Schönebeck (Essen)

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Wappen von Schönebeck
Wappen der Stadt Essen

Schönebeck
Stadtteil von Essen

Lage von Schönebeck im Stadtbezirk IV Borbeck
Basisdaten
Fläche 3,31 km²
Einwohner 9949 (30. Jun. 2017)
Koordinaten 51° 27′ 20″ N, 6° 56′ 18″ OKoordinaten: 51° 27′ 20″ N, 6° 56′ 18″ O
Höhe 82 m
Eingemeindung 1. Apr. 1915
Räumliche Zuordnung
Postleitzahl 45359
Stadtteilnummer 16
Bezirk Stadtbezirk IV Borbeck
Bild
Schönebeck, Blickrichtung Norden

Schönebeck, Blickrichtung Norden

Quelle: Statistik der Stadt Essen

Schönebeck ist ein westlicher Stadtteil der Stadt Essen. Er wird im Westen von Bedingrade und Mülheim an der Ruhr-Dümpten, im Norden von Borbeck-Mitte und Bochold, im Osten von Altendorf und Frohnhausen (Borbecker Mühlenbach) und im Süden von Mülheim an der Ruhr-Winkhausen (Rosendeller Bach) begrenzt. Schönebeck liegt über dem Winkhauser Tal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Schönebeck ist seit 1795 amtlich überliefert. Zu dieser Zeit war der Ort eine Bauerschaft mit 259 Einwohnern. Er gehörte seit dem 1. September 1808 zur Bürgermeisterei Borbeck, die 1915 nach Essen eingemeindet wurde. Wie das übrige, durch Bergbau und Schwerindustrie geprägte Stadtgebiet, so erlitt auch Schönebeck schwere Schäden im Zweiten Weltkrieg. In dieser Zeit wurde im Rahmen des Führer-Sofortprogramms in den Jahren 1940 bis 1941 ein sechsgeschossiger Luftschutz-Turmbunker für 250 Personen an der Frintroper Straße errichtet. Er ist 2014 unter Denkmalschutz gestellt worden.[1]

Heute hat der Stadtbezirk IV Borbeck – mit den Stadtteilen Bedingrade, Bergeborbeck, Bochold, Borbeck-Mitte, Dellwig, Frintrop, Gerschede, Schönebeck – etwa 80.000 Einwohner.

Bergbaugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Beginn der Industrialisierung ist Schönebeck vom Bergbau geprägt. Die Anfänge des modernen Ruhrgebiets-Bergbaus in Schönebeck reichen zum Anfang der 1830er Jahre zurück, als es dem Industriellen Franz Haniel in Schönebeck gelang, zum ersten Mal die Mergeldecke zu durchstoßen. Neben dem Schurfschacht Franz und dem Schacht Kronprinz entstand nördlich des Terrassenfriedhofs der Schacht Wolfsbank, der bereits 1896 wieder geschlossen wurde. An der Aktienstraße wurde in den Jahren 1901 bis 1903 der Schacht Kronprinz als Schacht 3 der Mülheimer Zeche Rosenblumendelle neu abgeteuft. Während der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigte auch der Mülheimer Bergwerks-Verein als Eigentümer der Zeche ausländische Zwangsarbeiter, für die an der Heißener Straße 222 ein Lager errichtet worden war. Im Zuge der Bergbaukrise wurde die Zeche 1961 stillgelegt.

Arbeitersiedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch heute erinnern im Kern erhaltene Arbeitersiedlungen an die industrielle Tradition des Stadtteils. Sie befinden sich an der Altendorfer Straße / Fliegenbuschweg / Riekenbank / Kreftenscheerweg und am Rötterhoven / Aktienstraße. Die Siedlung an der Ardelhütte / Schacht-Kronprinz-Straße / Schönebecker Straße führt unter dem Namen Bergbaukolonie Schönebeck e. V. ein auf die Pflege bergmännischer Kultur ausgerichtetes sozialorientiertes Vereinsleben.

Siepentäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtebaulich sind die vergangenen Jahrzehnte vom Kampf um die Erhaltung der für das nördliche Ruhrgebiet einzigartigen Siepentäler bestimmt, die immer wieder von anderen als Grünplanungen bedroht sind. Vor allem das städteübergreifende Winkhauser Tal hat sich bis heute gegen Autobahnplanung („Ostfriesenspieß Emden-Bottrop-Bonn“) sowie Gewerbe-, Deponie- und andere Bauvorhaben behaupten müssen.[2] Im Jahr 1984 wurden die 32,9 Hektar großen Talzüge Schönebecker Schlucht, Kamptal und Winkhauser Tal wegen ihrer ökologischen Bedeutung unter Naturschutz gestellt. Auf Mülheimer Seite erfolgte die Unterschutzstellung des Winkhauser Tals nach der Jahrtausendwende.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt in Rot und Grün durch einen goldenen (gelben) Wellenbalken, oben eine goldene (gelbe), das Feld ausfüllende, zwölfstrahlige Sonne mit silberner (weißer) Korona.“

Das Wappen wurde von Kurt Schweder entworfen und hatte nie offiziellen Charakter. Ende der 1980er Jahre schuf der Heraldiker für alle Essener Stadtteile Wappen. Sie sind inzwischen von der Essener Bevölkerung gut angenommen worden.

Bedeutung: Die früheren Schreibweisen „Sconenbeke“ und „Schonenbeke“ liefern eine eindeutige Namensdeutung; gemeint ist der schöne Bach. Das Wappen deutet auf den Namen hin. Die strahlende Sonne steht für „schön“ und der Wellenbalken für den Bach „Schönebecke“ im Naturschutzgebiet Schluchttal.[3]

Schönebeck heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Versorgung der Wohngebiete mit Lebensmittel- und Möbelgeschäften, Baumarkt, Schnellrestaurant, Poststelle und Tankstellen erfolgt von den Hauptverkehrsstraßen am Rand des Stadtteils. Dort befindet sich auch die Zentrale von Europas größtem Schuhhändler Deichmann SE. Im Siedlungsgebiet selbst befinden sich nur vereinzelt Geschäftsbetriebe. Das nächste Mittelzentrum liegt im angrenzenden Stadtteil Borbeck-Mitte im Zentrum des Stadtbezirks.

Kirchen und Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirchengemeinde Essen-Bedingrade-Schönebeck und die Katholische Kirchengemeinde St. Antonius Abbas bieten auch Kindertagesstätten. Als Grundschulstandorte stehen die Schulen an der Heißener Str. 49 und 74 zur Verfügung, die den zum 1. August 2015 neu gegründeten Schulverbund Eichendorffschule Schönebeck. Städtische kath. Grundschule mit Gemeinschaftsschulteilstandort. Primarstufe bilden. Weiterführende Schulen sind im Stadtbezirk Borbeck vorhanden.

Terrassenfriedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In die Siepentäler eingebettet ist der Terrassenfriedhof, auf dem unter anderem insgesamt 1698 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter liegen, die während des Zweiten Weltkrieges in Essen ums Leben kamen. Darunter sind 1667 aus der Sowjetunion, 11 Belgier, 7 Polen, 6 Jugoslawen, 3 Niederländer und drei Personen aus der damaligen Tschechoslowakei und Bulgarien. Von all denen sind 300 Opfer unbekannten Namens.[4]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil Schönebeck ist aus der Fusion von VfB 1919 Borbeck und SC Grün-Weiß Schönebeck hervorgegangene SG Essen-Schönebeck 19/68 e. V. mit zahlreichen Sparten der größte Verein entstanden. Die Damenmannschaft spielt in der ersten Fußball-Bundesliga. Im Jahr 1959 wurde das Schönebecker Jugendblasorchester gegründet, das seinen Sitz in sein Vereinsheim nach Borbeck-Mitte an die Schlossarena verlegt hat.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Öffentlichen Nahverkehr wird Schönebeck von den Straßenbahnlinien 103, 105 und 104 (Teilbetrieb mit der MVG), der Buslinie 186 und den Nachtexpressen NE11 und NE4 (MVG) der EVAG erschlossen, womit sich Direktverbindungen in die Essener und Mülheimer Innenstadt ergeben. Am Haltepunkt Essen Borbeck-Süd verkehrt die Linie S9 der S-Bahn Rhein-Ruhr mit Verbindungen nach Haltern am See und Wuppertal.

Am Rande des Stadtteils zu Borbeck verläuft als Frintroper Straße die B 231, welche den Stadtteil mit der Essener Innenstadt und Oberhausen verbindet. Wenige Meter von der Grenze zu Mülheim-Winkhausen entfernt, besteht ein Anschluss an die A 40.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Essen-Schönebeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen; abgerufen am 5. Januar 2017
  2. Vgl. im Einzelnen Wolfgang Sykorra: Von den Talmulden zum Regionalen Grünzug B. In: Essener Beiträge 128 (2015), S. 261 – 296.
  3. Vgl. dazu Johann Rainer Busch: Kurt Schweders Wappen der Essener Stadtteile. Essen 2009, ISBN 978-3-00-028515-8, S. 73.
  4. Gedenktafel vor Ort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Koerner, Klaus Scholz, Wolfgang Sykorra: Man war nie fremd. Die Essener Bergbaukolonie Schönebeck und ihr Stadtteil. Edition Rainruhr, Essen 2009, ISBN 978-3-9811598-9-9.
  • Hugo Rieth: Eine Wanderung durch Schönebeck, einen fast unbekannten Stadtteil. In: Die Heimatstadt Essen. Jahrgang 15, 1963/64, S.97–101