Sasbachwalden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sasbachwalden
Sasbachwalden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sasbachwalden hervorgehoben
48.6183333333338.1272222222222257Koordinaten: 48° 37′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 257 m ü. NHN
Fläche: 18,13 km²
Einwohner: 2483 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 137 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77887
Vorwahl: 07841
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 118
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchweg 6
77887 Sasbachwalden
Webpräsenz: www.gemeinde-sasbachwalden.de
Bürgermeister: Valentin Doll
Lage der Gemeinde Sasbachwalden im Ortenaukreis
Ill (Elsass) Ill (Elsass) Frankreich Landkreis Rastatt Baden-Baden Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Landkreis Freudenstadt Rheinau (Baden) Lauf (Baden) Sasbach Landkreis Rastatt Landkreis Rottweil Schwarzwald-Baar-Kreis Achern Achern Achern Appenweier Bad Peterstal-Griesbach Berghaupten Biberach (Baden) Durbach Ettenheim Fischerbach Friesenheim (Baden) Gengenbach Gutach (Schwarzwaldbahn) Haslach im Kinzigtal Hausach Hofstetten (Baden) Hohberg Hornberg Kappel-Grafenhausen Kappel-Grafenhausen Kappelrodeck Willstätt Kehl Kehl Kippenheim Kippenheim Kippenheim Lahr/Schwarzwald Lauf (Baden) Lauf (Baden) Lautenbach (Ortenaukreis) Mahlberg Mahlberg Mahlberg Meißenheim Mühlenbach (Schwarzwald) Neuried (Baden) Nordrach Oberharmersbach Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberkirch (Baden) Oberwolfach Offenburg Ohlsbach Oppenau Ortenberg (Baden) Ottenhöfen im Schwarzwald Renchen Renchen Ringsheim Ringsheim Rust (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (Baden) Rheinau (gemeindefreies Gebiet) Sasbach Sasbach Sasbach Sasbachwalden Schuttertal Schutterwald Schwanau Seebach (Baden) Seelbach (Schutter) Steinach (Ortenaukreis) Willstätt Willstätt Wolfach Zell am Harmersbach RheinKarte
Über dieses Bild
Sasbachwalden vom Schelzberg aus, links der Sender Hornisgrinde

Sasbachwalden ist eine Gemeinde im baden-württembergischen Ortenaukreis. Der staatlich anerkannte Kneipp- und Heilklimatische Kurort liegt am Westrand des nördlichen Schwarzwalds.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Sasbachwalden liegt am Westhang der Hornisgrinde im Nordschwarzwald in 172 bis 1164 Meter Höhe zwischen Baden-Baden und Offenburg. Naturräumlich zählt der Westteil des Gemeindegebiets zu den Ortenau-Bühler Vorbergen der Vorbergzone. Daran schließt sich im Schwarzwald das Granit-Grundgebirge des Nördlichen Talschwarzwaldes an, die im Buntsandstein liegenden Höhenbereiche im Osten der Gemeinde gehören zum Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen.[2] Mehr als 70 Prozent der Gemeindefläche bestehen aus Wald.

Das nach Westen offene Tal ermöglicht einen Fernblick über die gesamte Rheinebene bis nach Straßburg und zu den Vogesen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Lauf, im Osten an Forbach im Landkreis Rastatt, im Süden an Seebach und Kappelrodeck und im Westen an die Stadt Achern und an Sasbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Sasbachwalden gehören das Dorf Sasbachwalden, die Weiler Bischenberg, Brandmatt, Hohritt, Oberer Langert, Unterer Langert, Sandweg und Vorstadt (ehemaliger Weiler, mit Sasbachwalden zusammengewachsen), die Zinken Auf der Eck, Birkenhöf, Büchelbach, Hagenberg, Hörchenberg, In den Höfen, Kappelberg, Murberg, Schönbüch, Steilisberg, Vogelsberg und Winterbach, die Höfe Hohenstich, Hurschenacker, Kirschenberg, Schelzberg und Straubenhöf und die Wohnplätze Bachmatt, Breitenbrunnen, Grieseneck, Illenbach, Illengrund, Katzenstein und Lierenbach. Das im Gemeindegebiet liegende, oftmals als abgegangene Ortschaft bezeichnete Oberhäusern existiert weiterhin; als Name für den Weiler wurde ungefähr ab dem Jahr 1800 allerdings, nach den dortigen Hofbesitzern, die Bezeichnungen Dollenhöfe, Straubenhöfe und Birkenhöfe verwendet.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Sasbachwalden wurde 1347 erstmals urkundlich erwähnt. Es kam jedoch nicht zur Ausbildung eines geschlossenen Dorfkerns, sondern der Ort blieb über Jahrhunderte eine Ansammlung von Weilern und Einzelgehöften.

Am 2. Februar 1644 wurde eine neue Dorfordnung erstellt, da „die Alte verloren ging“(!).[4] Unterschrieben wurde diese vom Schultheißen des Gerichtes Sasbach, Hans Friedrich Fritz, vom Heimburger zu Sasbachwalden, Michael Ebler, sowie den Sasbachwaldener Zwölfern Mathias Wörner, Hans Dietrich, Hans Bürk, Veit Straub und Hans Basler. Im ersten Teil dieser Dorfordnung sind die „Statuten, wonach der Heimburger sich zu verhalten hat“ aufgeführt. Der zweite Teil betrifft u. a. die Aufgaben der Zwölfer sowie die jährlichen Wahlen des Heimburgers, des Viehhirts und des Schweinehirts.

Sasbachwalden war bis zum Jahre 1803 bischöflich-straßburgisch; es gehörte zum Hochstift Straßburg, dem weltlichen Gebiet des Bischofs von Straßburg. In dessen Verwaltungsstruktur gehörte Sasbachwalden zum Oberamt Oberkirch, dort gemeinsam mit den Gemeinden Sasbach, Obersasbach und Sasbachried zum „Gericht Sasbach“.

1818 wurde Sasbachwalden eine selbständige Kommune. Der Ort gehörte bis 1924 zum Amtsbezirk Achern,[5] danach zum Landkreis Bühl. Nach dessen Auflösung 1973 kam er zum Ortenaukreis.

Weiteres siehe auch unter Burg Hohenrod.

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Achern an.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl vom 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis (mit Vergleichszahlen der Wahl 2009):[6]

Parteien und Wählergemeinschaften 2014 2009
Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,0 % 4 51,8 % 6
FWG Freie Wählergemeinschaft 64,0 % 6 48,2 % 6
Gesamt 100 % 10 100 % 12
Wahlbeteiligung 43,3 % 53,7 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Nachdem die bischöflich-straßburgische Herrschaft Oberkirch 1803 an den badischen Staat übergegangen war, wurde zunächst aus jedem Ort mit mindestens 300 Einwohnern eine „Stabhalterei“ mit einem Stabhalter an der Spitze eingeführt. 1809 formte man größere Einheiten, die nun als „Vogteien“ bezeichnet wurden; das jeweilige Gemeindeoberhaupt trug die Amtsbezeichnung Vogt. 1818 wurden schließlich die alten Gerichtsverbände mit dem Schultheißen an der Spitze aufgelöst; aus den bisherigen Vogteien wurden die Gemeinden heutiger Art, wieder mit einem Vogt an der Spitze. 1831 trat eine neue badische Gemeindeordnung in Kraft, seitdem wird der jeweilige Gemeindevorsteher als Bürgermeister bezeichnet.

Sasbachwaldens Gemeindeoberhäupter seit 1803:[7]

  • 1803–1818: Andreas Huber (Stabhalter/Vogt)
  • 1818–1823: Bernhard Fallert (Vogt)
  • 1823–1827: Franz Anton Lorenz (Vogt)
  • 1827–1833: Philipp Lettner (Vogt/Bürgermeister)
  • 1833–1839: Franz Anton Lorenz (Bürgermeister)
  • 1839–1841: Josef Wörner
  • 1841–1847: Johann Georg Berger
  • 1847–1851: Bernhard Geiser
  • 1851–1864: Johann Georg Berger
  • 1864–1868: Franz Decker
  • 1868–1871: Bernhard Wörner
  • 1871–1883: Josef Decker
  • 1883–1891: Leopold Geiser
  • 1891–1900: Valentin Doll
  • 1900–1920: Josef Graber
  • 1920–1934: Andreas Maier
  • 1934–1945: Josef Bruder
  • 1945–1964: Albert Zimmer
  • 1964–1992: Nikolaus Müller
  • seit 1992: Valentin Doll

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Sasbachwalden unterhält mit folgender Stadt eine Städtepartnerschaft:

Justiz[Bearbeiten]

Sasbachwalden gehört zum Bezirk des Amtsgerichts Achern.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gaishölle bei Sasbachwalden

Haupterwerbszweige sind Tourismus, Weinbau, Erzeugung von Schwarzwälder Kirschwasser und hauptsächlich holzverarbeitendes Handwerk. Die Sasbachwaldener Lagen gehören zur Weinbauregion Ortenau im Weinbaugebiet Baden. Die ehemalige Deutsche Weinprinzessin und ehemalige Badische Weinkönigin Andrea Köninger kommt aus Sasbachwalden.

Da es in der Gemeinde weder eine flächendeckende noch eine breitbandige DSL-Versorgung gab, installierte diese in Eigenregie ein Glasfasernetz, das 2011 in Betrieb ging; alle Gebäude sind direkt angebunden (Fibre to the Building), verfügbar sind Bandbreiten bis zu 75 Mbit/s. Das Netz ist Gemeindeeigentum, der Netzbetrieb wurde ausgelagert.[8]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Sasbachwalden führt die Landesstraße 86, die von Achern zur Schwarzwaldhochstraße (B 500) führt. Sasbachwalden ist in den Tarifverbund Ortenau (TGO) eingegliedert. Tagsüber existieren regelmäßige Linienbusverbindungen nach Achern und in Richtung Schwarzwaldhochstraße und Mummelsee. In Achern besteht in der Regel Anschluss an das Netz der Deutschen Bahn mit Verbindungen nach Karlsruhe (nördliche Richtung) und nach Offenburg (südliche Richtung). Dank der Konus-Gästekarte können die Übernachtungsgäste in Sasbachwalden im Schwarzwald kostenlos Bus und Bahn fahren.

Tourismus[Bearbeiten]

Das Blumen- und Weindorf Sasbachwalden hat einen denkmalgeschützten Ortskern. Die 20 ortsansässigen gastronomischen Betriebe, von der Winzerstube bis zu dem mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Gourmetrestaurant Fallert, sind für ihre badische Küche bekannt. Weitere Attraktionen sind das Erlebnisfreibad mit beheizten Schwimmbecken und einer 55 m Riesenrutsche und das Kurhaus „Zum Alde Gott“ mit verschiedensten Veranstaltungen, darunter das Musikfestival TON:arten. Die Gaishöll-Wasserfälle und die Burgruine Hohenrode sind bekannte Wanderziele. Die 9,7 km lange Alde Gott Panoramarunde ist als Premiumwanderweg zertifiziert.[9]

Weinbau[Bearbeiten]

Der Weinbau ist neben dem Tourismus die wichtigste Einnahmequelle für den Ort. Es gibt die vier Weinbetriebe Alde Gott Winzer eG, das Weingut Königsrain, die Weinkellerei Vierthaler und das Klostergut Schelzberg.

Bildung[Bearbeiten]

Der Ort verfügt über einen Kindergarten und eine Grundschule, die sich beide im Ortszentrum befinden. Weiterführende Schulen besuchen die Sasbachwaldener Schüler in Achern und Sasbach (Gymnasium/Realschule) oder in Achern-Oberachern (Hauptschule).

Flüchtlinge[Bearbeiten]

Im September wurde das Hotel "Bel Air" im Ortsteil Brandrüttel auf 800 Höhenmeter zur BEA (Bedarfsorientierte Erstaufnahmeeinrichtung) für Flüchtlinge umgewandelt. Derzeit ist dieses für 750 Asylsuchende ausgelegt und soll auf 993 Plätze erweitert werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Umwelt-Daten und -Karten Online (UDO) der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, abgerufen am 14. Dezember 2015
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 302–303
  4. Generallandesarchiv Karlsruhe, Signatur 37/208
  5. Wappenbuch Landkreis Bühl, Verlag Konkordia, 1964
  6. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  7. Gemeindearchiv Sasbachwalden
  8. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schwarzwaldgemeinde-nimmt-eigenes-Glasfasernetz-in-Betrieb-1319279.html
  9. Alde Gott Panoramarunde beim Deutschen Wanderinstitut e. V.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sasbachwalden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien