Sax (Alicante)

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Gemeinde Sax
Sax – Ortsansicht mit Burgberg
Sax – Ortsansicht mit Burgberg
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Sax
Sax (Alicante) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Valencia
Provinz: Alicante
Comarca: Alto Vinalopó
Koordinaten 38° 32′ N, 0° 49′ WKoordinaten: 38° 32′ N, 0° 49′ W
Höhe: 472 msnm
Fläche: 63,48 km²
Einwohner: 9.737 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 153,39 Einw./km²
Postleitzahl: 03630
Gemeindenummer (INE): 03123 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: www.sax.es

Sax (katalanisch Saix) ist eine Kleinstadt und eine südostspanische Gemeinde (municipio) mit 9737 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) in der Provinz Alicante der Valencianischen Gemeinschaft.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sax liegt am nur im Winter und Frühjahr sowie nach länger anhaltenden oder starken Regenfällen wasserführenden Río Vinalopó etwa 46 Kilometer (Fahrtstrecke) nordwestlich der Provinzhauptstadt Alicante in einer Höhe von etwa 470 Metern ü. d. M. Die sehenswerte Stadt Elx (spanisch: Elche) befindet sich etwa 43 Kilometer südlich. Die Kleinstadt wird überragt von einem imposanten Burgberg (Peña del Castillo).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2000 2006
Einwohner 4.664 5.655 7.307 8.257 8.570 9.577

Im ausgehenden 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schwankte die Einwohnerzahl zwischen 3.000 und 4.000 Personen. Seit den 1940er Jahren ist ein immer noch anhaltendes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahrhundertelang lebten die Bewohner des Ortes direkt oder indirekt (als Händler oder Handwerker) von der Landwirtschaft. Der Weinbau spielte im 19. Jahrhundert bis zum Ausbruch der Reblauskrise eine große wirtschaftliche Rolle. Zwischenzeitlich wurde die Landwirtschaft als Lebensgrundlage durch kleine Handwerks-, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen abgelöst. Dennoch befinden sich auf dem Gemeindegebiet Oliven- und Mandelbaumplantagen sowie Weinfelder.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Ausgrabungen am Burgberg ist die Anwesenheit von Menschen in der Bronzezeit belegt; auch ein iberisches Gräberfeld wurde entdeckt. Der Ort ist möglicherweise identisch mit dem von Ptolemäus erwähnten Segisa, das zum Gebiet der iberischen Bastetaner gehörte; jedenfalls wurden bei Ausgrabungen zwei römische Landgüter (villae rusticae) gefunden. Im 8. Jahrhundert kam der Ort unter islamische Herrschaft (siehe Al-Andalus) und blieb es auch während der Eroberung Valencias und seines Umlandes durch El Cid im Jahr 1094. Durch das Eintreffen der von den Almoraviden geführten Berberstämme im Jahre 1102 zögerte sich die Rückeroberung (reconquista) noch ein weiteres Jahrhundert hinaus, bis in den 1230er und 1240er Jahren die Truppen König Jakobs I. von Aragón die Gegend unter ihre Kontrolle brachten, wobei sich die Ritter des Calatrava-Ordens besonders hervortaten. Im Jahr 1480 machten die Katholischen Könige Isabella und Ferdinand das Gebiet zum Besitz der Krone. Im Verlauf des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) flüchteten sich Einheiten der auf Seiten der Bourbonen gegen die Habsburger kämpfenden Truppen während der Schlacht bei Almansa (1707) auf den Burgberg von Sax, den sie mit Unterstützung der Bevölkerung mehrere Tage lang verteidigten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ermita de San Blas und Castillo
Iglesia de la Asunción
  • Bedeutendste Sehenswürdigkeit von Sax ist die spätmittelalterliche Burg (castillo) die auf der Spitze eines Felsen die Silhouette der Stadt dominiert. Von ihr sind noch Teile der Mauern sowie zwei Türme erhalten – der größere der beiden ist der freistehende Bergfried (torre del homenaje) mit seinen bis zu zwei Meter dicken Mauern; der kleinere wird Torre de Albarrana genannt. Innerhalb der Burgmauern befindet sich eine Zisterne (aljibe), mit deren Hilfe die Wasserversorgung sichergestellt wurde.
  • Die dem hl. Blasius, dem Schutzpatron der Stadt, geweihte Ermita de San Blas entstand bereits im 13. Jahrhundert auf den rechteckigen Grundmauern einer Moschee. Die Apsis ist wahrscheinlich eine spätere Hinzufügung. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Bau wiederholt dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst.
  • Die im 16. Jahrhundert erbaute Iglesia de la Asunción ist die größte Kirche der Stadt. In ihr vereinigen sich einfaches provinzielles spätgotisches Formengut mit Renaissance- und Barockelementen.
  • Eine weitere sogenannte Einsiedlerkirche, die Ermita de la Soledad, befindet sich an der Stelle des ehemaligen Friedhofs, der zu einem innerstädtischen Platz umgestaltet worden ist. Sie birgt eine Figur der Virgen de la Soledad, die bei den Prozessionen der Karwoche (Semana Santa) eine wichtige Rolle spielt.
  • Auf der Nordseite des Burgbergs findet sich ein Eiskeller (pozo de nieve), in dem das im Winter von den etwa 15 Kilometer weiter östlich gelegenen und über 1000 Meter hohen Bergen herbeigeholte Schneeeis bis zum Spätsommer aufbewahrt und an zahlungskräftige Interessenten verkauft wurde.
Umgebung
  • Im Nordosten des Gemeindegebiets befindet sich eine Parkanlage (La Torre) mit Funden aus römischer und maurischer Zeit. Hier befinden sich auch zwei Bauten des 19. Jahrhunderts – die Ermita de San Pancracio und die Casa de la Torre. Eine Quelle (Fuente del Amparador) sicherte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts die Wasserversorgung von Sax.

Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anfang Februar veranstaltet die Stadt zu Ehren von San Blas, dem Schutzpatron der Stadt seit 1627, Umzüge mit als Moros y Cristianos verkleideten Gruppen.
  • Eine Woche später, am 12. Februar, wird das Fest der ehemaligen Schutzpatronin, der hl. Eulalia gefeiert.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).