Sasbach am Kaiserstuhl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl
Sasbach am Kaiserstuhl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl hervorgehoben
Koordinaten: 48° 8′ N, 7° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Emmendingen
Höhe: 181 m ü. NHN
Fläche: 20,78 km²
Einwohner: 3388 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79361
Vorwahlen: 07642 Jechtingen 07662Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: EM
Gemeindeschlüssel: 08 3 16 038
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 15
79361 Sasbach am Kaiserstuhl
Webpräsenz: www.sasbach-am-kaiserstuhl.de
Bürgermeister: Jürgen Scheiding
Lage der Gemeinde Sasbach am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen
Frankreich Ortenaukreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Schwarzwald-Baar-Kreis Bahlingen am Kaiserstuhl Biederbach Biederbach Biederbach Denzlingen Elzach Emmendingen Endingen am Kaiserstuhl Forchheim (Kaiserstuhl) Freiamt (Schwarzwald) Gutach im Breisgau Herbolzheim Kenzingen Malterdingen Malterdingen Reute (Breisgau) Rheinhausen (Breisgau) Riegel am Kaiserstuhl Sasbach am Kaiserstuhl Sexau Simonswald Teningen Vörstetten Waldkirch Weisweil Winden im Elztal Wyhl am KaiserstuhlKarte
Über dieses Bild
Sasbach am Kaiserstuhl, Ortsteil Leiselheim, Rathaus

Sasbach am Kaiserstuhl ist eine Gemeinde im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weinbau- und Feriengemeinde Sasbach liegt am Fuße des Kaiserstuhls, direkt an der deutsch-französischen Grenze am Rhein, in der Mitte zwischen dem Schwarzwald im Osten und den Vogesen im Westen, rund 25 Autominuten entfernt von Freiburg im Breisgau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden im Uhrzeigersinn): Wyhl am Kaiserstuhl, Forchheim, Endingen, Riegel, Bahlingen, alle im Landkreis Emmendingen, Vogtsburg, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald sowie Artzenheim und Marckolsheim im französischen Elsass.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Sasbach am Kaiserstuhl, bestehend aus den ehemaligen Gemeinden Jechtingen, Leiselheim und Sasbach, gehören sechs Dörfer, Zinken und Höfe. Zur ehemaligen Gemeinde Jechtingen gehören das Dorf Jechtingen und das Gehöft Sponeck(hof). Zur ehemaligen Gemeinde Leiselheim gehört das Dorf Leiselheim. Zu ehemaligen Gemeinde Sasbach gehören das Dorf Sasbach, der Zinken Am Rhein und das Gehöft Am Eichert. Im Gemeindeteil Jechtingen liegt die abgegangene Burg Sponeck.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1974 wurde die Gemeinde Leiselheim eingemeindet. Die Eingemeindung von Jechtingen erfolgte am 1. Januar 1975. Am 1. März 1997 erhielt die Gemeinde Sasbach ihren heutigen Namen.[3]

Sasbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Siedlungsgeschichte des Hauptortes Sasbach geht bereits auf die Römerzeit zurück, damals wurde auf dem nahe gelegenen Limberg ein Kastell errichtet.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt jedoch aus dem Jahre 839. Im 14. Jahrhundert fiel der Ort an die Habsburger und gehörte danach wie auch Jechtingen bis 1805 zu Vorderösterreich. 1806 wurde Sasbach badisch.

Während Sasbach schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts zum Landkreis Emmendingen (früher Oberamt Emmendingen) gehörte, gehörten Leiselheim und Jechtingen bis zur Eingemeindung zum ehemaligen Landkreis Freiburg.

Rechtsgeschichte hat die Gemeinde in einem Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht geschrieben, in dem sie sich gegen die Errichtung eines Kernkraftwerks auf unmittelbar angrenzender Wyhler Gemarkung wehrte. Im sogenannten Sasbach-Beschluss verwarf das Gericht die Verfassungsbeschwerde der Gemeinde als offensichtlich unbegründet. Seitdem ist klargestellt, dass Gemeinden nicht grundrechtsberechtigt sind, dass insbesondere die Eigentumsfreiheit des Art. 14 GG nicht das Privateigentum schützt, „sondern das Eigentum Privater“.[4]

1976 fand in Sasbach die weltweit erste große Solar- Alternativenergie- und Umweltmesse des BUND und der badisch-elsässischen Bürgerinitiativen statt, die Sonnentage. Der BUND und die Bürgerinitiativen wollten mit der ersten Ökomesse Alternativen zur Atomenergie aufzeigen.

Auf einem Ausläufer des Kaiserstuhls befinden sich die Reste der 1239 erwähnten Burg Limburg.

Jechtingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Jechtingen Funde aus der Jungsteinzeit bestätigen, dass bei Jechtingen am Westrand des Kaiserstuhls schon seit Jahrtausenden Menschen lebten.[5] Später ließen sich in Jechtingen Römer nieder, denn hier verlief wegen eines Rheinübergangs eine wichtige West-Ost-Verbindung der Römer, am nördlichen Rand des Kaiserstuhls entlang in den Schwarzwald (Elztal) hinein. Die Endung „ingen“ zeigt, dass sich nach dem Abzug der Römer Alemannen niederließen. Urkundlich erwähnt wurde der Ort im 13. Jahrhundert. Ab 1350 war Jechtingen habsburgisch, ab 1805 badisch. Jechtingen zählt heute ca. 1100 Einwohner.[6]

Leiselheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Leiselheim Der Ort Leiselheim ist altes fränkisches Königsgut, die Bewohner genossen hier im Mittelalter mehr Freiheiten als anderswo. Die Nähe zur mittelalterlichen Burg Sponeck, der Rheinübergang und auch die römischen Funde zeigen, dass die Umgebung schon seit mehr 2000 Jahren besiedelt ist und von großer Bedeutung war.

Leiselheim gehörte spätestens um 1500 zur Markgrafschaft Baden-Durlach, dem späteren Großherzogtum Baden, und wurde damit in Reformation evangelisch. Leiselheim zählt heute ca. 500 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sasbach am Kaiserstuhl, Rathaus

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,15 % zu folgendem Ergebnis:[7]

FWG 39,7 % 6 Sitze
Freie Bürgerliste 33,6 % 5 Sitze
Neue Liste 26,7 % 4 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und als solcher stimmberechtigter Vorsitzender des Gemeinderats ist seit 2001 Jürgen Scheiding. Er wurde am 28. Juni 2009 bei einer Wahlbeteiligung von 59,0 % für eine weitere achtjährige Amtszeit mit 79,9 % der abgegebenen Stimmen wiedergewählt, wobei er als einziger Kandidat antrat.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sasbach und Jechtingen gibt es jeweils eine römisch-katholische Pfarrgemeinde, in Leiselheim eine evangelische Kirchengemeinde. Die unterschiedliche konfessionelle Ausrichtung der Ortschaften geht auf die unterschiedliche politische Zugehörigkeit der Ortschaften in der Zeit des Heiligen Römischen Reiches zurück.

Kirche St. Martin in Sasbach
Kirche in Jechtingen

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußballverein des Ortes Sasbach ist der FV Sasbach. Die erste Mannschaft des FV Sasbach spielt in der Bezirksliga Freiburg, die zweite Mannschaft in der Kreisliga B.

Im Tennis ist der TC Sasbach ist sportlich aktiv mit Jugend-, Damen- und Herrenmannschaften.

Die Sportstätte des Wasserskiclubs Breisgau an und auf dem Altrhein bei Sasbach am Kaiserstuhl liegt in unmittelbarer Nähe des Grenzüberganges von Sasbach am Rhein nach Marckolsheim in Frankreich.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtgemeinde Sasbach verfügt über eine zweizügige Grundschule. Unterrichtet wird derzeit in den Schulgebäuden der Ortsteile Jechtingen und Sasbach. Das im Ortsteil Leiselheim zur Verfügung stehende Schulgebäude wurde bis Juli 2007 durch die GHS Wyhl genutzt.

In den Ortsteilen Jechtingen und Sasbach gibt es jeweils einen Kindergarten. Diese werden in öffentlicher Trägerschaft durch die Gemeinde betrieben.

In Sasbach gibt es einen wissenschaftlichen Lehrpfad[8]. Es wird die Geschichte, Geologie, Mineralogie, Naturschutz, Wein- und Forstwirtschaft über Tafeln erläutert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus des Künstlers „Albert-o“ in Jechtingen

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf von Habsburg (1218–1291), römisch-deutscher König (R. I.) und Herzog von Österreich (R. I.), Graf von Habsburg (R. IV.)
  • Carl Friedrich Meerwein (1737–1810), deutscher Baumeister und Konstrukteur eines Flugapparats
  • Emil Gött (1864–1908), deutscher Schriftsteller

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Adolf Bühler (1877–1951), deutscher Maler und Professor. Wohnte auf der Sponeck
  • Johann Nepomuk Locherer (1773–1837), Theologe und Hochschullehrer, war in Jechtingen Priester
  • Albert Schneider „Albert-o“, Kunstmaler in Jechtingen

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

360° Panorama - Sasbach und Jechtingen

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Panorama - Sasbach und Jechtingen bei Nacht

Vorlage:Panorama/Wartung/Para4

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Ohmberger: Ortssippenbuch Sasbach am Kaiserstuhl. Personen und Familien des Dorfes. Mit Beiträgen von Ignaz Eberenz, Pfr. Thorsten F. Weil und Thomas H. T. Wieners. Hrsg.: Heimat- und Geschichtsverein Sasbach a. K. e. V. (= Deutsche Ortssippenbücher, Bd. 351, Reihe A: Badische Ortssippenbücher, Bd. 103), Lahr-Dinglingen 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sasbach am Kaiserstuhl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 236–238
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997
  4. BVerfGE 61, 82, 108.
  5. Rolf Dehn: Ein Gräberfeld der Rössener Kultur von Jechtingen am Kaiserstuhl. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 4. Jg. 1975, Heft 1, S. 25–27 (PDF)
  6. Internetauftritt der Gemeinde Sasbach zum Ortsteil Jechtingen, abgerufen am 16. November 2010
  7. Badische Zeitung online vom 8. Juni 2009
  8. Der wissenschaftliche Lehrpfad, abgerufen am 16. November 2010