Sason (Türkei)

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Sason
Wappen fehlt
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Sason (Türkei) (Türkei)
Red pog.svg
Sason 2012.JPG
Straßenszene mit dem Uhrturm
Basisdaten
Provinz (il): Batman
Koordinaten: 38° 23′ N, 41° 24′ OKoordinaten: 38° 22′ 49″ N, 41° 23′ 43″ O
Einwohner: 11.322[1] (2012)
Telefonvorwahl: (+90) 488
Postleitzahl: 72500
Kfz-Kennzeichen: 72
Struktur und Verwaltung (Stand: 2013)
Bürgermeister: Muzaffer Arslan (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Sason
Einwohner: 31.475[1] (2012)
Fläche: 732 km²
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Kaymakam: Bahadır Yörük
Webpräsenz (Kaymakam):

Sason (armenisch Սասուն Sasun, kurdisch Qabilcewz) ist eine Kreisstadt und ein Landkreis in der Türkei. Sie gehört zur Provinz Batman und liegt in Südostanatolien. Sason liegt im nördlichen Teil der Provinz und grenzt an Diyarbakır, Bitlis und Muş. Der Landkreis Sason hat 31.475 Einwohner, die Stadt 11.322 (Stand 2012). Der Landkreis liegt im Taurusgebirge. Wichtige Berge sind der Malato Tepesi (2973 m) und der Bulak Dağı. Der Sason-Bach mündet in den Batman, einen Nebenfluss des Tigris.

Bis zum Völkermord an den Armeniern Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden in den Tälern des Gebietes von Sason außer kurdischen Dörfern zahlreiche armenische Gemeinden. Heute leben hier größtenteils Araber, Kurden und Zazas. Das Nationalepos Armeniens, „David von Sasun“, handelt in der Region.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Legende nach gab Sanasar, der Sohn des assyrischen Königs, dem Ort den Namen, der auf armenisch im Jahre 390 Sanasunk’ und 680 Sasunk’ hieß.

Die Region Sason (orange) und das Vilâyet Bitlis (gelb)

Nach der Schlacht von Manzikert im 11. Jahrhundert scheint sich der örtliche byzantinische Befehlshaber, T'ornik, Sohn des Muschegh, Schwiegersohn von Magister Gregorius Arsakides Pahlavouni, zum unabhängigen Herrscher aufgeworfen zu haben. Nach einem bei Bèken gefundenen Siegel legte er sich die Titel Anthypatos und Strategos von Sassun zu. Er widersetzte sich dem Versuch von Philaretos Brachamios, eine geeinte Front gegen die Seldschuken aufzubauen und sammelte ein Heer gegen ihn. Er versuchte, mit dem Emir Amr Bakr' eine Allianz abzuschließen, wurde jedoch von Soldaten des Emirs von Maiyafariquin getötet.

Sason war bis 1880 Teil des Sandschaks Siirt im Vilâyet Diyarbakır und wurde 1892 Teil des Vilâyets Bitlis. in den Jahren 1894 und 1904 kam es hier zu armenischen Aufständen, denen bei der Niederschlagung durch Kurden und Türken mehrere tausend Armenier und über zwanzig Dörfer zum Opfer fielen.[2] 1925 wurde das Dorf Kabilcevz/Kabilcoz (kurdisch Qabilcewz) Hauptstadt des Landkreises.

Bis 1927 war Sason Teil der Provinz Muş und bis 1993 Teil von Siirt. Mit der Gründung der Provinz Batman wurde es an Batman angegliedert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sason – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik (Memento vom 21. Dezember 2012 im Webarchiv archive.is), abgerufen 14. Juli 2013
  2. Wolfgang Gust: Der Völkermord an den Armeniern. Die Tragödie des ältesten Christenvolkes der Welt. München / Wien 1993, S. 102–105 sowie 121f