Saum-Segge

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Saum-Segge
Carex hostiana.jpg

Saum-Segge (Carex hostiana)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Seggen (Carex)
Art: Saum-Segge
Wissenschaftlicher Name
Carex hostiana
DC.

Die Saum-Segge (Carex hostiana) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seggen (Carex) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 18

Die Saum-Segge ist eine graugrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 25 bis 45, selten bis zu 80 Zentimetern. Sie bildet kurze Ausläufer und besitzt dadurch einen lockerrasigen bis horstigen Wuchs. Die Stängel sind dreikantig, steif aufrecht und länger als die Laubblätter. Die Laubblätter sind 2 bis 4 Millimeter breit, gekielt und rau. Ihre bauchige Blattscheidenwand hat ein 1 bis 2 Millimeter langes, trockenhäutiges Anhängsel. Die grundständigen Blattscheiden sind hellgrünlich bis rotbraun und zerfasern.

Die Blütezeit liegt im Mai und Juni. Die Saum-Segge ist eine Verschiedenährige Segge. Es gibt ein männliches und zwei bis drei weibliche Ährchen. Die weiblichen Ährchen sind kurz gestielt, 1 Zentimeter lang und aufrecht. Die Hüllblätter haben lange Scheiden und schließen die Ährchenstiele ein. Das untere Hüllblatt ist mindestens so lang wie sein Ährchen, aber kürzer als der ganze Blütenstand.

Die Tragblätter sind eiförmig, stumpf bis spitz, jedoch ohne Stachelspitze. Sie sind rot- bis dunkelbraun und haben einen grünen Mittelstreifen. Sie haben einen schmalen weißen Hautrand und sind kürzer als die Frucht. Der Griffel trägt drei Narben.

Die gelbgrüne, kahle Frucht ist 3 bis 5 Millimeter lang, kugelig bis eiförmig und geht abrupt in den tief zweizähnigen Schnabel über. Der Schnabel ist innen glatt und hat einen schmalen Hautrand, außen ist er rau.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saum-Segge ist in Europa und im östlichen Nordamerika verbreitet. Sie ist ein submeridional-montanes bis boreales, ozeanisches Florenelement. In Mitteleuropa ist sie in den Alpen und im Alpenvorland verbreitet, ansonsten zerstreut. Sie steigt im Allgemeinen bis in Höhenlagen von 1500 Metern. In den Allgäuer Alpen kommt sie noch am Besler in Bayern bei einer Höhenlage von 1670 Meter vor.[2]

Sie wächst in mesotrophen, nassen Flachmoorwiesen. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Verbands Caricion davallianae, kommt aber auch in Gesellschaften des Verbands Molinion vor.[1]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Carex hostiana erfolgte 1813 durch Augustin Pyrame de Candolle. Das Artepitheton hostiana ehrt den österreichischen Arzt und Botaniker Nicolaus Thomas Host (1761–1834).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2 (Areal).
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 190.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 276. IHW, Eching bei München 2001, ISBN 3-930167-50-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saum-Segge (Carex hostiana) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien