Sberbank

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Sberbank Rossii OAO
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Rechtsform Öffentliche Aktiengesellschaft
ISIN RU0009029540
Gründung 1841
Sitz Moskau
RusslandRussland Russland

Leitung

  • Herman Gref, Vorstandsvorsitzender
  • Sergej M. Ignatjew, Vorsitzender des Aufsichtsrats
Mitarbeiter Über 250.000 [1]
Branche Bank
Website www.sberbank.ru/en/

Sberbank (russisch ПАО Сбербанк России PAO Sberbank Rossii) ist die größte Finanzinstitution Russlands und eine internationale Finanzgruppe mit Firmensitz in Moskau.

Die Sberbank hält fast ein Drittel des Vermögens des russischen Bankensektors und den höchsten Anteil an Spareinlagen in Russland. Sie ist einer der größten Kreditgeber der russischen Wirtschaft.[2] Die Sberbank hat mehr als 137 Millionen Privatkunden und mehr als 1 Million Firmenkunden in 22 Ländern. Die Bank verfügt mit mehr als 16.500 Filialen über das größte Vertriebsnetz in Russland.[3] Die internationalen Geschäftstätigkeiten umfassen unter anderem das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten, die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, Mittel- und Osteuropa, die Türkei und andere Länder.[4]

Aktiengesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bank ist eine Aktiengesellschaft. Die Bank Rossii (Zentralbank der Russischen Föderation) besitzt 50 % plus eine Aktie, die übrigen Anteile werden von russischen und internationalen Investoren gehalten. Vorstandsvorsitzender ist seit November 2007 der ehemalige russische Wirtschaftsminister Herman Gref.[5]

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sberbank ist die historische Nachfolgerin der von Zar Nikolaus I. gegründeten Sparkasse. Aus zwei kleinen Institutionen in Sankt Petersburg und Moskau mit 20 Mitarbeitern wurde schnell ein ausgedehntes Netzwerk an Sparkassen in ganz Russland. Während der Sowjetzeit wurden sie in das staatliche Sparkassensystem integriert. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde die Sberbank zu einer staatlichen Universalbank und einer internationalen Gruppe, die in mehreren Ländern vertreten ist.[6]

Das Unternehmen ist seit 1996 im RTS-Index und auf der London Stock Exchange (ADR) gelistet. In den Jahren 2006 bis 2009 kaufte die Gruppe Banken in Belarus,[7] Ukraine[8] und Kasachstan[9]. 2011 kaufte Sberbank das internationale Geschäft der Volksbank Gruppe[10]. 2012 kaufte Sberbank die türkische Denizbank von der Dexia NV/SA.[11]

Sberbank Europe AG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sberbank Europe Group mit Sitz in Wien befindet sich zu 100 % im Eigentum der Sberbank of Russia. Sie operiert in zehn Ländern (Bosnien und Herzegowina, Österreich, Kroatien, Serbien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn und Deutschland), betreibt 282 Filialen und beschäftigt 4.962 Mitarbeiter (Stand 30. Juni 2014).[12] Als Mitglied der Einlagensicherung der Banken & Bankiers GmbH besteht in Österreich eine Einlagensicherung in Höhe von bis zu 100.000 Euro.

Sberbank Direct[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sberbank Direct ist die Online-Marke der Sberbank Europe AG und bietet Produkte für Privatkunden an. Die Bank arbeitet mit einem mobilen TAN-Verfahren und einer TÜV-zertifizierten Online-Banking-Software.[13] Die Sberbank Europe expandiert nach Deutschland und bietet über ihre Niederlassung in Frankfurt deutschen Sparern das Sberbank Direct Tagesgeld. In Deutschland ist die Sberbank seit dem 28. Juli 2014 mit einer Niederlassung in Frankfurt am Main vertreten und Mitglied im Bundesverband Deutscher Banken. Sie bietet Onlineprodukte, darunter ein Tagesgeldkonto, an.

EU-Sanktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Mutterkonzern Sberbank aufgrund der restriktiven Maßnahmen angesichts der Handlungen Russlands, die die Lage in der Ukraine destabilisieren auf der Sanktionsliste der Europäischen Union steht, ist die Sberbank Europe zunächst nicht davon betroffen. Es sind allerdings weitergehende EU-Maßnahmen nicht ausgeschlossen.[14]

Die Sberbank Europe ist jedoch zunächst nicht davon betroffen.[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Natalia Babintseva, Michail Litvjakov, Olga Savkevitsch: Das Sparkassenwesen in Rußland und in der ehemaligen UdSSR: Eine Betrachtung von außen. In: Bankhistorisches Archiv. 1/1994, Zeitschrift für Bankengeschichte, herausgegeben vom Wissenschaftlichen Beirat des Institutes für bankhistorische Forschung, Frankfurt am Main.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sberbank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Sberbank.com
  2. [2] Sberbank.com
  3. [3] Sberbank.com
  4. [4] Website der Sberbank Europe AG. Abgerufen am 18. August 2014.
  5. [5] Website der Sberbank Europe AG. Abgerufen am 18. August 2014.
  6. Website der Sberbank of Russia. Abgerufen am 18. August 2014.
  7. [6] Bps-sberbank.by
  8. [7] Sberbank.ua
  9. [8] Sberbank.kz
  10. [9] RT.com
  11. Verkauf an die Sberbank. Abgerufen am 28. September 2012.
  12. [10] Website der Sberbank Europe AG. Abgerufen am 6. November 2014.
  13. [11] Website der Sberbank Direct. Abgerufen am 18. August 2014.
  14. http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=uriserv:OJ.L_.2014.229.01.0001.01.DEU
  15. http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=uriserv:OJ.L_.2014.229.01.0001.01.DEU