Sax-Farben

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Sax-Farben, Aktiengesellschaft[1]
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1889
Sitz Schlieren[1]
Leitung Maja Sax (VR-Präsidentin)
André Sax (Geschäftsführer)[1]
Mitarbeiter 30[2]
Umsatz 10 Mio. CHF[2]
Branche Farben- und Lackhersteller
Website sax.ch
Stand: 31. Dezember 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Sax-Farben ist ein Schweizer Farben- und Lackhersteller mit Sitz in Schlieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1889 vom Kaufmann Jakob Sax und seiner Frau Anna Wyss als Sax-Wyss & Cie. in Basel gegründet. Es stellte Ölfarben her und handelte mit Farbpigmenten sowie Ölen.

1912 wurde das neue Domizil beim Bahnhof Urdorf im Kanton Zürich bezogen. Dort begann Jakob Sax mit der Herstellung von Zweikomponenten-Mineralfarben auf Silikatbasis. Er entwickelte mehr als ein Dutzend Patente,[3] darunter auch eine Farbpresse zum Transport und Gebrauch von Ölfarben.[4] Das Unternehmen betreibt den einzigen noch vorhandenen Kollergang in der Schweiz.[5]

1935 übernahm sein Sohn Willy Sax das Unternehmen. Er ergänzte das Sortiment mit Künstler-Ölfarben nach eigenen Rezepturen. Dies machte den Markennamen Sax in Künstlerkreisen über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt. Schon in den 1930er-Jahren begann Cuno Amiet mit Sax-Farben zu malen.[6]

Bei einem Besuch in der Schweiz wollte der britische Staatsmann und Maler Winston Churchill 1946 seinen Farbenlieferanten persönlich kennenlernen und lud Willy Sax ins Grandhotel Dolder ein. Aus dieser Begegnung entstand eine Freundschaft mit wechselseitigen Besuchen.[7][8][9] Austausch und Begegnungen gab es auch mit Künstlern wie Hermann Hesse und Oskar Kokoschka. Für einige Künstler wurden sogar besondere Töne gemischt, wie z. B. ein spezielles Rot-Violett für Richard Paul Lohse[10] oder ein Königsblau für Winston Churchill.[11]

1954 wandelte Willy Sax das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Nach dem Tod von Willy Sax übernahm 1964 seine Tochter Maja das Unternehmen.

1975 entwickelte Sax-Farben im eigenen Forschungslabor eine Silkonharz-Farbe,[12] die zunächst in der Schweiz und dann europaweit eingeführt und 1977 zum Patent angemeldet wurde.[13][14][15] Das Farbsystem «Hydrosil» ergibt nebst der ästhetischen Wirkung einen dampfoffenen Schutz von Fassaden vor Feuchtigkeit, was zur Werterhaltung der Bausubstanz führt und die Renovationszyklen verlängert. Hinzu kamen weitere Mineralfarbsysteme für die Baumalerei, was die Sax-Farben zum heute einzigen Schweizer Hersteller von Zweikomponenten-Mineralfarben macht.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kollergang zur Pigmentverarbeitung (2014)

Das Unternehmen ist seit 1935 weiterhin der einzige Schweizer Hersteller von Künstler-Ölfarben.[16]

Im Jahr 1975 trat André Sax, Sohn von Maja Sax, in das Unternehmen ein. Er übernahm 1996 die Geschäftsleitung und führt das Familienunternehmen in vierter Generation weiter.

Die Innensilikatfarbe „KaliSan“ wurde 2005 als erste Schweizer Farbe[17] mit dem natureplus-Umweltgütesiegel ausgezeichnet.[18] Das Unternehmen ist auch ein langjähriger Anbieter im Bereich der Restauration historischer Bauten.[16] Sax-Farben richtete 2011 und 2012 zwei Tagungen zum Denkmalschutz aus,[19] die u.a. von Mitarbeitern der Baudirektion des Kantons Zürich besucht wurden.[20] Für die Restaurierung der Nikolaikirche Potsdam wurden die Kalkfarben für den denkmalgerechte Anstrich bei Sax-Farben in der Schweiz gemischt.[21]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sax-Farben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Sax-Farben, Aktiengesellschaft, Internet-Auszug, Handelsregister des Kantons Zürich, abgerufen am 4. Oktober 2016.
  2. a b Medieninformation
  3. Patentsuche "Jakob Sax" beim Europäischen Patentamt, abgerufen am 6. Dezember 2016
  4. US-Patent 1 544 938, angemeldet am 18. Juni 1923.
  5. Wilma Fasola: Sax es mit Farbe. Punkt Magazin 3/2014, S. 68–69.
  6. Adèle Tatarinoff-Eggenschwiler: Cuno Amiet: Ein Malerleben. Vogt-Schild, Solothurn 1958, S. 88.
  7. Reginald Augustus Langford: England – Schweiz unentschieden: Wie ein Brite die Eidgenossen kennenlernte. Diogenes, Zürich 1957, S. 133–134.
  8. Sophie Rüesch: Urdorf: Winston Churchill und Willy Sax: ein Königreich für drei Farbtöne, Limmattaler Zeitung, 29. Oktober 2015.
  9. Philipp Gut: Champagner mit Churchill, Die Weltwoche, Ausgabe 44/2015.
  10. Farbe als Produkt, Sax-Künstlerfarben
  11. Rainer Blasius: Churchill und die Schweiz: Königsblau für Sir Winston, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Dezember 2015.
  12. Silicon-Fassadenfarbe, ein neues Anstrichsystem, Schweizerische Bauzeitung 1976, Heft 4, G 11; Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.e-periodica.ch%2Fdigbib%2Fview%3Fpid%3Dsbz-002%3A1976%3A94%3A%3A936%23936~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D
  13. Schweizer Patent CH618462, angemeldet am 14. Oktober 1977.
  14. österreichisches Patent AT374815, angemeldet am 9. November 1978.
  15. 40 Jahre Silikonharzfarben in der Schweiz, Applica 5/2014, Fachzeitschrift des Schweizerischen Maler- und Gipsergewerbes.
  16. a b Eugenie Holliger, Christina Sieg und Jörg Krichbaum: Swiss Standards: 100 Produkte und Objekte in der Schweiz, die als prominenter Teil für das Ganze stehen. Namen und Begriffe, die die Qualität der schweizerischen Wirtschaft repräsentieren. Werd Verlag, Thun/Gwatt 1994, S. 48.
  17. Malerblatt des Malerunternehmerverbandes Luzern und Umgebung, Dezember 2005, S. 4.
  18. Zertifikat 0602-0508-049-1 bei baubook.at, abgerufen am 1. September 2016.
  19. Zweiter Denkmalschutztag bei der Firma Sax (Memento vom 1. Oktober 2016 im Webarchiv archive.is), Sax-Farben.
  20. Tätigkeitsbericht Archäologie und Denkmalpflege 2012, Amt für Raumentwicklung, Kanton Zürich, PDF, S. 19.
  21. Günter Schenke: Nikolaikirche: 2000 Liter Farbe in der Schweiz gemischt, Potsdamer Neueste Nachrichten, 1. September 2011
  22. Rezensionsnotizen zu Champagner mit Churchill. Der Zürcher Farbenfabrikant Willy Sax und der malende Premierminister bei perlentaucher.de
  23. Werner Vogt: Der malende Premier und der Farbenfabrikant, Neue Zürcher Zeitung, 5. November 2015, S. 43.

Koordinaten: 47° 23′ 28″ N, 8° 26′ 12″ O; CH1903: 675350 / 249400