Saraha

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Dieser Artikel behandelt den indischen Buddhisten. Die gleichnamige schwedisch-tansanische Sängerin wird unter SaRaha beschrieben.
Saraha mit Pfeil

Saraha (8. Jahrhundert) ist einer der mahâsiddhas (vergleiche siddhi) des indischen tantrischen Buddhismus, der Verfasser mystischer Gesänge und einer der Begründer der indisch-tibetischen mahâmudrâ-Linie, einer dem Zen ähnlichen Tradition der Meditation.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saraha lebte im späten 8. Jahrhundert n. Chr.; er war Zeitgenosse des Königs Dharmapâla (769-809; Pala-Dynastie) und einer der bedeutendsten indischen Yogis. Er entstammte einer bengalischen Brahmanenfamilie und wurde erzogen, ein buddhistischer Mönch zu werden. Es ist unklar, ob er des Klosters verwiesen wurde, weil er sich dem Trunk ergab oder sich ähnliche Verletzungen der mönchischen Regeln zuschulden kommen ließ, oder ob er aus eigenem Entschluss den Orden verließ. Er wurde zu einem umherziehenden Yogi und Schüler Ratnamatis, der ihn in das Guhyasamâjatantra und die Methoden, die in den feinstofflichen Kanälen (Sanskrit: nâdî, vergleiche Nadi (Yoga)) befindlichen Kräfte zu benutzen, einweihte. Nachdem er eine Gefährtin gefunden hatte, arbeitete er als Pfeilschmied. Daher wird er stets mit einem Pfeil in der Hand dargestellt.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saraha ist der Verfasser zahlreicher mystischer Lieder (Sanskrit: dohâ), in denen er sich gegen Buchstabenglauben und überkommene Gebräuche ausspricht und für einen direkten, persönlichen Weg:

„Durch eben dies, durch das man geboren wird, lebt und stirbt,
durch eben dies erlangt man die höchste Glückseligkeit.
Doch obgleich Saraha diese tiefen, geheimnisvollen Worte ausspricht,
scheint diese dumme Welt sie nicht zu verstehen.“

Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Saraha geht eine der mahâmudrâ-Überlieferungslinien weiter zu Savari, Luipada, Dengri, Vajraghanta, Kambala, Jalandhara, Krsnacarya, Vijayapada, Tilopa, Naropa, Marpa, Milarepa, Gampopa und dem ersten Karmapa.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert V. Guenther: The Royal Song of Saraha. A Study in the History of Buddhist Thought. University of Washington Press, Seattle and London 1969.
  • David Snellgrove: Saraha’s Treasury of Songs. In: Edward Conze: Buddhist Texts through the Ages. Philosophical Library, New York 1954. (Deutsch: Im Zeichen Buddhas. Buddhistische Texte. Fischer Bücherei, Frankfurt/Main und Hamburg 1957.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]