Sarpol-e Sahab

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Sarpol-e Sahab
Sarpol-e Sahab (Iran)
Sarpol-e Sahab
Basisdaten
Staat: Iran Iran
Provinz: Kermānschāh
Koordinaten: 34° 28′ N, 45° 52′ OKoordinaten: 34° 28′ N, 45° 52′ O
Höhe: 550 m
Einwohner: 45.481 (2016[1])
Zeitzone: UTC+3:30

Sarpol-e Sahab (persisch سرپل ذهاب, DMG Sarpol-i Ẕahāb, kurdisch سەرپێڵی زەهاو Serpêllî Zehaw) ist eine Stadt in der iranischen Provinz Kermānschāh in der Nähe der Grenze zum Irak. Sie steht an der Stelle des historischen Hulwan und ist damit das Tor zum geschichtsträchtigen Paitak Pass, der über das Zāgros-Gebirge ins Iranische Binnenbecken führt.[2][3] Die Hauptstadt des gleichnamigen Verwaltungsbezirks liegt im Zāgros-Gebirge und ist mehrheitlich von Kurden bewohnt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der nordöstlichen Stadtgrenze sind vier Reliefs aus zu sehen, die den lullubäischen König Anubanini darstellen. Sie stammen aus der Zeit von 2000 v. Chr. und sind die ältesten bekannten Felsreliefs des Iran. Ein fünftes, jüngeres Relief bildet einen Herrscher namens Gotarzes ab, vermutlich Gotarzes II.[4]

Früher bestand an der Stelle der Stadt die antike Ortschaft Hulwan, die im 7. Jahrhundert verlassen wurde.[5]

Die Stadt war während des Iran-Irak-Kriegs heftig umkämpft und wurde dabei fast völlig zerstört. Nach dem Krieg wurde die Stadt wieder aufgebaut.

Unter Mahmud Ahmadineschad wurden hier bis 2007 hunderte Wohnungen im Rahmen des sozialen Wohnbauprojekts Mehr (Fārsī für Nächstenliebe) errichtet.[6] Während des Erdbebens im November 2017 wurde die Stadt erneut schwer beschädigt. Besonders viele Todesopfer waren in den Neubauten aus der Zeit Ahmadineschads zu beklagen.[7] Präsident Hassan Rohani meinte dazu: „Dass privat gebauten Häuser intakt geblieben sind, während die vom Staat errichteten Gebäude schwer beschädigt wurden, deutet auf Korruption hin.“ Er kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen zu wollen.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fluss Alwand, der durch die Stadt fließt, bildet etwa 10 Kilometer stromaufwärts den Piran Wasserfall, mit etwa 100 Metern Fallhöhe einer der höchsten Wasserfälle im Iran.[9]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sarpol-e Sahab – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Brinkhoff: Sarpol-e Dhahāb in Sarpol-e Dhahāb (Kermanshah). In: www.citypopulation.de. 1. Juli 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017.
  2. L. Lockhart: Ḥulwān (= The Encyclopedia of Islam, New Edition. Volume III: H–Iram). BRILL, Leiden/New York 1986, ISBN 90-04-08118-6, S. 571–572 (brillonline.com).
  3. Walther Hinz: Iranische Reise. Eine Forschungsfahrt durch das heutige Persien (= Deutsche Sehen die Welt!). Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde 1938, S. 15 f.
  4. Sar-e Pol-e Zahab. In: Livius.org. 17. August 2015, abgerufen am 5. Dezember 2017 (englisch).
  5. Johan Åhlfeldt: About: [Hulwan]/Valashfarr/Beth Lashpar/Chala/Albania, Sar Pol-i Zohab. In: Digital Atlas of the Roman Empire. 21. Februar 2016, abgerufen am 4. Juli 2021 (englisch).
  6. Nasser Karimi, Amir Vahdat: Quake kills 430 in Iranian border region rebuilt after war. In: Los Angeles Times. 15. November 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017 (englisch).
  7. Saeed Kamali Dehghan: Officials raise Iran-Iraq earthquake death toll to at least 530. In: The Guardian. 14. November 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017 (englisch).
  8. Maroder staatlicher Wohnungsbau. Bei Irans Erdbebenopfern wächst die Wut. In: n-tv. 15. November 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017.
  9. Top Highest Waterfalls in Iran. In: realiran.org. 7. Januar 2016, abgerufen am 5. Dezember 2017 (englisch).