Sauermehlsuppe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sauermehlsuppe mit Kartoffeln und Ei

Die Sauermehlsuppe, Saure Mehlsuppe oder Sauerteigsuppe ist eine Suppe auf der Basis einer Sauerteigbrühe. Sie ist eine Variante der Mehlsuppe mit typisch saurem Geschmack. Sie kommt vor allem in der polnischen (polnisch Żur, Żurek (Diminutiv) oder Barszcz Biały, "weißer Borschtsch") und der weißrussischen (weißrussisch Жур) Küche vor, ist jedoch auch fester Bestandteil der schlesischen (Schlesische Sauermehlsuppe) und ist in der böhmischen Küche bekannt. Die Suppe kann mit Milch gefärbt (in der Fastenzeit) oder auch mit Fleisch, Gemüse oder trockenen Pilzen gekocht werden. Eine Möglichkeit ist, sie mit Wurst, geräuchertem Schweinespeck, Schweinerippchen oder Schweineschwänzen zuzubereiten. Zum Schluss wird ihr meist ein hartgekochtes Ei hinzugegeben.

Typische Zutaten sind:

Sauermehlsuppe im Brot serviert

Der polnische Name Żur leitet sich vom deutschen Wort sauer (früher sūr) ab. Da man für diese Suppe wenig Zutaten braucht, diese oft kostengünstig sind und man größere Mengen davon kochen kann, war die Suppe vor allem bei der armen Bevölkerung sehr beliebt; wegen der großen Menge an Kohlenhydraten ist sie sehr nahrhaft. Im Polnischen wird der Spruch z żuru, chłop jak z muru („Von Sauermehlsuppe ist der Mann wie eine Mauer.“) dieser Spezialität fest zugeordnet. Heute ist dieses Gericht in Polen sehr populär und wird als Tütensuppe verkauft. Entlang der polnischen Grenze wird in Tschechien eine ähnliche Suppe zubereitet, die als Kyselo bekannt ist.

Die Sauermehlsuppe wird in Polen traditionell zu Ostern als Ostersuppe zubereitet.[1] Zu besonderen Anlässen wird Sauermehlsuppe in Polen im Brotlaib gereicht. Dazu wird ein runder 500 g Brotlaib von rustikalem Krustenbrot benutzt, dem die obere Kruste, wie bei einem Topf, abgeschnitten wird. das Innere des Brotlaibs wird bis auf eine Wandstärke von 2 cm ausgehöhlt. Die Sauermehlsuppe wird hinein gegossen und der Brotlaib wird mit dem zuvor abgeschnittenen Deckel zugedeckt und gereicht. Der Brotlaib darf mitgegessen werden, muss aber nicht.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zurek. Essen & Trinken, abgerufen am 29. April 2014.