Saronno

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Saronno
Wappen
Saronno (Italien)
Saronno
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Varese (VA)
Lokale Bezeichnung Sarònn
Koordinaten 45° 38′ N, 9° 3′ OKoordinaten: 45° 38′ 0″ N, 9° 3′ 0″ O
Höhe 212 m s.l.m.
Fläche 10,86 km²
Einwohner 39.351 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 3.623 Einw./km²
Postleitzahl 21047
Vorwahl 02
ISTAT-Nummer 012119
Volksbezeichnung Saronnesi
Schutzpatron San Pietro und San Paolo (29. Juni)
Website Saronno

Saronno ist eine Stadt mit 39.351 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in der Provinz Varese in der italienischen Region Lombardei.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Saronno liegt nordwestlich von Mailand, auf halbem Weg zum Flughafen Mailand-Malpensa. Die Entfernung von der Alpen-Südkante im Norden beträgt ca. 40 km.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Saronno grenzt im Norden an Rovello Porro, im Nordosten an Cogliate, im Osten an Ceriano Laghetto und Solaro, im Süden an Caronno Pertusella und Origgio sowie im Westen an Uboldo und Gerenzano.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Innenstadtbereich um das Stadtzentrum herum befinden sich die Zonen Prealpi (nördlich), Piscina (östlich) und Santuario (westlich). Der kleine Fluss Lura durchzieht die Stadt in Nord-Süd-Richtung und ist im Stadtkern meist überbaut.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Teil des italienischen Kernlandes entfernt von Küsteneinfluss liegt Saronno in der kontinentalen, semi-humiden, subtropischen Zone (B2sh). Typisch ist für die Gegend eine allgemeine Windarmut mit entsprechender Smog-Problematik, ausgenommen wenige diskret auftretende Starkwindtage. Der mäßige Niederschlag fällt inhomogen und konzentriert sich auf einzelne, ergiebige Schauer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage wurde erstmals im Jahre 796 dokumentarisch erwähnt. Im besagten Dokument erklärt Johannes de Vico Salomno, für die Verpfändung seiner Güter "Vico Salomno" von Erminaldo einen Geldbetrag erhalten zu haben. Im Nachgang trug die Ansiedlung verschiedene Namen, darunter Solomno, Serogno, Sorogno, Serono und Sarono. Eine Pestwelle suchte die Stadt 1629 heim und forderte 1.500 Opfer. Ein Brand zerstörte am 18. März 1827 das Viertel San Cristoforo, woran heute noch das Monumento della Riconoscenza erinnert. 1879 stellt mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Saronno-Mailand den Beginn weiteren Aufschwungs dar. Saronno gehörte bis 1927 zum Gebiet Mailands, wurde dann aber der Provinz Varese zugeordnet und belegt darin seitdem eine extreme Südost-Randlage. Sprachlich verfügt die Stadt über ihren eigenen Lokaldialekt, dessen umgangssprachliche Ausdrücke, Sprichwörter und Spitznamen des 19. und 20. Jh. in Buchform beschrieben sind (Saronno in dialetto von Giuseppe Radice, Istituto Prealpi Saronno).

Theater und Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwähnenswert ist das Theater Giuditta Pasta im Stadtviertel Santuario. Neben Theater und Kinderaufführungen stellen auch Tanzensembles anderer Städte dort ihr Können unter Beweis. Saronno verfügt über zwei kommerzielle Kinos (Multisala Saronnese, v. S. Giuseppe) und das Cinema Pellico (v. P.L. Monti). Das Programmkino Cinema Prealpi rundet das Angebot ab.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum Giuseppe Giannetti zeigt Porzellan, Maiolika und Keramik aus der Sammlung des gleichnamigen Saronneser Industriellen. Es ist eines der bedeutendsten seiner Art in Europa. Darüber hinaus befindet sich an der Via Rimembranze ein Eisenbahnmuseum.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Peter und Paul

An der zentralen Piazza della Libertà liegt die Hauptkirche St. Peter und Paul. Im Westen befindet sich die Chiesa di S. Francesco.

San Francesco, Saronno

Im Stadtviertel Santuario liegt die Kirche Santuario della Beata Vergine dei Miracoli, deren Grundsteinlegung im Jahr 1498 stattfand. Projektierung und Bauleitung des Renaissancebaus erfolgten durch Giovanni Antonio Amadeo, der auch am Bau des Mailänder Doms mitwirkte. Der Legende nach wurde ein junger Saronneser namens Pedretto nach mehreren Jahren der Bettlägerigkeit an diesem Ort wunderhaft von der Mutter Gottes geheilt, die ihn dann aufforderte, ihr zu Ehren eine Kirche zu errichten. In der Mitte des 16. Jh. begannen Arbeiten zu einer baulichen Erweiterung, da die Kirche für die vielen Pilger zu klein geworden war.

Kirchturm in Santuario

Weitere drei Kirchen im Stadtgebiet sind die Chiesa di Sant'Antonio Abate, die Chiesa Prepositurale dei Santi Pietro e Paolo und die Chiesa di San Giacomo. Neben den Sakralbauten sind auch der Palazzo Visconti, die Casa Morandi, die Casa Canonico und die Villa Gianetti sehenswert. Letztere gehört der gleichnamigen Familie und wurde um 1920 erbaut. Bereits 1923 wurde sie der Stadt übereignet, um zum Dienstsitz des Bürgermeisters zu werden.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Teile dieses Abschnitts scheinen seit 2008 nicht mehr aktuell zu sein: Ist der Innenstadtpark 2008 fertig geworden?.
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Der Stadtpark an der Piazza d’Italia gibt sich bescheiden. Ein neuer, großer Innenstadtpark soll 2008 im Südwesten auf einem ehemaligen Industrieareal entstehen. Saronnos Hauspark ist der nördlich der Stadt gelegene PARCO DEL LURA, der erst unlängst sehr ansprechend gestaltet wurde. Er beinhaltet neben Radwegen nordwärts bis nach Cadorago auch einen stadtnah gelegenen Trimm-dich-Pfad, Anlagen zum Picknicken und Spielwiesen. Versteckter Zugang: Von Saronno her der Via Don Volpi nordwärts folgen. Mit dem PARCO GROANE erreicht man 2 km östlich der Stadt bei Ceriano Laghetto ein weitläufiges flaches Naturgelände, das sich bis zum 15 km südlich gelegenen Bollate ausdehnt. Auf ausgeschilderten Wegen sowie Waldpisten im teils urwüchsigen Gelände kommen Radfahrer und Mountainbiker auf ihre Kosten. Die Website enthält eine gute Karte von Nord- und Südteil zur Orientierung.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in weiten Teilen Italiens nimmt der Fußball (Calcio) eine zentrale Bedeutung des Kommunalsports ein. Saronno hat vier Fußballvereine: FBC Saronno, Amor Sportiva, Robur Saronno und Saronno Calcio.

Amaretto di Saronno

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Amaretto Disaronno ist der Stadtname auch jenseits Italiens Grenzen bekannt. Die Amaretti genannten Mandelmakronen sind ebenfalls eine besondere Spezialität Saronnos und werden originär von der Firma Lazzaroni hergestellt und vertrieben. Die kleinen, harten Makronen werden typischerweise in Kaffee getaucht und dann verzehrt. Mit den Amaretti Morbidi sind sie aber auch in weicheren Variante verfügbar - mit Zitronen- oder Mandarinenaroma.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saronno Hauptbahnhof mit Malpensa Express

Saronno ist Knotenpunkt von Ferrovie Nord Milano, welche die Bahnverbindungen zwischen Mailand einerseits sowie Como, Varese, Laveno und Novara andererseits betreibt. Der Sonderzug Malpensa Express bindet die Stadt ideal an den im Jahr 2000 eröffneten neuen Großflughafen Mailand-Malpensa an. Die Fahrtzeit beträgt 20 Minuten. Über die Autobahn A9 Mailand-Como-Bellinzona (CH) ist auch eine Fernstraßenverbindung mit eigener Abfahrt vorhanden, die die Landstraßenzufahrten aus Monza (Osten), Busto Arsizio (Westen), Como (Norden) bzw. Garbagnate (Süden) ergänzt. Bei Lainate, südlich von Saronno, mündet die A9 in die A8, welche Mailand mit Varese und dem Lago Maggiore verbindet.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Piazza Santuario befindet sich die Civica Sala consigliare e Università.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saronno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Saronno – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.