnet, was jedoch teils als extrem bzw. pathologisierend empfunden wird.[2]

Der in den 1990er-Jahren im englischen Sprachraum entstandene Begriff wurde 2002 in das Urban Dictionary aufgenommen.[3] Im englischen Sprachraum gibt es neben dem allgemeinen Widerhall im Web einige Besprechungen des Begriffs bei Wissenschaftsblogs.[2] Der Evolutionspsychologe Geoffrey Miller wies im Rahmen einer Studie an 400 Vietnamveteranen nach, dass IQ und Spermaqualität korrelieren, und stellte die These auf, dass eine hohe Intelligenz bei Männern möglicherweise für Frauen gute Gene signalisiere und mithin einen Reiz darstellen könnte.[4]

Im deutschen Sprachraum wurde er mit Kolumnen von Stefan Schmitt und dem zugehörigen Wörterbuch eingeführt.[5] Das Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik spricht von einem „fragwürdigen Neologismus“.[6] Der Sexualwissenschaftler Ulrich Clement führt an, dass Intelligenz unabhängig von sexuellen Präferenzen attraktiv wirke, weil sie langfristige Ressourcen verspreche und damit langfristige Planung des gemeinsamen Lebens ermögliche.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sapiosexualität – Definition im Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wortschöpfung Sapiosexualität: Intellekt macht an. In: Die Zeit. 25. Juli 2014, abgerufen am 22. Mai 2015.
  2. a b Sapiosexuality: What Attracts You to the Opposite Sex? In: Psychology Today. Abgerufen am 24. Mai 2015.
  3. sapiosexuality. In: Urban Dictionary. Abgerufen am 24. Mai 2015.
  4. Richard Alleyne: Being smart really is sexy. In: telegraph.co.uk. Abgerufen am 3. August 2016.
  5. Stefan Schmitt: Von der Digitaldemenz zum Infoveganer. 1. Auflage. dtv, 2014, ISBN 978-3-423-28032-7.
  6. Sapiosexualiät. In: Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik, Zugriff am 25. Mai 2015.
  7. Wenke Husmann: Ist das jetzt sapiosexuelles Begehren? In: Zeit.de. Abgerufen am 3. August 2016.