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Sarojini Naidu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sarojini Naidu, 1912
Mahatma Gandhi, Mithuben Petit und Sarojini Naidu während des Salzmarsches, 1930
Sarojini Naidu, links im Bild, 1932

Sarojini Naidu anhören/? (* 13. Februar 1879 in Hyderabad als Sarojini Chattopadhyay; † 2. März 1949 in Lucknow) war eine indische Dichterin, Rednerin, Frauenrechtlerin und Politikerin der antikolonialen Bewegung.[1][2] Sie war die erste Inderin an der Spitze des Indian National Congress und die erste Frau im Gouverneursamt eines indischen Gliedstaats nach der Unabhängigkeit.[3]

Sarojini entstammte einer bengalischen Brahmanen-Familie.[4] Geboren wurde sie als Tochter des Wissenschaftlers und Bildungsreformers Aghorenath Chattopadhyay und der Dichterin Barada Sundari Devi.[5] Sie war das älteste von acht Kindern von Chattopadhyay.[4] Zu ihren jüngeren Geschwistern gehören der Revolutionär Virendranath Chattopadhyay (1880–1937) und der Dichter und Schauspieler Harindranath Chattopadhyay (1898–1990). Das Familienhaus Golden Threshold in Hyderabad steht bis heute für das enge Zusammenspiel von Bildung und Literatur, das ihre Herkunft prägte.[6]

Bereits als Jugendliche schrieb sie literarische Texte; ihr persisches Drama Maher Muneer machte früh auf ihr Talent aufmerksam.[7] Sie studierte an der Universität Madras. In den 1890er-Jahren erhielt sie ein Stipendium für ein Studium in England und besuchte das King’s College London sowie später das Girton College in Cambridge.[2]

Im Jahr 1898 heiratete sie den Arzt Govindarajulu Naidu; diese Liebesheirat und kastenübergreifende Ehe war für die damalige Zeit ungewöhnlich.[8] Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, darunter Padmaja Naidu (1900–1975), die ebenfalls Politikerin wurde.

Sie starb am 2. März 1949 in Lucknow, während sie noch das Gouverneursamt ausübte.[2] Sie wurde in Lucknow bestattet.[9]

Literarisch wurde Naidu mit der 1905 erschienenen Sammlung The Golden Threshold bekannt; weitere oft genannte Werke sind The Bird of Time, The Broken Wing und The Gift of India.[3] Ihre Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt.[9]

Durch ihre Zeit in England hatte Naidu die Suffragettenbewegung kennengelernt und begann sich nach der Teilung Bengalens 1905 aktiv politisch in der indischen Unabhängigkeitsbewegung einzusetzen; besonders zwischen 1915 und 1918 bereiste sie weite Teile Indiens, um über Nationalismus, soziale Reformen und die politische Teilhabe von Frauen zu sprechen.[4][2] Sie organisierte 1908 eine Konferenz, auf welcher das Wiederverheiratungsrecht von Witwen diskutiert wurde. Wichtig waren ihr auch die friedliche Einigung von Hindus und Moslems.[4]

Nach der Gründung der Woman’s Indian Association 1917 reiste sie im selben Jahr zusammen mit Annie Besant nach London, um die Organisation dort bekannt zu machen.[10] 1925 wurde sie in Kanpur zur Präsidentin des Indischen Nationalkongresses gewählt und war damit als erste Inderin und als zweite Frau in diesem Amt; schon Zeitgenossen sahen darin ein außergewöhnliches Signal für die politische Repräsentation von Frauen.[3][11] 1928 reiste sie in die Vereinigten Staaten, um international für Indiens Unabhängigkeit zu werben, und trat dort als Rednerin vor einem internationalen Publikum auf.[12] 1929 vertrat sie Indien auf dem internationalen Frauenkongress in Berlin.[9]

Als enge Vertraute Mahatma Gandhis kam Naidu eine wichtige Rolle in der Unabhängigkeitsbewegung zu; sie beteiligte sich am Salzmarsch, wurde mehrfach inhaftiert und blieb auch in der Quit-India-Bewegung von 1942 politisch tätig.[5] Für ihr antibritisches Engagement im zur illegalen Organisation erklärten Indischen Nationalkongress verbüßte Naidu in den Jahren 1930 bis 1932 sowie 1942 bis 1943 Haftstrafen.[4]

Nach der Unabhängigkeit übernahm sie am 15. August 1947 das Gouverneursamt der United Provinces, des späteren Uttar Pradesh, und blieb bis zu ihrem Tod 1949 im Amt; sie war damit die erste Frau im Gouverneursamt eines indischen Gliedstaats und verstand dieses Amt nicht nur repräsentativ, sondern auch als politische Aufgabe.[3][8]

Ehrungen und Nachwirkung

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Ihr öffentliches Erbe wirkt bis heute fort: In Indien wird ihr Geburtstag am 13. Februar als Nationaler Frauentag begangen, und ihre Beiträge zu Poesie, antikolonialer Politik und Frauenrechten erinnern bis in die Gegenwart an sie.[3]

  • Die kleine Enzyklopädie, Encyclios-Verlag, Zürich 1950, Band 2, Seite 224
  • Naidu, Sarojini, in: June Hannam, Mitzi Auchterlonie, Katherine Holden: International encyclopedia of women's suffrage. Santa Barbara, California : ABC-Clio, 2000, ISBN 1-57607-064-6, S. 199
Commons: Sarojini Naidu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Remembering Sarojini Naidu, India’s nightingale who endeared millions with her words. In: ThePrint. 13. Februar 2019, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 4 Sarojini Naidu: Poetess, icon of freedom quest. In: Hindustan Times. 25. September 2019, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 4 5 National Women's Day 2021: Political leaders remember Sarojini Naidu. In: Hindustan Times. 13. Februar 2021, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 4 5 6 Reena Jain: Biografie SAROJINI NAIDU (1879–1949) (engl.).
  5. 1 2 Sarojini Naidu Birth Anniversary:कौन हैं ‘भारत कोकिला’? जानिए सरोजिनी नायडू की उपलब्धियां. In: Amar Ujala. 13. Februar 2025, abgerufen am 15. April 2026 (Hindi).
  6. A historic home that shaped education in Hyderabad. In: The Hindu. 22. April 2023, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  7. Sarojini Naidu birth anniversary: Interesting facts about the ‘Nightingale of India’. In: Hindustan Times. 13. Februar 2020, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  8. 1 2 Beyond poetry: Sarojini Naidu, India's first female governor and freedom icon. In: India Today. 13. Februar 2025, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  9. 1 2 3 4 5 Antonius Lux (Hrsg.): Große Frauen der Weltgeschichte. Tausend Biographien in Wort und Bild. Sebastian Lux Verlag, München 1963, S. 353.
  10. Indian National Congress: Mrs. Sarojini Naidu. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. September 2020; abgerufen am 10. Mai 2020 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Why the women's reservation bill must be revived. In: The Telegraph. 24. November 2018, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  12. ‘She makes us proud’: Sarojini Naidu’s 1928 speech in the US goes viral. In: The Indian Express. 7. Februar 2023, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).