Schöneberg (Uckermark)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Schöneberg führt kein Wappen
Schöneberg (Uckermark)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schöneberg hervorgehoben
Koordinaten: 53° 0′ N, 14° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Oder-Welse
Höhe: 65 m ü. NHN
Fläche: 46,62 km2
Einwohner: 840 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 16278, 16303
Vorwahlen: 033338, 033335
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 505
Adresse der Amtsverwaltung: Gutshof 1
16278 Pinnow
Webpräsenz: www.amt-oder-welse.de
Bürgermeister: Wilfried Schramm
Lage der Gemeinde Schöneberg im Landkreis Uckermark
AngermündeBerkholz-MeyenburgBoitzenburger LandBrüssowCarmzow-WallmowCasekowFlieth-StegelitzGartz (Oder)GerswaldeGöritzGramzowGrünowHohenselchow-Groß PinnowLychenMark LandinMescherinMilmersdorfMittenwaldeNordwestuckermarkOberuckerseePassowPinnowPrenzlauRandowtalSchenkenbergSchönebergSchönfeldSchwedt/OderTantowTemmen-RingenwaldeTemplinUckerfeldeUckerlandZichowBrandenburgKarte
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Schöneberg ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Uckermark in Brandenburg (Deutschland). Sie wird vom Amt Oder-Welse mit Sitz in Pinnow verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet, im Südosten der Uckermark gelegen, erstreckt sich vom unter Naturschutz stehenden Felchowsee im Norden über den kuppigen Grundmoräneenbereich bis zur Oder im Süden, die die Grenze zu Polen bildet. Teile der Gemeinde liegen im Nationalpark Unteres Odertal. Dazu gehören das Poldergebiet zwischen der Oder und der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße mit zahlreichen Oder-Altarmen sowie die Wälder und Hänge östlich und westlich von Schöneberg. Die Erhebungen Koppelberg und Gehegeberg / Burgwallberg fallen um ca. 40 m steil zum Urstromtal der Oder ab. Der höchste Punkt in der Gemeinde ist der Mühlenberg nahe Flemsdorf mit 74 m ü. NHN. Die Städte Angermünde und Schwedt/Oder liegen ca. 10 km entfernt.

Gemeindeflächennutzung

(Stand: 2004)

Art ha
Landwirtschaftsfläche ca. 3.100
Waldfläche
(u. a. Schönower Heide)
ca. 730
Wasserfläche ca. 330
Verkehrsfläche ca. 90
Gebäudefläche ca. 80
Gesamtfläche der Gemeinde 4.533 ha

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schöneberg besteht aus den Ortsteilen Felchow, Flemsdorf und Schöneberg sowie den Wohnplätzen Alt-Galow, Johannishof, Neu-Galow und Stützkow.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die (Groß-)Gemeinde Schöneberg entstand am 31. Dezember 2001 durch den Zusammenschluss der Gemeinden Felchow, Flemsdorf und Schöneberg. Stützkow war am 1. Juni 1973 nach Schöneberg eingemeindet worden.[3]

Ortsteil Schöneberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Kirche von Schöneberg

1355 wurde der Ort als Schonemberge erstmals erwähnt. 1472 wechselte Schöneberg von pommerscher Herrschaft zu Brandenburg. 1840 zählte man im Rittergut Schöneberg 5 Wohnhäuser, 1931 16 Wohnhäuser.

Bereits 1952 entstand die erste LPG in Schöneberg.

Das älteste Gebäude in Schöneberg, der Speicher, hat zur 650-Jahr-Feier im Jahr 2005 eine Glocke vom Dorfgemeinschaftsverein Schöneberg e.V. erhalten, die 2006 an die Dorfgemeinde übergeben wurde.

Zum Ortsteil Schöneberg gehört der Wohnplatz Alt-Galow.

Wohnplatz Stützkow
Haus am Strom

1354 in einer Abtretungsurkunde Ludwig des Römers von Brandenburg (1330–1365) an den Herzog Barnim III. von Stettin (1300–1368) erstmals erwähnt, wechselten die Besitzer Stützkows mehrmals (Familien von Suringk, von Buch, von Aschersleben, Conrad von Risselmann, Graf Reinhard Finck von Finkenstein, Frau von Langenn-Steinkeller - Letztere von 1926 bis 1945).

Im Jahr 2001 wurde das Gemeindehaus (Haus am Strom) fertiggestellt, dessen Form einer Kirche ähnelt.

Stützkow wurde am 1. Juni 1973 zusammen mit dem damaligen Ortsteil Neu-Galow nach Schöneberg eingemeindet.

Wohnplatz Neu-Galow

Neu-Galow (Neugalow) ist ein ehemaliges Rittergut. Zusammen mit dem Ort Alt-Galow gehörte es früher als Vorwerk zum Gut Crussow. 1913 erwarb Elgar Freiherr von Dalwig Neu-Galow, und von ihm ging es auf seine Nachfahren über. 1945 wurde es im Zuge der Bodenreform enteignet und aufgeteilt.

Ortsteil Felchow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Felchow um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Der als Angerdorf mit Dorfkirche und Gut angelegte Ort taucht als Velchow erstmals im Jahr 1354 in einer Urkunde auf. 1608 zählte man neben zwei Rittersitzen 15 Bauern und 16 Kossäten. Im Besitz der Herren von Winterfeld zu gesamter Hand entstand das großzügige Schloss des Architekten Friedrich August Stüler, eines Schülers Schinkels. Für 1860 sind 21 Wohn- und neun Wirtschaftsgebäude, darunter eine Ziegelei, belegt.

Ortsteil Flemsdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname Vlemindorp taucht erstmals 1293 auf; er änderte sich in den folgenden 250 Jahren über Vlemischdorph, Vlemingstorp, to Vlemstorp, Flemickstorp zu Flemsdorff. Das Straßendorf hatte 1527 eine Kirche, eine Schäferei und 68 Hufen.

In Flemsdorf gab es 1657–1666 Hexenverfolgungen. Drei Frauen gerieten in Hexenprozesse, eine wurde hingerichtet.[4]

1840 wurden 25 Wohnhäuser, 1860 drei öffentliche, 14 Wohn- und 25 Wirtschaftsgebäude (darunter eine Getreidemühle) und im Gut elf Wohn- und 17 Wirtschaftsgebäude (darunter eine Brennerei) gezählt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 196
1890 197
1910 293
1925 293
1933 253
1939 256
1946 301
1950 288
Jahr Einwohner
1964 313
1971 336
1981 311
1985 297
1989 278
1990 269
1991 265
1992 259
1993 258
1994 261
Jahr Einwohner
1995 266
1996 283
1997 284
1998 306
1999 320
2000 333
2001 1 001
2002 995
2003 975
2004 940
Jahr Einwohner
2005 924
2006 878
2007 860
2008 851
2009 844
2010 852
2011 853
2012 863
2013 876
2014 865
Jahr Einwohner
2015 851
2016 840

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[5][6] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Schöneberg besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • Dorfgemeinschaft Felchow 3 Sitze
  • Dorfgemeinschaftsverein Schöneberg 3 Sitze
  • Bürger für Flemsdorf 3 Sitze
  • Angelsportverein Stützkow 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996–2016: Manfred Schroeder (Dorfgemeinschaft Felchow)[8]
  • seit 2017: Wilfried Schramm

Schroeder wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 64,0 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren[9] gewählt.[10] Er trat zum 31. Dezember 2016 von seinem Amt zurück. Wilfried Schramm wurde von der Gemeindevertretung am 1. März 2017 für die restliche Legislaturperiode zum Bürgermeister gewählt.[11]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Schöneberg (Uckermark) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler.

Kirche im Ortsteil Felchow
  • Ehemalige Schöneberger Kirche, ursprünglich rechteckige Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Ruine wurde 1729 zu einem Kornboden ausgebaut und wird heute einerseits als Trauerhalle für den angrenzenden Friedhof, andererseits als Heimatstube mit Ausstellung zur Dorfgeschichte genutzt.
  • Felchower Kirche, Feldsteinkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts (massiver quadratischer Turmaufbau aus dem 18. Jahrhundert)
  • Rechteckige Feldsteinkirche in Flemsdorf aus der Mitte des 13. Jahrhunderts

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Ortsteile Flemsdorf und Felchow führt die Landesstraße 284 von Schwedt/Oder nach Angermünde, die bis 2004 als Bundesstraße 2 durch hohes Verkehrsaufkommen geprägt war. Die neue B 2 verläuft nun nördlich des Gemeindegebietes.

Der nächste Bahnhof ist Angermünde in etwa 11 km Entfernung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schöneberg (Uckermark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2016 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Schöneberg
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 40
  4. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 480–482
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 26–29
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  8. Schöneberger Bürgermeister tritt zurück. In: Märkische Oderzeitung, 17. Dezember 2016
  9. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  10. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  11. Neuer Bürgermeister gekürt. In: Märkische Oderzeitung, 5. März 2017