Sauerlach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sauerlach
Sauerlach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sauerlach hervorgehoben
Koordinaten: 47° 58′ N, 11° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: München
Höhe: 618 m ü. NHN
Fläche: 56,94 km²
Einwohner: 7705 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82054
Vorwahl: 08104
Kfz-Kennzeichen: M, AIB, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 84 141
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 1
82054 Sauerlach
Webpräsenz: www.sauerlach.de
Bürgermeisterin: Barbara Bogner (Unabhängige Bürgervereinigung Sauerlach UBV)
Lage der Gemeinde Sauerlach im Landkreis München
Starnberger See Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Freising Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Miesbach Landkreis Rosenheim Landkreis Starnberg Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Dachau München Forstenrieder Park Grünwalder Forst Brunnthal Höhenkirchen-Siegertsbrunn Perlacher Forst Aschheim Aying Baierbrunn Brunnthal Feldkirchen (Landkreis München) Garching bei München Gräfelfing Grasbrunn Grünwald Haar (bei München) Höhenkirchen-Siegertsbrunn Hohenbrunn Ismaning Kirchheim bei München Neubiberg Neuried (bei München) Oberschleißheim Ottobrunn Planegg Pullach im Isartal Putzbrunn Sauerlach Schäftlarn Straßlach-Dingharting Taufkirchen (bei München) Unterföhring Unterhaching Unterschleißheim OberhachingKarte
Über dieses Bild

Sauerlach ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München, etwa 20 Kilometer südlich von München.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sauerlach liegt in der Münchner Schotterebene an der südlichen Grenze des Landkreises München. Im Süden grenzt es an Otterfing (Landkreis Miesbach), weitere Nachbargemeinden sind Brunnthal, Oberhaching (beide Landkreis München) und Egling (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen).

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde umfasst die Ortsteile

  • Gumpertshausen
  • Kleineichenhausen
  • Lanzenhaar
  • Lochhofen
  • Sauerlach
  • Walchstatt

Die Gemeinde Sauerlach ist flächenmäßig die größte im Landkreis München.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Sauerlach wurde erstmals etwa 800 n. Chr. urkundlich erwähnt. Doch war die Gegend sogar schon früher bewohnt, was Hügelgräber in Staucharting und Altkirchen (Bronzezeit) sowie eine Keltenschanze beweisen. Um 500 n. Christus wurde die Gegend durch Bajuwaren besiedelt, die ihre Siedlung "Sulagaloh" = "Saulachenwald" nannten. Durch die Siedlung führte die römische Salzstraße von Augsburg nach Salzburg. In der Waldsiedlung (Lanzenhaar) an der Bundesstraße 13 bei der Bushaltestelle steht ein Römerstein.

Die früheste Nennung von Altkirchen ist 994-1005 zu finden. Lanzenhaar ist 1003/15 als „Anzanhart“ in Tegernseer Urkunden erwähnt und feierte 2013 die 1000-Jahr Feier.

Zeittafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1824 Bau des ersten Schulhauses in Sauerlach
  • 1876 Bau des zweiten Schulhauses
  • 1898/99 Sauerlach erhält die Wasserleitung
  • 1911 In Sauerlach hält der elektrische Strom Einzug
  • 1966 Bau eines neuen Schulhauses, das 1976–1978 erweitert wurde
  • 1972 Sauerlach kommt zum Landkreis München (vorher Landkreis Wolfratshausen)
  • 1978 Im Zuge der Gemeindegebietsreform werden die ehemals selbständigen Gemeinden Sauerlach, Arget und Eichenhausen zusammengelegt und es entsteht so die flächengrößte Gemeinde im Landkreis München.
  • 1989/90 Bau einer Mehrzweck-Turnhalle
  • 1994/95 Bau eines neuen Feuerwehrhauses
  • 2002 Das gemeindeeigene Hackschnitzelkraftwerk nimmt seinen Betrieb auf. Aufgrund des ORC-Verfahrens zur Wärme- und Stromgewinnung findet es über die Gemeinde hinaus Beachtung.
  • 2007 Beginn der Bohrung für das geothermische Kraftwerk der Stadtwerke München
  • 2007 Neue Eisenbahnbrücke über der B 13 wurde eingeschoben.
  • 2009 Die Geothermiebohrungen sind abgeschlossen. Dabei wurden erstmals von einem Standort aus drei Bohrungen ausgebracht. Mit einer Bohrlochlänge von 5567 m wurde der Tiefenrekord in Deutschland erreicht. Das geförderte Wasser ist mit einer Temperatur von über 140 °C in ca. 5000 m Tiefe deutlich heißer als bei sämtlichen bisherigen Geothermieprojekten in Bayern und neben der Wärmegewinnung auch zur Stromerzeugung geeignet. Das Geothermie-Heizkraftwerk ging 2014 offiziell ans Netz mit einer elektrischen Leistung von 5 MW und einer maximale Wärmeauskopplungn von 4 MW.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Arget und Eichenhausen eingegliedert.[3]

Mit der Eingemeindung eines Teils des Hofoldinger Forstes am 1. Januar 2011 wächst die Fläche des Gemeindegebietes um 3,07 km².[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Bürgermeisterin ist seit 2008 Barbara Bogner (Unabhängige Bürgervereinigung). Sie setzte sich in einer Stichwahl mit 53,9 Prozent der Stimmen gegen die CSU-Kandidatin Annette Kouba durch.

Liste der Bürgermeister von Sauerlach

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. April 1978 genehmigte die Regierung von Oberbayern für die Gemeinde Sauerlach ein Wappen, das auf den Ortsnamen und die Lage im Eichenwald Bezug nimmt.

Wappenbeschreibung „In Silber auf blauem Wellenschildfuß ein schwarzer Eberkopf mit goldenen Hauern, darüber zwischen zwei grünen Eichenblättern eine grüne Eichel“. Der frühere Name von Sauerlach war „Sulagaloh“, zu deutsch „sumpfige Lohe“. Dort gab es Wasser, Wildschweine und Eichenwald, die drei Elemente des Sauerlacher Wappens.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sauerlach ist seit 2006 Sitz der durch Onlinewörterbücher international bekannten LEO GmbH.

Die Fa. Burkhof Kaffee [5] hat ihren Firmensitz in Sauerlach.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsmitte von Sauerlach kreuzen sich die Bundesstraße 13 und die Staatsstraße S 2070. Beide führen jeweils zu einer Autobahnanschlussstelle: die B 13 führt durch den Ortsteil Lanzenhaar zur A 995, die S 2070 führt durch das Sauerlacher Gewerbegebiet nach Osten zur A 8. Die Kreisstraße M 11 begrenzt den Ortsteil Lanzenhaar am nördlichen Ende und führt nach Otterloh und Brunnthal.

Der Haltepunkt Sauerlach liegt an der Bahnstrecke München–Holzkirchen. Mit dem öffentlichen Nahverkehr erreicht man Sauerlach mit der S-Bahnlinie S 3 der S-Bahn München. Innerhalb Sauerlachs verbinden die MVV-Buslinien 223 und 226 die Ortsteile miteinander. Vom Nachbarort Otterloh (Brunnthal) erreichbar mit der MVV-Buslinie 226 kann die S 7 in Höhenkirchen-Siegertsbrunn mit der MVV-Buslinie 216 erreicht werden.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 ist in Sauerlach ein Geothermie-Heizkraftwerk in Betrieb. Das Kraftwerk zählt zu den tiefsten und fortschrittlichsten Kraftwerken Deutschlands.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirchen und Kapellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Andreas in Sauerlach
  • St. Margareth in Altkirchen
  • St. Michael in Arget
  • St. Anna-Kapelle Staucharting
Alljährlich findet das St.-Anna-Fest in Staucharting am 26. Juli statt. Bittgänge aus Sauerlach und Umgebung treffen sich bei der Waldkapelle St.-Anna in Staucharting zu einer Feldmesse mit anschließender Pferdesegnung.
Staucharting oder früher „Studaring“ bestand im Jahre 1513 aus 3 Höfen und 2 Huben. Die Anwesen wurden zu einer Schwaige zusammengefasst. In den Jahren 1692/93 erbaute der ehemalige Schwaiger neben seinem Hof eine Kapelle aus Stein. Nach seinem Tod vermählte sich die Witwe mit Andreas Humpl aus der Argeter Pfarrei, der die St. Anna-Kapelle im Jahr 1702 erweitern ließ. [6]
  • St. Ulrich-Kapelle in Lanzenhaar
  • St. Korona in Arget

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzige evangelische Kirche in Sauerlach ist die Zachäuskirche im Ortsteil Sauerlach. Sie wurde am 10. November 1963 eingeweiht. Geplant und erbaut wurde die Kirche durch den Architekten Franz Lichtblau, die künstlerische Ausgestaltung übernahm Hubert Distler.[7] Sauerlach ist Teil der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Holzkirchen und gehört damit seit 1997 zum Dekanat Bad Tölz (davor Dekanat Rosenheim). In Sauerlach leben rund 1100 evangelische Christen. In den Räumen trifft sich regelmäßig der evangelische Singkreis und die Band Road 42.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmäler in Sauerlach

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Förderverein Heimatfreunde Sauerlach e. V. (Hrsg.): Sauerlach – Das Tor zum Bayerischen Oberland. Sauerlach 2000.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Presseinformation der Stadtwerke München vom 30. Januar 2014: „Geothermie-Heizkraftwerk Sauerlach geht offiziell in Betrieb“
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 584.
  4. Information der Gemeinde Sauerlach zur Eingemeindung des Hofoldinger Forstes
  5. Burkhof Kaffee
  6. Zeitungsartikel Merkur Online vom 26. Juli 2010
  7. 100 Jahre Apostel-Thomas-Kirche, Einweihung der Segenskirche Holzkirchen, Hrsg. Evang.-Luth. Kirchengemeinde Holzkirchen; 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sauerlach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien