Sascha Spoun

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Sascha Spoun (* 26. Januar 1969 in München) ist ein deutsch-schweizerischer Wirtschaftswissenschaftler und Präsident der Leuphana Universität Lüneburg (Amtszeit: 2006–2020). Zudem wirkt er als Gastprofessor für Universitätsmanagement an der Universität St. Gallen.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spoun studierte Wirtschaftswissenschaften unter anderem in Paris und Politikwissenschaft in Ann Arbor, der University of Michigan Business School, in München an der Hochschule für Politik München, Paris und zuletzt St. Gallen, wo er für zwei Jahre auch Präsident der Studentenschaft war. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes und schloss sein Studium an der Universität St. Gallen mit dem Lizenziat 1994 und der Promotion 1998 ab.

Nach seiner Promotion wurde er Dozent für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen; seit 2004 lehrte er zudem an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich. Seine Forschungsarbeiten widmen sich dem New Public Management wie auch Zielen, Inhalten, Methoden und Ergebnissen der Hochschulentwicklung. Außerdem leitete er in St. Gallen seit 1999 das Reformprojekt „Neukonzeption der Lehre“, eine fundamentale Umstellung des Studiums auf Bachelor und Master sowie die Einführung verschiedener didaktischer wie organisatorischer Innovationen. Er war unter anderem programmverantwortlich für das Kontextstudium (Handlungskompetenz), Startwoche, Coaching- und Mentoringprogramm.

Spoun löste im Mai 2006 das Übergangspräsidium ab, das im Zuge der Fusion zwischen der Fachhochschule Nordostniedersachsen und der Universität Lüneburg aus den beiden Leitungsspitzen der Vorgängereinrichtung gebildet worden war. Dabei wurde ein erster Findungsprozess ohne Ergebnis abgebrochen, nachdem zwei Kandidaten ihre Bewerbung aufgrund von Grabenkämpfen zwischen Anhängern der Alt-Fachhochschule und Alt-Universität zurückgezogen hatten. In einem zweiten Anlauf wurde der emeritierte Professor für Politikwissenschaft Klaus Landfried als Headhunter engagiert. Dieser schlug Ende 2005 Spoun als unbelasteten Kandidaten für das Präsidentenamt der Findungskommission der Universität Lüneburg vor. Bereits vor seiner Wahl hatte Spoun Senat und Stiftungsrat seine Zukunftsvorstellungen für die Lüneburger Universität erläutert und die Entwicklung einer international anerkannten Forschungskultur, den Aufbau eines speziellen Lüneburger Studienmodells und den Ausbau vielfältiger Verknüpfungen mit der Praxis als wichtige Entwicklungsziele für die Universität hervorgehoben.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spouns Verständnis von Studierenden ist nach eigener Aussage, die des „Co-Produzenten seiner eigenen Leistungen und Bürger der Universität.“ [1] Eingangstests an Universitäten hält Spoun für „ein Zeichen internationaler Qualität“ (nach redner.de). In einem Spiegel-Interview kurz nach seinem Amtsantritt 2006 begründete er diese Auswahltests: „Ja, wir brauchen eine Eingangsprüfung. Die Universität bekommt doch junge Menschen in einem fortgeschrittenen Stadium ihres Lebens, da haben sie das meiste bereits gelernt. Das heißt: Die Veränderungschancen sind beschränkt. ...“

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 wurde Spoun für eine zweite Amtszeit zum Präsidenten gewählt, machte allerdings für die Annahme der Wahl zur Bedingung, dass sein Vizepräsident Holm Keller ebenfalls gewählt werden müsse. Nach formalrechtlichen Auseinandersetzungen und Kritik am Verfahren[2] drohte er in dem Gremium mit seinem Rücktritt und setzte schließlich Holm Keller als Vizepräsident durch.

Der AStA der Universität Lüneburg gab 2012 eine Pressemitteilung heraus, in der er die Kooperation mit Transparency International ankündigte. Durch die Kooperation sollte die Transparenz bei Sponsoring-Verträgen des im Bau befindlichen Audimax Lüneburg erhöht werden. Im September 2012 forderte eine Münchener Anwaltskanzlei im Auftrag des Präsidiums der Leuphana Universität unter Sascha Spoun den AStA zur „Unterlassung“ von Äußerungen über einen möglichen Verstoß der Uni gegen die Korruptionsrichtlinie des Landes Niedersachsen. Nachdem der ASta die Unterschrift unter die Erklärung verweigerte, wurde sie von der Universitätsleitung zurückgezogen.[3]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Publikationen Spouns gehören der Herausgeberband Studienziel Persönlichkeit (Campus, 2005) und das Lehrbuch Erfolgreich studieren (Pearson, 2004, 2. Auflage 2011).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prof. Dr. Sascha Spoun - Redner (Memento vom 18. November 2011 im Internet Archive)
  2. Leuphana: Wählen bis es dem Präsidenten passt? (Memento vom 19. April 2012 im Internet Archive)
  3. Uni zieht Unterlassungserklärung zurück. lgheute.de, 28. September 2012