Sari (Kleidung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frau im Sari

Der Sari (Hindi, f., साड़ी, sāṛī, englisch auch saree) ist ein indisches Kleidungsstück für Frauen. Der Sari ist ein Beispiel für ein traditionelles Kleidungsstück (Tracht), das in Indien, Sri Lanka, Bangladesch, Nepal und auch in einigen Gebieten Pakistans heute noch sehr oft im Alltag getragen wird. In Pakistan wird der Sari hauptsächlich für besondere Anlässe wie Hochzeiten oder sonstigen Festen getragen, was auch in Indien, Sri Lanka, Bangladesch und Nepal üblich ist.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sari besteht aus einem fünf bis sechs Meter (in Extremfällen bis zu neun Meter) langen ungenähten, rechteckigen Tuch, das an einem Ende oft eine breite Schmuckborte von anderer Farbe aufweist. Diese Stoffbahn kann man grundsätzlich in drei Zonen unterteilen, den Paluv (auch Pallu), das Schulterstück, das am dekorativsten gestaltet ist, dann den Korpus des Saris, der sowohl schlicht als auch sehr dekorreich ausgeführt sein kann, und die abschließende Schmuckborte am fußläufigen Saum. Unter dem Tuch trägt man einen langen Unterrock. Am Oberkörper trägt man meist eine kurze feste Bluse namens Choli (f., चोली, colī), die vorne zugeknöpft wird.

Traditionell wird der Sari aus Baumwolle hergestellt, da dieser Stoff vergleichsweise günstig und leicht zu produzieren ist. Der Sari wird auch traditionell aus Seide hergestellt, deren Herstellung wesentlich komplizierter und teurer ist. Durch die hohen Kosten des Stoffes werden Saris aus Seide hauptsächlich von Frauen der Mittelschicht und der Oberschicht getragen, während für die Unterschicht dies nur für besondere Anlässe wie Hochzeiten oder sonstigen Festen der Fall ist. Der Sari wird heute oft durch die Massenproduktion aus einer Mischung des synthetischen Stoffes Polyester und Baumwolle oder Seide hergestellt.[1]

Es gibt viele Varianten, einen Sari zu tragen. Sie unterscheiden sich von Kultur zu Kultur, so dass man die Herkunft der Trägerin auch an der Art und Weise des Tragens der Kleidung erkennen kann. In Gujarat beispielsweise hängt das Ende des Saris nicht hinten herunter, sondern vorne. Daneben gibt es auch Tragemoden, die dem Wandel der Zeit unterliegen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus welchem Stoff werden Saris gefertigt? indische-kleider.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maria Blechmann-Antweiler: Saris. Katalog zur Ausstellung in der Universitätsbibliothek Trier, Trier 2007, Matergloriosa, ISBN 978-3-9811323-7-3
  • Martand Singh: Sari - Das schönste Kleid der Welt. Köln 2012. ISBN 978-3-8321-9458-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien