Sappho (Grillparzer)

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Daten
Titel: Sappho
Gattung: Trauerspiel in fünf Aufzügen
Originalsprache: Deutsch
Autor: Franz Grillparzer
Erscheinungsjahr: 1818
Uraufführung: 1818
Ort der Uraufführung: Burgtheater, Wien
Personen
  • Sappho
  • Phaon
  • Eucharis und Melitta, Dienerinnen Sapphos
  • Rhamnes, Sklave
  • Ein Landmann
  • Dienerinnen, Knechte und Landleute
Relief „Sappho“ von Rudolf Weyr am Grillparzer-Denkmal im Volksgarten Wien, 1889

Sappho ist ein Drama von Franz Grillparzer aus dem Jahr 1818.

Das Trauerspiel in fünf Aufzügen handelt von der unerwiderten Liebe der antiken Dichterin Sappho zu dem Jüngling Phaon. Es wurde im Burgtheater in Wien 1818 uraufgeführt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sappho kehrt von den Olympischen Spielen zurück, bei denen sie für die Rezitation ihrer Gedichte und Gesänge mit dem Siegeskranz ausgezeichnet wurde. Sie wird von ihren Landsleuten auf der Insel Lesbos mit großer Freude, Jubel und Ehrerbietung empfangen. Sappho hat den Jüngling Phaon mitgebracht, den sie dem Volk als ihren Geliebten und gleichberechtigten Herren des Hauses vorstellt. Sie lobt ihn als Mann der Tat, an dessen Seite sie ein einfaches und stilles Leben verbringen will. Zuvor hatten sich der schönen und sagenumwobenen Sappho Könige zu Füßen geworfen, die sie jedoch verschmähte. Phaon, der seit seiner Kindheit Geschichten von Sappho erzählt bekommen hatte und nur zu den Olympischen Spielen fuhr, um sie zu sehen, kann das Glück ihrer Nähe und Großzügigkeit kaum fassen. Als er im Garten auf Sapphos Dienerin Melitta trifft, verliebt er sich in das stille Mädchen und erkennt, dass er nur von Sapphos Ruhm angezogen wurde und seine Verehrung keine Liebe war. Sappho hatte Melitta als Kleinkind auf einem Sklavenmarkt gekauft und sie seitdem wie eine Tochter aufgezogen. Als sie hinter den Verrat kommt und erkennt, dass echte Gefühle die beiden verbinden, bedroht sie Melitta erst mit einem Dolch und will sie später auf die entfernte Insel Chios schaffen lassen. Phaon vereitelt diesen Plan jedoch, indem er das Boot übernimmt, um mit Melitta von der mächtigen Sappho zu entfliehen. Die Landsleute verfolgen das Boot auf Sapphos Gerheiß und bringen das Paar zurück. Melitta bereut ihre Flucht und ihre Untreue, als sie sieht, wie sehr die Trauer und die Verletztheit Sappho verändert haben. Phaon jedoch attackiert sie und beharrt auf seiner Freiheit sich von Sappho abzuwenden, die er als Dichterin schätzt, als Mensch nun aber verachtet. Der Diener Rhamnes beschuldigt Phaon, die von den Göttern gesegnete und einmalig begabte Sappho gebrochen und durch seine Worte und Taten vernichtet zu haben. Als Phaon dies erkennt, bereut er ebenso wie Melitta seine Tat und eilt zu Sappho. Diese hat sich von der Welt bereits abgewendet, wirft alle Symbole ihres weltlichen Erfolges ins Meer und reagiert nicht auf das Paar. Von den Menschen, die sie liebte, enttäuscht, übergibt sie ihr Schicksal den Göttern, als deren Liebling sie galt, und wirft sich, das Paar segnend und ein besseres Leben erwartend, ins Meer.

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Es ist / Verwelkt der Lorbeer und das Saitenspiel verklungen! / Es war auf Erden ihre Heimat nicht. / Sie ist zurückgekehrt zu den Ihren.“ (Rhamnes)

„Du schmückst mich von deinem eignen Reichtum. / Weh! nähmst du das Geliebte je zurück.“ (Sappho)

„Für das Geliebte leiden ist so süß / und Hoffnung, und Erinnerung sind ja Rosen / von einem Stamme mit der Wirklichkeit. / Nur ohne Dornen ...“ (Sappho)

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zeitgenössischen Kritiker lobten die Uraufführung, insbesondere den Dichter und die Schauspielerin Wilhelmine Korn in ihrer Darbietung der Melitta.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Antonius Lux (Hrsg.): Große Frauen der Weltgeschichte. Tausend Biographien in Wort und Bild. Sebastian Lux Verlag, München 1963, S. 274.

Referenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Grillparzer: Sappho. Ein Trauerspiel in fünf Aufzügen. Reclam, Stuttgart 1953

Erstausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]