Wahlkreis Sarganserland

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Wahlkreis Sarganserland
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: St. Gallen (SG)
Hauptort: Sargans
BFS-Nummer: 1725
Fläche: 517.92 km²
Einwohner: 39'842[1] (31. Dezember 2015)
Bevölkerungsdichte: 76.9 Einw. pro km²
Karte
Karte von Wahlkreis Sarganserland

Der Wahlkreis Sarganserland ist eine Untereinheit des Kantons St. Gallen in der Schweiz, die nach der neuen Kantonsverfassung vom 10. Juni 2001 ab 1. Januar 2003 gebildet wurde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wahlkreis ist identisch mit dem früheren Bezirk Sargans. Er erstreckt sich über den südlichsten Teil des Kantons St. Gallen und umfasst damit eine Region, die auch unter dem Namen St. Galler Oberland bekannt ist.

Er umfasst folgende Gemeinden:

Wappen Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dezember 2015)
Fläche
in km²
Bad Ragaz Bad Ragaz 5739 25.37
Flums Flums 4869 75.03
Mels Mels 8620 139.16
Pfäfers Pfäfers 1573 128.53
Quarten Quarten 2846 61.90
Sargans Sargans 6026 9.48
Vilters-Wangs Vilters-Wangs 4649 32.70
Walenstadt Walenstadt 5520 45.75
Total (8) 39'842 517.92

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sarganserland oder St. Galler Oberland war von 1460 bis 1798 eine Gemeine Herrschaft in der Alten Eidgenossenschaft und von 1803 bis 2002 der südlichste Bezirk des Kantons St. Gallen. Seit 2003 bildet die Region einen Wahlkreis, der die Gemeinden Sargans, Vilters-Wangs, Bad Ragaz, Pfäfers, Mels, Flums, Walenstadt und Quarten umfasst.

Grafschaft Sargans und Alte Eidgenossenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sarganserland ist eine historisch gewachsene Kulturregion mit eigener Identität. Bestimmend dafür war die Zugehörigkeit zur ehemaligen Grafschaft Sargans (13.–15. Jahrhundert) bzw. zur eidgenössischen Landvogtei Sargans als Gemeiner Herrschaft der Eidgenossenschaft (15.–18. Jahrhundert).

Hauptartikel: Grafschaft Sargans

Teil des Kantons St. Gallen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits zu Beginn der Helvetik zerschlugen sich die Pläne für einen eigenen Kanton. 1803 wurde das Sarganserland zum neu gegründeten Kanton St. Gallen geschlagen. Das Sarganserland ist bis heute eine eigenständige und politisch und kulturell starke Kantonsregion. Das Kloster Pfäfers war bis zu ihrer Aufhebung im Jahr 1838 kirchlich-religiöses und kulturelles Zentrum. Seit 1847 gehört das Sarganserland zum neu gegründeten Bistum St. Gallen.

Dank den ausgedehnten Alpflächen waren bis weit ins 19. Jahrhundert Viehzucht und -handel Haupterwerbszweig der Bevölkerung. Mit dem Aufkommen der Eisenbahn – 1858 wurde die Bahnstrecke Chur–St. Margrethen, 1859 die Strecke Ziegelbrücke–Sargans eröffnet – verloren Fuhrwesen und die Walenseeschifffahrt an Bedeutung. Das Sarganserland war eine wichtige Bergbauregion: Bis 1966 wurde am Gonzen Eisenerz gefördert. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gewann die Textilindustrie an Bedeutung. Trotzdem wies das Sarganserland eine überdurchschnittliche Auswanderung auf. Ab 1870 brachte der Badebetrieb in Bad Ragaz einen touristischen Aufschwung.

Während des Zweiten Weltkriegs errichtete die Armee das Festungsgebiet Sargans. 1954 wurde die Sarganserländische Talgemeinschaft gegründet, um die Interessen der Region zu wahren. Dank ihrer Unterstützung konnte 1963 die Kantonsschule Sargans eröffnet werden. Mit den Autobahnen A3 und A13 konnten die Verkehrsverbindungen nach Zürich und in die Kantonshauptstadt St. Gallen verbessert werden. 1971 bis 1978 wurde das Speicherwerk der Kraftwerke Sarganserland erbaut.[2]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sarganserland gibt es das Printmedium Sarganserländer sowie das aus Radio Ri hervorgegangene Radio FM1.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mathias Bugg: Sarganserland. In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein. Vaduz/Zürich 2013, Band 2, S. 810.
  • Wolfgang Göldi: Sarganserland. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Werner Manz: Volksbrauch und Volksglaube des Sarganserlandes (= Schriften der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde. 12). Basel 1916.
  • Werner Manz: Beiträge zur Ethnographie des Sarganserlandes. In: Jahresberichte der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in Zürich 13 (1912–1913), S. 13–160 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sarganserland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Wolfgang Göldi: Sarganserland im Historischen Lexikon der Schweiz