Satteldruck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Satteldruck ist eine schmerzhafte Druckstelle auf der Haut beim Pferd. Sie entsteht, wenn ein Reitsattel nicht richtig auf dem Pferderücken (Sattellage) passt und deshalb an den Auflagestellen drückt. Auch ein passender, aber nicht richtig positionierter Sattel kann Satteldruck verursachen, ebenso wie verschmutzte oder nicht glatt aufgelegte Sattelunterlagen.

Aufgeraute Haare nach dem Abnehmen des Sattels oder Stellen, an denen Fell abbricht und stumpf wird, sind meist Anzeichen für einen beginnenden Satteldruck. Auch wenn die Sattellage nicht gleichmäßig nass geschwitzt ist, ist dies ein Anzeichen für einen unpassenden Sattel, denn entweder werden die trockenen Stellen gar nicht vom Sattel berührt oder aber abgequetscht, so dass die Schweißproduktion unterbunden wird. In fortgeschrittenerem Stadium schwillt die betroffene Stelle an, und häufig fallen die Haare aus. Wenn die Haare wieder nachwachsen, bleiben sie bei farbigen Pferden meist weiß, da die Haut geschädigt wurde und die Pigmentierung somit gestört wird. Bis zur Abheilung darf dem Pferd kein Sattel aufgelegt werden. Bei offenen, klaffenden oder eitrigen Wunden sollte der Tierarzt gerufen werden.

Entgegen vielen Meinungen sind Pads, Satteldecken oder Schabracken nicht geeignet, um Satteldruck zu verhindern. Einen wirklich passenden Sattel kann man ohne zusätzliche Decke benutzen, jedoch ist es für das Material des Sattels schädlich, ungeschützt dem Talg und dem Schweiß des Pferdes ausgesetzt zu sein. Spezielle druckresorbierende Gelpads können nur einen kleinen Ausgleich leisten, wenn ein Sattel nicht optimal passt. Zum Wohle des Pferdes ist daher eine kompromisslos genaue Passform des Sattels erforderlich. Zur Kontrolle der Sattelpassform und zur Vermeidung von Druckschäden durch den Sattel gibt es verschiedene elektronische und konventionelle Analyseverfahren. Auf dem stehenden Pferd ist die relativ genaue Vermessung mit Hilfe von Messgittern (Rückenabdruck) oder sehr genau mit Hilfe von 3D-Scan-Verfahren möglich. Am gerittenen Pferd kann man eine Passformkontrolle mit computergesteuerten Druckmessmatten durchführen. Mit speziellen weichen Gelpads kann man einen negativ-Abdruck erzeugen, anhand dessen man erkennt, an welcher Stelle der Sattel besonderen Druck ausübt.

Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!