Satow

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Satow
Satow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Satow hervorgehoben

Koordinaten: 53° 59′ N, 11° 54′ O

Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 119,66 km2
Einwohner: 5874 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18239
Vorwahl: 038295
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 093
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Heller Weg 2a
18239 Satow
Website: www.satow.de
Bürgermeister: Matthias Drese (SPD)
Lage der Gemeinde Satow im Landkreis Rostock
RostockSchwerinLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis Vorpommern-RügenLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis NordwestmecklenburgLandkreis Ludwigslust-ParchimAdmannshagen-BargeshagenBartenshagen-ParkentinBörgerende-RethwischHohenfelde (Mecklenburg)Nienhagen (Landkreis Rostock)ReddelichRetschowSteffenshagenWittenbeckBaumgarten (Warnow)BernittBützowDreetz (Mecklenburg)JürgenshagenKlein BelitzPenzinRühnSteinhagen (Mecklenburg)Tarnow (Mecklenburg)Warnow (bei Bützow)ZepelinBroderstorfBlankenhagenPoppendorf (Mecklenburg)Roggentin (bei Rostock)BroderstorfThulendorfAltkalenBehren-LübchinFinkenthalGnoienWalkendorfBehren-LübchinGlasewitzGroß SchwiesowGülzow-PrüzenGutowKlein UpahlKuhsLohmen (Mecklenburg)Lüssow (Mecklenburg)MistorfMühl RosinPlaazReimershagenSarmstorfDolgen am SeeHohen SprenzLaageWardowDobbin-LinstowHoppenradeKrakow am SeeKuchelmißLalendorfLalendorfAlt SührkowDahmenDalkendorfGroß RogeGroß WokernGroß WüstenfeldeHohen DemzinJördenstorfLelkendorfPrebberedeSchorssowSchwasdorfSukow-LevitzowThürkowWarnkenhagenAlt BukowAm SalzhaffBastorfBastorfBiendorf (Mecklenburg)CarinerlandRerikBentwischBlankenhagenGelbensandeMönchhagenRövershagenBenitzBröbberowKassowRukietenSchwaanVorbeckWiendorf (Mecklenburg)Cammin (bei Rostock)GnewitzGrammowNustrowSelpinStubbendorf (bei Tessin)Tessin (bei Rostock)ThelkowZarnewanzElmenhorst/LichtenhagenKritzmowLambrechtshagenPapendorf (Warnow)PölchowStäbelowZiesendorfBad DoberanDummerstorfGraal-MüritzGüstrowKröpelinKühlungsbornNeubukowSanitzSatowTeterowKarte
Über dieses Bild

Satow ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Rostock im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

Der Kernort Satow bildet für seine Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Satow liegt etwa 20 Kilometer südwestlich der Hansestadt Rostock in einem zum Teil hügeligen Gebiet (Krähenberg nahe dem Ortsteil Rosenhagen 110 m ü. NHN). Sie umfasst ein Gebiet von 119 km².

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Satow gehören folgende Ortsteile und Orte:[3]

  • Bölkow (mit den Orten Groß Bölkow, Hohen Luckow, Klein Bölkow, Matersen)[4]
  • Hanstorf (mit den Orten Anna-Luisenhof, Clausdorf, Gorow, Hanstorf, Hastorf, Konow)[5]
  • Heiligenhagen
  • Radegast (mit den Orten Berendshagen, Dolglas, Miekenhagen, Pustohl, Radegast, Sophienholz, Steinhagen)[6]
  • Reinshagen (mit dem Ort Püschow)[7]
  • Satow (mit den Orten Gerdshagen, Groß Nienhagen, Horst, Lüdingshagen, Rederank, Rosenhagen, Satow)[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Satow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1219 schenkte Fürst Borwin I. dem westfälischen Kloster Amelungsborn das Gut Satow. Die Zisterziensermönche errichteten 1219 bis 1224 eine Kirche in Übergangsstil zwischen Romanik und Gotik. Im 19. Jahrhundert war sie so baufällig geworden, dass eine neue, neogotische Kirche auf dem Kirchberg errichtet wurde. Die alte Kirche, deren Abriss der Großherzog gestoppt hatte, wurde zur Ruine. Aus dem alten Friedhof ist ein parkähnliches Gelände geworden.

Satow wurde nach 1990 zu einem Zentrum und Treffpunkt der nach Mecklenburg ausgesiedelten Karpatendeutschen aus der Slowakei. Es gibt in Satow einen größeren Ortsverband der Karpatendeutschen Landsmannschaft Slowakei.[9]

Von 1952 bis 2011 gehörten Satow und seine heutigen Ortsteile zum Kreis Bad Doberan (bis 1990 im DDR-Bezirk Rostock, 1990–2011 im Land Mecklenburg-Vorpommern). Seit 2011 liegt die Gemeinde im Landkreis Rostock.

Orte der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerdshagen wurde 1224 erstmals urkundlich erwähnt. Es war ein Dorf, dass durch Waldrodungen entstand, deshalb die Endsilbe Hagen. Das Gut Gerdshagen war u. a. im Besitz der Familien von Rehschinkel,[10] der Oertzen (Adelsgeschlecht) (1459–1660, 1695–1772) und zuletzt von Otto Wiskott (1906–1945). Danach wurde es aufgesiedelt. Das Gutshaus wurde um 1900 im neogotischen Stil umgebaut, diente nach 1945 verschiedensten Zwecken, wurde 1998 privatisiert und dann saniert.

Matersen gehörte nach dem 6. Oktober 1326 mit seinen Einkünften und der Mühle nach Verleihung durch Fürst Heinrich zu Mecklenburg teilweise zum Besitz des Klosters Dobbertin. 1583 kam es zum Tausch mit dem Kloster Sonnenkamp gegen die Dörfer Schlowe und Nepersmühlen.[11]

Miekenhagen wurde 1224 erstmals urkundlich genannt. Das Dorf gehörte bis 1582 zum Gut Siemen und dann zum Gut Gerdshagen. Gutsbesitzer war danach u. a. die Familie Mutzenbecher (Hamburg) (bis 1903).

Pustohl befand sich 1464 im Besitz der Familie Bibow. Danach fand ein häufiger Besitzerwechsel des Gutes statt. 1861 war Karl Bobsin und 1893 Familie Heydemann Eigentümer des Gutes. Das Gutshaus wurde 1868 erbaut.

Radegast war als Gut u. a. im Besitz der Familien von Plessen (ab 1703), von Lepel (ab 1742) und von Restorff (ab 1809).

Rederank: Gut u. a. der Familien von Bülow (16. Jh.), von Preen (1622–1800), Friedrich von Oeynhausen, Graf von Oeynhausen (bis 1810), Erichson (1812–1867), Eggerß (bis 1887), Alexander (bis 1901) und Strack (bis 1945), danach aufgesiedelt. Das Gutshaus (Herrenhaus) stammt von 1892; 1998 von der Gemeinde verkauft und dann saniert.

Rosenhagen wurde 1224 als eines von vier Hagendörfern urkundlich erwähnt (hag = eingehegt von Hecken). Gutsbesitzer war ab 1802 Peter von Restorff. Das Gutshaus entstand 1836 nach Plänen von Carl Theodor Severin; nach 1945 Wohn- und Dorfgemeinschaftshaus, Konsumladen, nach 1994 saniert.

Steinhagen: Gutsbesitzer war die weit verzweigte Familie von Liebeherr u. a. Karl Friedrich Wilhelm von Liebeherr, Vater des Verwaltungsjuristen und Richters Maximilian von Liebeherr. Das zweigeschossige Gutshaus ist nicht mehr vorhanden.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurden Miekenhagen und Rederank eingemeindet.

Die Gemeinden Bölkow, Hanstorf, Heiligenhagen, Radegast, Reinshagen und Satow aus dem ehemaligen Amt Satow wurden am 1. Juli 2003 zur amtsfreien Gemeinde Satow zusammengefasst.[12]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1990 2060
1995 1974
2000 1958
2005 5929
2010 5601
Jahr Einwohner
2015 5516
2016 5546
2017 5613
2018 5767

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[13]

Der starke Anstieg der Einwohnerzahl 2005 ist auf den Zusammenschluss von sechs Orten zur Gemeinde Satow im Jahr 2003 zurückzuführen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 17 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 hatte bei einer Wahlbeteiligung von 64,0 % folgendes Ergebnis[14]:

Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze +/−
CDU 26,8 % − 6,6 4 − 2
Freie Wählergruppe der Gemeinde Satow 18,6 % + 2,1 3 ± 0
SPD 15,4 % − 2,5 3 ± 0
FDP 15,3 % + 2,3 3 + 1
Die Linke 11,1 % − 3,5 2 ± 0
Bündnis 90/Die Grünen 04,8 % + 1,1 1 ± 0
NPD 03,9 % + 3,9 1 + 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003–2009: Elfie Krüger[15]
  • seit 2009: Matthias Drese (SPD)

Drese wurde in der Bürgermeisterwahl am 4. September 2016 mit 60,9 % der gültigen Stimmen für weitere sieben Jahre[16] in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt.[17]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Satow
Blasonierung: „Unter goldenem Schildhaupt, darin balkenweise sieben grüne Eicheln; gespalten von Rot und Silber; vorn ein ausgerissener silberner Apfelbaum mit drei Früchten; hinten ein schreitender roter Mönch.“[18]

Das Wappen wurde von der Krempinerin Heidrun Schmied gestaltet. Es wurde am 26. Juni 1998 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 165 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden von Satow sind Fleckeby in Schleswig-Holstein und Horná Štubňa in der Slowakei.[19]

Seit 1990 ist Bilsen in Schleswig-Holstein Partnergemeinde des Ortsteils Bölkow.[20]

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 besteht ein kleines Kino in der Kirchgemeinde als Teil des Landesverbandes Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern mit regelmäßigem Programmkino-Programm und Filmgesprächen. die

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr

Satow liegt an den Landesstraßen  10 (WismarRostock) und L 11 (KröpelinBützow). Die Bundesautobahn 20 (Wismar–Rostock) mit der Anschlussstelle Kröpelin liegt auf dem Gemeindegebiet.

Satow hat keinen Eisenbahnanschluss. Die Gemeinde liegt im Bereich (Tarifzonen 8–10) des Verkehrsverbundes Warnow (VVW) und ist durch das Busverkehrsunternehmen rebus Regionalbus Rostock GmbH mit mehreren Regionalbuslinien an Bad Doberan, Kröpelin und Rostock angeschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Satow verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Satow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2019 (XLS-Datei) (Amtliche Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Mittleres Mecklenburg/Rostock 2011 – Zentralorte und perspektivische Entwicklung, Planungsregion MMR, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Satow, § 1
  4. Ortsteil Bölkow auf www.gemeinde-satow.de
  5. Ortsteil Hanstorf auf www.gemeinde-satow.de
  6. Ortsteil Radegast auf www.gemeinde-satow.de
  7. Ortsteil Reinshagen auf www.gemeinde-satow.de
  8. Ortsteil Satow auf www.gemeinde-satow.de
  9. Frank Pergande: Die fremde Hälfte. In Mecklenburg-Vorpommern hatten Vertriebene die Bevölkerungsstruktur völlig verändert. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Oktober 2012
  10. Karl Kollath: Bürgerlicher Landbesitz der Stadt Rostock im 13. und 14. Jahrhundert (bis 1350) 1939.
  11. Mecklenburgisches Urkundenbuch MUB 4778. 4780
  12. Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2003
  13. Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern (Statistischer Bericht A I des Statistisches Amtes Mecklenburg-Vorpommern)
  14. Gemeinde Satow, Ergebnis der Wahl zur Gemeindevertretung am 26. Mai 2019
  15. Grußwort der Bürgermeisterin In: Gemeinde Satow, 2006, S. 1.
  16. Hauptsatzung der Gemeinde Satow, § 8
  17. Matthias Drese bleibt Buergermeister. In: Ostsee-Zeitung, 4. September 2016.
  18. Hauptsatzung der Gemeinde Satow § 2, Abs.1
  19. Website Gemeinde Satow, abgerufen am 15. August 2018
  20. Ortsteil Bölkow auf www.gemeinde-satow.de