Sara Rai

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Sara Rai (Allahabad 2018)

Sara Rai (* 15. September 1956 in Allahabad) ist eine indische Schriftstellerin, die ihre Werke vorwiegend auf Hindi verfasst. Zudem ist sie eine mehrfach ausgezeichnete Übersetzerin (in den Sprachen Hindi, Urdu und Englisch)[1] und Herausgeberin mehrerer Anthologien mit Hindi-Erzählungen. Rai lebt in Prayagraj und Neu-Delhi.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sara Rai absolvierte ihr erstes Masterstudium im Fach „Modern History“ im Jahr 1978 an der Jawaharlal Nehru University in Neu-Delhi und erlangte drei Jahre später den Master in „English Literature“ an der University of Allahabad.[2] Sara Rai ist die Enkelin von Dhanpat Rai Shrivastava (1880–1936), besser bekannt als Premchand, der als Pionier der modernen Hindi-Literatur gilt. Ihr Vater, der Kritiker und Maler Shripat Rai (1916–1994), war Herausgeber der Literaturzeitschrift Kahaani (hrsg. zwischen 1937–39 und 1953–79), in der viele Autoren der Nayi Kahani (Nayī Kahānī)[3] Bewegung, darunter auch Nirmal Verma, ihre Kurzgeschichten veröffentlichten.

Literarisches Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren ersten Band mit Hindi-Kurzgeschichten veröffentlichte Sara Rai 1997 unter dem Titel Abaabil ki uraan (Schwalbenflug). 2005 folgte Biyabaan mein (In der Wildnis). Ihr erster und bisher einziger Roman erschien 2010 unter dem Titel Cheelwali kothi (Das Milanenhaus). Ein weiterer Band mit zumeist bereits veröffentlichten Erzählungen wurde 2015 unter dem Titel Bhulbhulaiyan (Labyrinth) veröffentlicht.

Wie auch die mit ihr befreundete Literatin Geetanjali Shree (Mai)[4] repräsentiert Sara Rai eine Generation indischer Autorinnen, die verschiedenste Einflüsse aus der europäischen, amerikanischen und indischen Literatur in ihr Werk integrieren. Rai thematisiert neben der nostalgischen Erinnerung an vergangene Zeiten auch die Ambiguität zeitgenössischer Entwicklungen in Indien. Ein Merkmal von Rais Schreiben ist ihr flexibler Umgang mit unterschiedlichen Registern des sogenannten Hindustani: Je nach Hintergrund der Protagonistinnen und Protagonisten überwiegt mal Urdu-, mal Hindi-Vokabular.[5]

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fiktionale Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Bhulbhulaiyan. Surya Prakashan Mandir, Bikaner.
  • 2010: Cheelwali kothi (cīlvālī koṭhī). Harper Hindi. Rpt, Delhi 2015. Rajkamal Prakashan, Delhi.
  • 2005: Biyabaan Mein (biyābān meṃ). Rajkamal Prakashan, Delhi.
  • 1997: Abaabeel ki udaan (abābīl kī uṛān). Rajkamal Prakashan, Delhi.

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2019: Blue Is Like Blue: Stories by Vinod Kumar Shukla, übers. und hrsg. von Sara Rai und Arvind Krishna Mehrotra. HarperCollins, Delhi.
  • 2013: Premchand’s Kazaki and other Marvellous Tales, übers. und hrsg. von Sara Rai. Book Mine, Hachette India, Delhi.
  • 2003: Hindi. Handpicked Fictions, übers. und hrsg. von Sara Rai. Katha, Delhi.
  • 2000: Babbarsingh and His Friends. Novella for Children by Shrilal Shukla, übers. und hrsg. von Sara Rai. Scholastic India, Delhi.
  • 1999: Imaging the Other, übers. und hrsg. von Sara Rai und mit GJV Prasad. Katha, Delhi.
  • 1996: Bohlu and Golu. Novella for Children by Pankaj Bisht, übers. und hrsg. von Sara Rai. National Book Trust of India, Delhi.
  • 1990: The Golden Waistchain, übers. und hrsg. von Sara Rai. Penguin, Delhi.

Ausgewählte Essays und Erzählungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013: Reading Godaan (essay). In: Sebastian, Siddan (Hrsg.): 50 Writers 50 Books. Harper Collins, Delhi.
  • 2011: Vagabond Beneath the Stars von Gyanranjan (aus dem Hindi übers.). In: Arvind Krishna Mehrotra (Hrsg.): The Last Bungalow: Writings on Allahabad. Penguin, Delhi.
  • 2003: Our Small World von Sara Rai (aus dem Hindi übers.). In: Sara Rai (Hrsg.): Hindi Handpicked Fictions. Katha, Delhi.
  • 1979: Realism as a Creative Process: Features of Munshi Premchand’s Ideology (Essay). In: Social Scientist, Delhi.

Deutsche Übersetzungen von Sara Rai[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Labyrinth. Erzählungen. Übersetzung aus dem Hindi und Nachwort von Johanna Hahn. Draupadi Verlag, Heidelberg 2019.
  • Labyrinth (Erzählung). In: Johanna Hahn: In der Wildnis. Kommentierte Übersetzung und Interpretation moderner Hindi-Kurzgeschichten von Sara Rai. Regiospectra Verlag, Berlin 2013, S. 11–30.
  • An der Kante (Erzählung). In: Johanna Hahn: In der Wildnis. Kommentierte Übersetzung und Interpretation moderner Hindi-Kurzgeschichten von Sara Rai. Regiospectra Verlag, Berlin 2013, S. 31–55.
  • Amarvallari (Erzählung). In: Johanna Hahn: In der Wildnis. Kommentierte Übersetzung und Interpretation moderner Hindi-Kurzgeschichten von Sara Rai. Regiospectra Verlag, Berlin 2013, S. 57–65.
  • Die Brücke aus dem Nichts ins Nirgendwo (Erzählung). In: Johanna Hahn: In der Wildnis. Kommentierte Übersetzung und Interpretation moderner Hindi-Kurzgeschichten von Sara Rai. Regiospectra Verlag, Berlin 2013, S. 67–77.
  • Mauern (Erzählung). In: Ulrike Stark (Hrsg.): Mauern und Fenster. Neue Erzählungen aus Indien. Draupadi Verlag, Heidelberg 2006, S. 11–22.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzporträt von Sara Rai. (PDF; 219 kB) Literaturforum Indien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rai wurde zwei Mal der Katha Translation Award (1997, 2003) und der A K Ramanujan Award (2000) verliehen.
  2. a b Johanna Hahn: In der Wildnis. Regiospectra Verlag, Berlin 2013, S. 151 (kommentierte Übersetzung und Interpretation moderner Hindi-Kurzgeschichten von Sara Rai).
  3. Nikhil Govind: Nayi Kahani. In: Routledge Encyclopedia of Modernism. Routledge, 9. Mai 2016, abgerufen am 14. November 2018 (englisch).
  4. Geetanjali Shree: Mai. Draupadi Verlag, Heidelberg 2010.
  5. Johanna Hahn: In der Wildnis. Regiospectra Verlag, Berlin 2013, S. 93–96 (kommentierte Übersetzung und Interpretation moderner Hindi-Kurzgeschichten von Sara Rai).
  6. Sara Rai erhält Coburger Rückert-Preis. In: inFranken.de. 11. Februar 2019, abgerufen am 18. Februar 2019.