Schöllnhof

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Schöllnhof
Stadt Freystadt
Koordinaten: 49° 11′ 59″ N, 11° 18′ 52″ O
Höhe: 410 m ü. NHN
Einwohner: (31. Dez. 2016)
Postleitzahl: 92342
Vorwahl: 08469
Schöllnhof
Schöllnhof

Schöllnhof ist ein Gemeindeteil der Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöllnhof liegt in der Frankenalb auf der Jurahochfläche auf 410 m ü. NHN und ist von der Altstadt des Gemeindesitzes etwa ein Kilometer in westlicher Richtung entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöllnhof ist erstmals 1512 urkundlich genannt.[1] In einem Salbuch, das die Stadt Nürnberg über das ihnen von Pfalzgraf Ottheinrich zur Schuldendeckung als Pfand überlassene Amt Hilpoltstein zwischen 1544 und circa 1564 anlegen ließ, heißt der Hof „Zeitzelhof“; er gehörte dem Wolf Friedrich von Lentersheim. Um 1600 gehörte der Hof denen von Emhaim. Vor 1664 fand eine Hofteilung statt.[2] Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, und auch in den nächsten 150 Jahren bestand die Ansiedelung aus zwei Höfen. Sie unterstanden hochgerichtlich und niedergerichtlich dem kurfürstlich-baierischen Pflegamt Hilpoltstein. Grundherren der Höfe waren nunmehr das Kastenamt Hilpoltstein und das Rentamt Hilpoltstein.[3]

Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde der Steuerdistrikt Mörsdorf im Landgericht und Rentamt Hilpoltstein im späteren Mittelfranken gebildet, dem die Einöde Schöllnhof angehörte. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurde die Gemeinde Michelbach gebildet, der das Dorf Michelbach und die drei Einöden Rothenhof, Rumleshof und Schöllnhof zugeteilt waren.[4] Alle vier Ansiedelungen gehörten zur Pfarrei Meckenhausen; am 23. Oktober 1872 wurden jedoch Rothenhof und Schöllnhof nach Freystadt umgepfarrt, wohin die Kinder auch zur Schule gingen.[5] 1875 hatten die Bauern von Schöllnhof sieben Pferde und 36 Stück Rindvieh; in der Gemeinde Michelbach gab es nach offizieller Zählung zu dieser Zeit 21 Pferde, 260 Stück Rindvieh, 60 Schafe, 121 Schweine und drei Ziegen.[6] Standen 1900 noch zwei Wohngebäude in Schöllnhof, so waren es 1950 drei Wohngebäude.

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Michelbach aus dem mittelfränkischen Landkreis Hilpoltstein ausgegliedert und zum 1. Juli 1972 in die Stadt Freystadt im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz eingemeindet.[7] Seitdem ist der Weiler Schöllnhof einer von 33 Ortsteilen von Freystadt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1837: 15 (2 Anwesen)[8]
  • 1875: 17 (5 Gebäude)[9]
  • 1900: 16 (2 Wohngebäude)[10]
  • 1938: 16 (Katholiken)[11]
  • 1950: 32 (3 Anwesen)[12]
  • 1961: 16 (3 Wohngebäude)[13]
  • 1973: 15[14]
  • 1978: 15[15]
  • 31. Dezember 2016: 4[16]

Baudenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als solches gilt das Bauernhaus Haus Nr. 1, ein Wohnstallbau aus dem 18./19. Jahrhundert.[17]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöllnhof liegt an der Staatsstraße 2220, die von Freystadt her über Schöllnhof und Braunshof nach Mörsdorf führt und dort die Kreisstraße NM 40 kreuzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938
  • Wolfgang Wiessner: Historischer Atlas von Bayern. Teil Franken, Reihe I, Heft 24: Hilpoltstein, München: Kommission für Bayrische Landesgeschichte, 1978

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wiessner, S. 38
  2. Carl Siegert: Geschichte der Herrschaft, Burg und Stadt Hilpoltstein, ihrer Herrscher und Bewohner... . Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg, 20. Band, Regensburg 1861, S. 208, 221; Wiessner, S. 41
  3. Wiessner, S. 233
  4. Wiessner, S. 255
  5. Buchner I, S. 346, II, S. 118
  6. Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Spalte 890
  7. Wilhelm Volkert (Hg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980, München 1983, S. 533
  8. Wiessner, S. 255
  9. Ortschaften-Verzeichnis 1876, Spalte 890
  10. Ortschaften-Verzeichnis 1904, Spalte 1220
  11. Buchner I, S. 346
  12. Wiessner, S. 255
  13. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 797
  14. Wiessner, S. 255
  15. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand: 1.Mai 1978. München 1978, S. 121
  16. Website der Gemeinde Freystadt
  17. Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 147

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schöllnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien