Sayyid

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Im Osmanischen Reich hatten die Sayyids das Privileg, einen grünen Turban zu tragen

Sayyid oder Sajid (Plural Sadat; arabisch سَيِّد, DMG Sayyid ‚Herr‘, auch als Anrede, weibliche Form arabisch سَيِّدة, DMG Sayyida ‚Frau, Dame‘, auch als Anrede;[1] persische Aussprache Seyyed; türkisch Seyyid; albanisch Seid; kurdisch Seyîd, weibliche Form: Seyyîde; malaiisch Syed; bosnisch Sejdić)[2] ist der Ehrentitel der Nachkommen Mohammeds, des Propheten des Islams, die von ihm über seine Tochter Fatima und deren Ehemann Ali ibn Abi Talib väterlicherseits abstammen. Zum Beweis des Titelanspruchs wird unter anderem ein genauer Stammbaum geführt. Unter den islamischen Klerikern tragen die Sayyids einen schwarzen Turban, während alle anderen weiße tragen. Innerhalb des schiitischen Islams (etwa in Iran und Irak) gelten als legitime Nachkommen die Geistlichen, welche von Fatima und Ali ibn Abi Talib über deren jüngeren Sohn al-Ḥusain b. ‘Alī abstammen. Der Titel Scherif (arabisch شريف Scharīf, DMG Šarīf), „der Edle“, gilt hingegen für die Nachkommen von dessen älterem Bruder al-Hasan ibn ʿAlī, darunter für die Herrscherhäuser von Jordanien und Marokko. Sie tragen einen grünen Turban.

Unterscheidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da für arabische Begriffe oft eine ungenaue oder zumindest uneinheitliche lateinische Umschrift verwendet wird, kann der Titel Sayyid mit den Namen Said (سعيد, DMG Saʿīd) oder Zaid (زيد, DMG Zaid) verwechselt werden, die sich in der Aussprache aber deutlich voneinander unterscheiden.

Afghanistan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Afghanistan werden die Sayyid als ethnische Gruppe anerkannt. Am 15. März 2019 beschloss Präsident Ashraf Ghani, den „Stamm der Sadat“ in den elektronisch erfassten nationalen Personaldaten zu erwähnen.[3] Sie nehmen in Afghanistan einen Ehrenplatz ein. Die mehrheitlich in Balch und Kundus im Norden und in Nangarhar im Osten lebenden Sayyiden sind sunnitische Muslime, aber es gibt auch einige, darunter in der Provinz Bamiyan, die dem schiitischen Islam angehören. Diese werden oft als Sadat bezeichnet, ein Wort, das traditionell „im nördlichen Hedschas-Gebiet und in Britisch-Indien gleichermaßen auf die Nachfahren von Hasan und Hussein, (den ersten schiitischen Märtyrern) Söhnen von Ali und Enkeln von Mohammed, angewendet wurde“.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Wehr: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1968, S. 401.
  2. I. Smailovic: Muslimananska imena orijentalnog porijekla u B i H-u. (dt: Muslimische Namen orientalischen Ursprungs in BiH). Sarajevo 1990, Seite 140.450.459–461. A. Skaljic: Turcizmi u srpskorhvatskom jeziku (dt.: Turkismen in der serbokroatischen Sprache). Sarajevo 1985, Seite 555. B. Klaić: Rjecnik stranih rijeci (Fremdwörterbuch). Zagreb 1962, Seite 1312–1313.
  3. https://pajhwok.com/2019/03/15/ghani-decrees-mentioning-sadat-tribe-electronic-id-card/
  4. https://nps.edu/web/ccs/ethnic-genealogies