Sausenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sausenburg
Westseite der Sausenburg

Westseite der Sausenburg

Entstehungszeit: nach 1232 und vor 1246
Burgentyp: Höhenburg, Gipfellage
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Freiadlige
Ort: Kandern-Sitzenkirch
Geographische Lage 47° 44′ 16,6″ N, 7° 41′ 19,7″ OKoordinaten: 47° 44′ 16,6″ N, 7° 41′ 19,7″ O
Höhe: 665 m ü. NN
Sausenburg (Baden-Württemberg)
Sausenburg

Die Sausenburg ist die Ruine einer Höhenburg, die früher die „Stammburg“ der Markgrafen von Sausenberg war. Sie liegt auf dem Gebiet der Stadt Kandern im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine der Gipfelburg liegt etwa 1,3 km östlich des Stadtteils Sitzenkirch und 3,3  km nordöstlich des Kanderner Ortskerns[1], auf dem 665 Meter hohen Sausenberg – einem Ausläufer des Hochblauen. Östlich davon liegt die Gemeinde Malsburg-Marzell, Ortsteil Malsburg. Über das zu Malsburg gehörige Dorf Vogelbach[2] im Nordosten ist die Ruine gut über das Lindenbückle erreichbar. Es gibt aber auch Wanderwege von Kandern und Sitzenkirch. Die Anlage liegt auf dem Weg der zwölften Etappe des Schwarzwald Westwegs (westliche Strecke).

Artists Rendition of Sausenburg.JPG

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Turm auf den Burghof
Die Sausenburg aus nordwestlicher Richtung

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts schenkten die Herren von Kaltenbach (aus dem Ort Kaltenbach bei Malsburg-Marzell) Ländereien an das Kloster St. Blasien, das so in den Besitz von Sausenberg kam. St. Blasien errichtete weitere Propsteien in Bürgeln, in Sitzenkirch und in Weitenau, einem Ortsteil von Steinen, von denen das Schloss Bürgeln (Schliengen bei Schallsingen) als eines der wenigen Barockschlösser in Südbaden noch heute besteht.

1232 erwarben die Markgrafen von Hachberg, die bereits die Vogtei über die st. blasianischen Propsteien Bürgeln und Sitzenkirch innehatten, die Herrschaft Sausenberg vom Kloster St. Blasien, errichteten die Burg zur Sicherung des Gebiets und nahmen ab 1246 hier Wohnung. In der Erbteilung unter den Markgrafen von Hachberg erhielt Markgraf Rudolf I. die südlichen Gebiete und wurde 1306 zum Begründer der Hachberg-Sausenberger Linie.
Dieser war mit Agnes von Rötteln vermählt; er starb früh, doch sein Sohn Heinrich erhielt 1315 von Lüthold II. von Rötteln, Agnes' Onkel und letztem männlichen Vertreter seines Geschlechtes, die Rötteler Herrschaft. In der Folgezeit nahmen die Markgrafen auf Burg Rötteln ihren Sitz, die Sausenburg wurde von Vögten verwaltet.

In der Entwicklung der „Oberen Markgrafschaft“, des später so genannten „Markgräflerlandes“ ist das der erste Schritt. Ihm folgte am 8. September 1444 die Schenkung der Herrschaft Badenweiler durch Graf Johann von Freiburg. Beim Übergang an die Hauptlinie der Markgrafen von Baden 1503 spielt die „Landschaft“, die ständische Vertretung des Landes gegenüber dem Fürsten, eine wichtige Rolle, was die Konsolidierung des Landes und das Zusammengehörigkeitsgefühl der drei Herrschaften Rötteln, Sausenburg und Badenweiler belegt.
Die Burg wurde 1678 von der Armee des französischen Marschalls François de Créquy während des Holländischen Krieges zerstört.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ca. 30 mal 50 m große Plateau des Burgbergs wurde von der Hauptburg eingenommen, die von einem breiten Graben mit vorgelagertem Wall umgeben wurde. Die Hauptburg besteht im Norden aus einem Bergfried mit einem Durchmesser von nahezu 8 m, der noch etwa 19 m hoch ist und Mauerresten eines Berings in dessen südlichem Teil sich Reste eines mindestens zweigeschossigen Gebäudes zeigen, das der Palas gewesen sein könnte. Der Zugang zur Hauptburg erfolgte ursprüngliche über eine Brücke von Süden her. Der heutige Zugang über eine Treppe wurde erst im Rahmen einer historisch unsachgemäßen Restaurierung erstellt. Auch der heutige Eingang zum Bergfried wurde erst 1856 in den Mauersockel gebrochen, während der ursprüngliche Zugang in etwa 9 m Höhe lag und nur über Leitern zugänglich war. Die Vorburg war im Südwesten angebaut und war ebenfalls durch einen Wall geschützt. Von der Außenmauer der Vorburg sind noch etwa 18 m teilweise erhalten.[3]

Aus der Baugeschichte sind nur Fragmente bekannt. Nachdem sein Vater, Markgraf Rudolf III. von Hachberg-Sausenberg Burg Rötteln ausgebaut hatte, widmete sich Wilhelm von Hachberg-Sausenberg dem Ausbau der Sausenburg. Trotz einer großen ererbten Schuldenlast begann Wilhelm noch 1428 mit der Überdachung des Wehrgangs, dem Bau einer Wächterstube über dem Torturm und dem Bau von zwei weiteren Räumen neben dem Turm.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht keine Verbindung zwischen der Sausenburg und Susenburg im Harz, das einst auch eine Sausenburg hatte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Heiduk: Kandern (LÖ). In: Alfons Zettler, Thomas Zotz: Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau, II. Südlicher Teil: Halbband A-K. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-7366-5, S. 332-342
  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Großherzogthums Baden, Tübingen und Leipzig, 1901, Fünfter Band - Kreis Lörrach; S. 140-142 online
  • Eduard Christian Martini: Sausenburg In: Schau-ins-Land, Band 3 (1876), S. 93-97 online bei UB Freiburg
  • Albert Eisele: Die Sausenburg. In: Das Markgräflerland, 1962, Heft 2, S. 37–38
  • Friedrich-Wilhelm Krahe: Sausenburg. In: Burgen des deutschen Mittelalters – Grundriss-Lexikon. Sonderausgabe. Flechsig Verlag, Würzburg 2000, ISBN 3-88189-360-1, S. 531.
  • Werner Meyer: Burgen von A bis Z – Burgenlexikon der Regio. Herausgegeben von den Burgenfreunden beider Basel aus Anlass ihres 50-jährigen Bestehens. Druckerei Klingental, Basel 1981, S. 30–32.
  • Christian Adolf Müller: Sausenburg und Nachbarschaft. In: Das Markgräflerland, 1973, Sonderheft Burgen und Schlösser, S. 12–16

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sausenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. s. Heiduk S. 334
  2. Eintrag Vogelbach (Wohnplatz) auf Landeskunde entdecken online - leobw
  3. s. Heiduk S. 334–335
  4. s. Rudolf III. Markgraf von Rötteln und andere (Autoren), Klaus Schubring (Übersetzer): Rötteler Chronik 1376–1432, Waldemar Lutz Verlag, Lörrach 1995, S. 181 und Franz Josef Mone (Herausgeber): Quellensammlung der badischen Landesgeschichte, Erster Band, S. 299, Macklot, Karlsruhe 1848 Digitalisat der UB Freiburg