Saumtier

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Weintransport per Maultier in Spanien, ca. 1850
Josua Zinsli, der letzte Säumer am Saumweg über den Glaspass, mit seinem Saumpferd

Als Saumtiere werden Tragtiere bezeichnet, die im Gebirge auf Saumpfaden eingesetzt werden.[1] Das alte Wort Saum (ahd. und mhd. soum) bedeutet „Traglast“ oder auch „Lasttier“; es geht auf vulgärlateinisch sauma zurück, das „Packsattel“ bedeutet.[2]

Die Bezeichnungen Säumer oder Saumer (im Österreichischen auch Samer) beziehen sich meist auf Personen, die solche Lasttiere hielten, vermieteten oder führten, sie können aber auch die Saumtiere bezeichnen.[3][4][5][6][7]

Als besonders geeignet haben sich Esel, Maultier und Maulesel erwiesen, die als sehr trittsicher gelten. Diese Eigenschaft ist für den Einsatz in den Alpen sehr wichtig. Daneben sind auch Genügsamkeit, Ausdauer, große Tragfähigkeit und feste Hufe wichtige Voraussetzungen. Es werden auch Pferde (Saumpferde, regional auch Saumrosse genannt) und Ochsen (Saumochsen) eingesetzt.

Ein Saumzug bestand aus einem oder mehreren Tieren, die hintereinander auf dem Saumpfad gehen. Eine Pferdelast wurde Saum genannt und wog, regional unterschiedlich, etwa zwischen 120 und 130 Kilogramm. Oft wurde nur das erste Tier von einem Führer geführt und die weiteren Tiere liefen angebunden oder frei hinterher.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden online: Saumtier
  2. Duden online: Saum
  3. Duden online: Säumer
  4. Joachim Heinrich Campe: Wörterbuch der deutschen Sprache. Teil IV: S und T. Braunschweig 1810, S. 47.
  5. Johann Georg Krünitz (Hrsg.): Ökonomisch-technologische Encyclopädie, oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft, und der Kunstgeschichte in alphabetischer Reihenfolge. 137. Teil, Berlin 1824, S. 677.
  6. Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen. Band III: von M–Scr. Leipzig 1798, S. 1301, rechte Spalte.
  7. Vgl. z. B. C. Kohlrusch: Schweizerisches Sagenbuch. Leipzig 1854, S. 41.