Schön- und Widerdruck

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Als Schön- und Widerdruck bezeichnet man das doppelseitige Bedrucken eines Druckbogens mit in der Regel voneinander verschiedenen Druckformen.

Unter Schöndruck ist hierbei der erste Druckgang zu verstehen, nach dem der Bedruckstoff, meistens Papier, gewendet wird und der zweite Druckgang, der sogenannte Widerdruck, mit einem vom ersten Druckgang verschiedenen Druckmotiv auf die Rückseite des Schöndrucks erfolgt. Der Wendevorgang geschieht entweder durch Umschlagen oder durch Umstülpen des erst einseitig bedruckten Bogens.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgten Schön- und Widerdruck in zwei zeitlich voneinander getrennten Druckgängen. Nachdem die komplette Druckauflage im Schöndruck fertiggestellt war, wurden die Druckbogen manuell oder halbmanuell (Wendetisch) gewendet und erneut für den Widerdruck in die Druckmaschine angelegt. Später konnte mit Hilfe von Wendeeinrichtungen, die in einer Druckmaschine mit mehreren Druckwerken den Druckbogen innerhalb der Maschine wendeten (Schön- und Widerdruckmaschine, genannt Perfector, da der Bogen nach dem ersten Druckgang bereits „perfekt“ aus der Maschine kommt), der beidseitige Druck in einem einzigen Druckgang durchgeführt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Hiller: Wörterbuch des Buches. 5., vollständig neu bearbeitete Auflage. Klostermann, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-465-02511-3.