Satteldorf

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Wappen Deutschlandkarte
Satteldorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Satteldorf hervorgehoben

Koordinaten: 49° 10′ N, 10° 5′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 421 m ü. NHN
Fläche: 46,21 km2
Einwohner: 5664 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 74589, 74564
Vorwahl: 07951
Kfz-Kennzeichen: SHA, BK, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 073
Gemeindegliederung: 25 Ortsteile
74589 Satteldorf
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Satteldorfer Hauptstraße 50
74589 Satteldorf
Website: www.satteldorf.de
Bürgermeister: Thomas Haas (parteilos)
Lage der Gemeinde Satteldorf im Landkreis Schwäbisch Hall
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Satteldorf ist eine Gemeinde und ein Ort im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs. Die Gesamtgemeinde entstand am 1. Januar 1974 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Ellrichshausen, Satteldorf und Gröningen.[2]

Die Gemeinde Satteldorf ist mit der Stadt Crailsheim und den Gemeinden Frankenhardt und Stimpfach eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Satteldorf liegt auf der Hohenloher Ebene an der Jagst, einem rechten Nebenfluss des Neckars, etwa 4 km nördlich von Crailsheim. Die östlichen Ortsteile befinden sich direkt am Trauf der Frankenhöhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Wallhausen, im Osten an die bayerische Gemeinde Schnelldorf (Landkreis Ansbach), im Südosten an Kreßberg, im Süden an die Stadt Crailsheim und im Westen an die Stadt Kirchberg an der Jagst.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Satteldorf mit den bis zur Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg selbstständigen Gemeinden Ellrichshausen (31. Dezember 2014 – 1003 Einwohner) und Gröningen (31. Dezember 2014 – 1339 Einwohner) gehören 31 Dörfer, Weiler, Höfe und (Einzel-)Häuser.

Auf Satteldorfer Gemeindegrund liegen einige abgegangene Ortschaften.

  • Im Gebiet der früheren Gemeinde Ellrichshausen: Asbach und Sandhof
  • Im Gebiet der früheren Gemeinde Gröningen: Anhausen, Gronach, Hambach [3] und Wolfartsweiler sowie
  • Im Gebiet der Gemeinde Satteldorf vor der Gemeindegebietsreform: Bingarten, Birkach, Häuslensberg, Hermannsberg, Reinbottenhausen , Sattelberg und Stengelhof.[4]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühe Geschichte Satteldorfs war geprägt von der Grundherrschaft und niederen Gerichtsbarkeit verschiedener Adelsfamilien. Die Frage nach der Zuständigkeit der hohen Gerichtsbarkeit war bis um das Jahr 1700 mehrfach strittig, jedoch konnten sich hier letztlich die Markgrafen von Ansbach durchsetzen, die auch die Landesherrschaft ausübten. 1806 fiel Satteldorf für vier Jahre an das Königreich Bayern. Auf Grund des Grenzvertrags von 1810 kam die Gemeinde 1810 an das Königreich Württemberg und wurde dem Oberamt Crailsheim unterstellt. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Satteldorf 1938 zum neu eingerichteten Landkreis Crailsheim. 1945 bis 1952 gehörte Satteldorf zum Land Württemberg-Baden, das 1945 in der Amerikanischen Besatzungszone gegründet worden war. 1973 erfolgte die Kreisreform in Baden-Württemberg, bei der Satteldorf zum Landkreis Schwäbisch Hall kam. Am 1. Januar 1974 schloss sich Satteldorf im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg mit den bis dahin selbstständigen Nachbargemeinden Ellrichshausen und Gröningen zu heutigen Gemeinde zusammen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeinderat von Satteldorf gibt es drei Listen, auf die sich die 19 Sitze im Gemeinderat seit der Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 wie folgt verteilen:

Unter den Gewählten sind zwei Frauen.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. April 2022 der parteilose Thomas Haas. Er wurde am 30. Januar 2022 mit 56,5 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Er folgte den ebenfalls parteilosen Kurt Wackler nach, der von 1998 bis 2022 amtierte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde zählen u. a.:

  • Nikolauskirche, im Hauptort Satteldorf. Erste urkundliche Erwähnung eines Pfarrer dort 1285. Sehr wahrscheinlich bestand an der Stelle der heutigen Kirche schon lange vorher eine Kirche oder Kapelle.
  • Anhäuser Mauer, nordwestlich von Gröningen. Überrest des Klosters Anhausen aus dem Jahre 1403.
  • Schloss Burleswagen, nordwestlich von Satteldorf auf dem linken Mündungssporn des Entenbachs.
  • Mühlenmuseum in der Hammerschmiede im unteren Gronachtal. Bau aus dem Jahre 1804.
  • Wüstung Heinzenmühle, südöstlich von Bölgental an der Jagst.
  • Schloss Gröningen im Dorf Gröningen.
  • Heinzenmühlensteg. Der im Jahre 1998 errichtete überdachte Holzsteg führt wenige Schritte neben den Grundmauern der ehemaligen Heinzenmühle über die Jagst.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freibad Satteldorf: großes Familien-Freibad, wurde im Jahr 2006 komplett modernisiert und umgebaut
  • Badesee Gröningen: kleiner Badesee

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leonhard Weiss, Verwaltungsbau

In Satteldorf besteht ein großes Industriegebiet mit direktem Anschluss an die Autobahn A6 und die Bundesstraße B290. Eines der wichtigsten Unternehmen in Satteldorf ist das Bauunternehmen Leonhard Weiss GmbH & Co. KG, das dort (sowie in Göppingen) seinen Hauptsitz hat.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Satteldorfer Bahnhof

Satteldorf liegt direkt an der B 290 und der A 6. Satteldorf hat eine eigene Autobahnanschlussstelle. Im nahe gelegenen Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim kreuzen sich die A 6 und die A 7.

Die Gemeinde ist mit den Buslinien 52, 55, 55B, 65 mit Crailsheim verbunden und gehört dem Verkehrsverbund KreisVerkehr Schwäbisch Hall an. Außerdem liegt der Ort direkt an der Bahnstrecke Crailsheim–Königshofen. Der Bahnhof Satteldorf wird seit September 2007 wieder vom Personenverkehr der Westfrankenbahn bedient, nachdem dort 22 Jahre lang keine Reisezüge mehr hielten.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Satteldorf gibt es eine Grund- und Hauptschule mit einer Außenstelle in Gröningen. Derzeit werden dort 335 Schüler (Schuljahr 2007/08) unterrichtet. Außerdem gibt es in der Gemeinde im Ortsteil Ellrichshausen eine Förderschule für behinderte Kinder.

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Satteldorf existieren mehrere Sportvereine:

  • Die SpVgg Gröningen-Satteldorf 1946 e. V. ist der mitgliederstärkste Verein der Gemeinde. Mit ca. 1.600 Mitgliedern zählt dieser ebenfalls zu den größten Vereinen im Landkreis Schwäbisch Hall. Das Angebot besteht aus Fußball, Leichtathletik, Turnen, Tennis, Volleyball, Tischtennis, Badminton.
  • In Gröningen ist der Liederkranz-Sportfreunde (kurz LSF) Gröningen anzutreffen. Das Angebot des Vereins richtet sich in erster Linie auf den Turnbereich, sowie Badminton.
  • Die KSG Ellrichshausen ist der zweitgrößte Sportverein in der Gemeinde und bietet verschiedene Sportangebote an.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl August von Seckendorf (1774–1828), Verwaltungsjurist und Oberkonsistorialpräsident der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Satteldorf. In: Julius Hartmann, Eduard Paulus (Hrsg.): Beschreibung des Oberamts Crailsheim (= Die Württembergischen Oberamtsbeschreibungen 1824–1886. Band 63). W. Kohlhammer, Stuttgart 1884, S. 423–439 (Volltext [Wikisource]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Satteldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2021 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 467.
  3. Hier gibt es am Grenzgewässer Hambach zu Gemeinde Wallhausen nördlich von Gröningen ein Gewann Hambachfeld.
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 447–453 sowie Nachträge und Berichtigungen in Bd. VIII, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-008113-6, S. 664
  5. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Satteldorf.