Schönengrund

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Schönengrund
Wappen von Schönengrund
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden (AR)
Bezirk: ehemaliger Bezirk Hinterlandw
BFS-Nr.: 3003i1f3f4
Postleitzahl: 9105
UN/LOCODE: CH SHB
Koordinaten: 735134 / 243229Koordinaten: 47° 19′ 34″ N, 9° 13′ 35″ O; CH1903: 735134 / 243229
Höhe: 841 m ü. M.
Höhenbereich: 787–1275 m ü. M.[1]
Fläche: 5,19 km²[2]
Einwohner: 528 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 102 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
4,7 %
(31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Thorsten Friedel
Website: www.schoenengrund.ch
In Schönengrund, Mai 2004

In Schönengrund, Mai 2004

Lage der Gemeinde
Kanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton St. GallenKanton St. GallenBezirk MittellandBezirk VorderlandHerisauHundwilSchönengrundSchwellbrunnStein ARUrnäschWaldstattKarte von Schönengrund
Über dieses Bild
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Schönengrund ist eine politische Gemeinde im ehemaligen Bezirk Hinterland des Kantons Appenzell Ausserrhoden in der Schweiz. Schönengrund bildet mit Wald SG die Ortschaft Schönengrund-Wald bzw. Wald-Schönengrund, deren Namen auch die meisten Vereine in ihren Bezeichnungen führen.[5]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönengrund hat eine Gesamtfläche von 4813 Hektaren. Davon sind 176 Hektaren bewohnte, 339 Hektaren landwirtschaftliche und 2012 Hektaren bestockte Flächen, also Wälder und Gehölze. Die restlichen 71 Hektaren gelten als unproduktive Flächen.[6]

Schönengrund ist ein Strassendorf, umgeben von zahlreichen Einzelhöfen, an der wichtigen Strassenverbindung HerisauToggenburg. Es liegt zwischen Schwellbrunn und den St. Galler Ortschaften St. Peterzell beziehungsweise Hemberg.

Nachbargemeinden von Schönengrund sind Urnäsch, Schwellbrunn (AR) und Neckertal (SG). Das Dorf Wald SG (Gemeinde Neckertal) bildet mit Schönengrund ein Dorfgefüge beziehungsweise eine Doppelgemeinde. Die Orts- und Kantonsgrenzen sind nicht deutlich zu spüren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Schönengrund

Schönengrund wurde 1268 als Zem Schönengrund erstmals urkundlich erwähnt. Das Gebiet Schönengrunds bildete bis 1720 unter dem Namen hinder dem Ham eine Unterrhode der Kirchhöri Urnäsch. 1417 nahmen die Hinderhamer teil am Urnäscher Kirchbau. Mit ihnen traten sie 1525 zur Reformation über. Bevor die Gemeinde gegründet wurde, beschränkte sich der Name Schönengrund auf ein Hofgut. Der Weg nach Urnäsch wurde der Bevölkerung allmählich zu lang und 1720 wurde beim Hofgut Schönengrund eine neue, eigene Kirche gebaut. So konnte sich Schönengrund in den Jahren 1720 bis 1722 von Urnäsch lösen und wurde eine selbstständige Kirchgemeinde. Diese Ablösung erfolgte jedoch nur langsam und schrittweise. Das neue Gotteshaus wurde Mittelpunkt eines Dorfs, das dank blühendem Textilgewerbe rasch wuchs und um 1800 schon beinahe die heutige Grösse und Gestalt hatte. Vor allem die bäuerliche Bevölkerung beteiligte sich an der Leinwand- und Baumwollweberei.[7] Danach entfaltete sich vor allem das benachbarte Dorf Wald, ein Teil der sanktgallischen Gemeinde Neckertal.[5] Die beiden Dörfer Schönengrund und Wald wuchsen zusammen und bilden seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Einheit. Diverse öffentliche Aufgaben in den Bereichen Infrastruktur und Schule tragen die beiden Gemeinden gemeinsam.[5]

Luftbild von Walter Mittelholzer aus dem Jahr 1920

Durch die zahlreichen Textilfabriken und die Bleicherei im Doppeldorf lebte im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts eine grosse Anzahl Arbeiter in Schönengrund. Dadurch war Schönengrund eines der wenigen Dörfer Appenzell Ausserrhodens, in der schon damals eine nennenswerte Arbeiterbewegung existierte. Auch erwählte man in Schönengrund den ersten sozialistischen Gemeindeschreiber des Kantons im Jahr 1926.[8]

In der Wirtschaftskrise in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte das Dorf einen Bevölkerungsabgang und das Siedlungsbild erstarrte bis in die 1960er-Jahre.[9] Von 1915 bis 1964 wurden in Schönengrund und Wald nur zwei Häuser gebaut.[10] Mitte 1960 kam es jedoch wieder zu einem Wechsel: ein Mehrzweckgebäude und eine Sesselbahn entstanden. Der Bevölkerungsschwerpunkt verlagerte sich zunehmend in den Dorfbereich. In den Aussenbezirken entstand eine grosse Anzahl Ferienwohnungen.[9]

Während dem Zweiten Weltkrieg dienten die leerstehenden Ferienheime, Wohnungen und Stickfabriken in Schönengrund und Wald als Gastort für die Flüchtlinge. In ihnen wohnten viele jüdische Flüchtlinge sowie Angehörige des französischen Armeekorps und anderer Armeen. Im Mai 1944 wurden die provisorischen Flüchtlingsheime wieder aufgelöst.[11] Als erste Ausserrhoder Gemeinde trennte Schönengrund 1836 den öffentlichen Haushalt in Kirch- und Gemeindegut. 1955 wurde die Gemeindeversammlung abgeschafft und die Urnenabstimmung eingeführt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[12]
Jahr 1734 1850 1870 1888 1900 1920 1941 1960 1980 1990 2000 2010 2022
Einwohner 400 609 797 736 661 637 451 450 404 434 459 494 535

Bevölkerungsmässig ist Schönengrund die kleinste Gemeinde Ausserrhodens.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben althergebrachter Milch- und Viehwirtschaft wurde im 17. Jahrhundert zunehmend die Weberei ein wichtiger Erwerbszweig: Ohne die Textilbranche, die wirtschaftlich von grosser Bedeutung für die Gemeinde war, hätte man den eigenen Kirchenbau nicht finanzieren können. Bis 1740 war vor allem die Leinwandweberei vorherrschend, ab dann gab es einen Anstieg der Baumwollweberei.[13] Ab 1820 begannen die Webstühle leistungsstärker zu werden und ermöglichten somit neue Herstellungsweisen der Stoffe. So war ein Schwellbrunner Fabrikant der erste im Appenzellerland, der einen Jacquard-Webstuhl besass. Jacquard war ein Stoff, für dessen Herstellung das Appenzellerland sehr berühmt war. Die Industrie war grösster Arbeitgeber der Gemeinde: Im Jahr 1842 waren 57 % der Dorfbewohner in der Weberei tätig,[14] und Schwellbrunn war damals «das ausgeprägteste Weberdorf des Appenzeller Hinterlandes».[15] Im 19. Jahrhundert, vor allem im letzten Drittel, wurde die Weberei noch durch Stickerei ergänzt. Besonders die Plattstichweberei wurde praktiziert. Diese war in Schönengrund allerdings nie so bedeutend wie sie es in anderen Ausserrhoder Gemeinden war. Die erste Stickfabrik des Doppeldorfes wurde 1861 durch die Gebrüder Stauder eröffnet.[16] 1910 erreichte die Handmaschinenstickerei einen Höhepunkt – damals waren 53 Maschinen in Schönengrund in Betrieb.[17]

Die Fabriken siedelten sich meist in Wald an; Eine erste Bleicherei wurde vermutlich 1749 im ehemaligen Gasthof Mühle in Wald gegründet. Danach entstand die Nachfolge-Bleicherei 1818 im sogenannten Faulmoos. Sie wurde 1883 vom Herisauer Unternehmer Johann Jakob Locher übernommen und wurde somit zur Bleicherei Locher. Die Bleicherei Locher war mehr als 100 Jahre lang einer der wichtigsten Arbeitgeber des Doppeldorfes, bis der Betrieb 1975 aufgegeben wurde.[18] Daneben boten drei Stickfabriken und eine mechanische Weberei Verdienstmöglichkeiten. Die Weberei existierte von 1865 bis 1977. Danach wurde darin bis in die 1990er-Jahre eine Plastiknetz-Fabrikation betrieben.

Die Textilkrise der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts traf Schönengrund hart. Bisher hatte man sich von den Krisen immer gänzlich erholen können, doch die Folgen der beiden Weltkriege machten eine Konjunktur unmöglich. So brach die Textilindustrie in Schönengrund praktisch ganz ein. Nur wenige Stickerei-Betriebe überlebten: Die letzte musste 1977 schliessen. Die Krise widerspiegelte sich auch in der Bevölkerung: Die Bevölkerungszahlen gingen massiv zurück. Durch den Schwund der Textilbranche wurde die Landwirtschaft wieder zum wichtigsten Wirtschaftssektor.[19]

Die Sparkasse war 1820 ins Leben gerufen worden. Allerdings wurde sie schon bald wieder aufgelöst, als deren Gründer nach Bühler zog.[20]

Der bescheidene, um 1900 einsetzende Fremdenverkehr erhielt mit dem 1965 gegründeten Verkehrsverein und den 1963 bis 1965 errichteten Sessel- und Skiliften, die 1992 in Konkurs gingen, neue Impulse. 2005 stellte der erste Wirtschaftssektor gut 45 % und der zweite Sektor knapp 15 % der Arbeitsplätze in der Gemeinde.[5]

Das wohl wichtigste Unternehmen Schönengrunds ist die Krüsi Maschinenbau AG. Es wurde 1961 in Speicher gegründet, aber schon ein Jahr darauf nach Schönengrund übergesiedelt. Die Firma – ursprünglich namens Fritz Krüsi, benannt nach dessen Gründer – war und ist eine der führenden auf dem Weltmarkt. Die Firma stellt Maschinen für die Holzverarbeitung her. 80 % der in Schönengrund produzierten Maschinen werden ins Ausland geliefert. Fritz Krüsi gewann 2007 den KMU-Preis der FDP Schweiz für sein Lebenswerk. 2021 feierte die Firma ihr 60-Jahr-Jubiläum.[21]

Da Schönengrund und Wald eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Einheit bilden, teilt sich das Doppeldorf auch die Gewerbebetriebe. So sind in Wald-Schönengrund 37 Gewerbebetriebe verzeichnet.[22] Dabei sind die grössten Arbeitgeber der Gemeinden das «Wohnheim und Werkstätte Landscheide» und die Raiffeisenbank.[23]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thorsten Friedel ist der aktuelle Gemeindepräsident der Gemeinde Schönengrund (Stand August 2022). Schönengrund verfügt über einen fünfköpfigen Gemeinderat, der unter der Leitung des Gemeindepräsidenten steht. Der Rat wird für eine vierjährige Amtszeit von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern im Majorzverfahren bestimmt. Der Gemeinderat ist ein politisches Organ der Exekutive und kümmert sich im Rahmen seiner Kompetenzen um die laufenden Geschäfte der Gemeinde. Es gibt auf Gemeindeebene keine begrenzte Anzahl Amtszeiten. Folgende Personen bilden den Gemeinderat Schönengrund für die Amtszeit 2019–2023 (Stand August 2022):[24]

  • Thorsten Friedel, Gemeindepräsident, FDP
  • Nicole Graf, Vize-Gemeindepräsidentin, FDP
  • Anna Ackermann, Gemeinderätin, parteilos
  • Dominik Flück, Gemeinderat, SVP
  • Christian Rutz, Gemeinderat, parteilos

Aufgrund der Einwohnerzahl hat Schönengrund im Kantonsrat in Herisau, der Legislative des Kantons, einen Sitz. Die Person wird im Majorzverfahren von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Die Kantonsrätinnen und Kantonsräte vertreten die Interessen der Gemeinde auf kantonaler Ebene. Folgende Person vertritt aktuell Schönengrund im Kantonsrat (Stand August 2022):[25]

  • Nicole Graf, Kantonsrätin, FDP

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Gemeindewappen ist ein um 1915 entstandener Entwurf des Heraldikers Jakob Signer.[26]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis ins Jahr 1835 war der Pfarrer für den Schulunterricht verantwortlich. Danach wurde eine Schulkommission gewählt und ein Lehrer angestellt. Unterrichtet wurde in einer Stube im Pfarrhaus. Damals fand der Unterricht während fünf bis sechs Stunden täglich statt. Pro Woche hatten die Eltern dem Lehrer einen gewissen Beitrag zu bezahlen. Leute, die sich dies nicht leisten konnten, wurden durch die Gemeinde unterstützt. Durch Pfarrer Johann Jakob Frei wurde die Schule nun ganzjährig abgehalten. Zuvor fand der Unterricht nur zwischen Ostern und September statt. Ein erstes Schulhaus entstand in den Jahren 1856 bis 1857. 1861 führte Schönengrund als erste Gemeinde des Kantons Appenzell Ausserrhoden eine obligatorische Arbeitsschule für Mädchen ein. Von 1900 bis 1902 wurde ein zweites Schulhaus im Unterdorf (heutige Gemeindekanzlei) erbaut. Die Schönengründler absolvieren seit den 1860er Jahren die Real- und Sekundarschule im st.gallischen St. Peterzell, wobei die Realschüler im Zeitraum von 1920 und 1953 die Realschule in Waldstatt besuchten.[27]

Ein Kindergarten wurde 1873 gegründet. Ziel und Zweck war die Förderung der Kleinkinderziehung. Der Kindergarten wurde vom privaten Verein “Kindergartenverein Wald-Schönengrund” getragen. Erst 1976 konnte der Verein durch den “Zweckverband Primarschule Schönengrund-Wald” aufgelöst werden.[28]

Seit 1977 gibt es in Schönengrund eine gemeinsame Primarschule mit Wald SG. Die Schule wird durch einen Zweckverband der Gemeinde Schönengrund und der Schule Oberes Neckertal geführt. Der Unterricht wird nach dem Lehrplan von St. Gallen gerichtet. Die Oberstufe wird in St. Peterzell besucht. Die Oberstufenschulgemeinde besteht aus den Gemeinden Neckertal, Hemberg und Schönengrund. Nach der Oberstufe können die Lernenden aus Schönengrund die Kantonsschule Trogen besuchen. In Trogen steht die einzige Kantonsschule des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Für eine Lehre steht das Berufsausbildungszentrum in Herisau zur Verfügung.[29]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die “Musikgesellschaft Schönengrund-Wald” (MGSW) wurde 1886 als Blechharmonie Wald-Schönengrund gegründet. Nach einem Auftritt in Hundwil im Jahr 1903 entstand eine Diskussion über die Gemeindezugehörigkeit der Mitglieder. Der Verein wurde daraufhin in “Blechharmonie Schönengrund-Wald” umgetauft. Dem Appenzellischen Kantonalmusikverband trat die Musikgesellschaft 1950 bei. Im selben Jahr konnte eine vollständige Uniform angeschafft werden. 1951 wurde der Verein ein weiteres Mal umbenannt und erhielt den heutigen Namen. 1986 feierte die Gesellschaft ihr 100-Jahr-Jubiläum, wo eine weitere Neuuniformierung und Neuinstrumentierung präsentiert wurde. Heute wird jedes zweite Jahr eine Unterhaltung angeboten. Der Verein zählt heute ungefähr 30 engagierte Mitglieder.[30]

In Schönengrund gab es eine Lesegesellschaft. Die sogenannte Donnerstagsgesellschaft wurde 1868 gegründet. Sie bestand vorwiegend aus Wäldler Bürgern. Die Mitgliedschaft war ausdrücklich männlichen Bürgern des Doppeldorfes vorbehalten. Das Kerngeschäft der Lesegesellschaft war das Diskutieren über aktuelle Politik sowie diverse gesellschaftliche Themen. Aufgrund der kleinen Mitgliederzahlen wurde die Gesellschaft im Jahre 1897 aufgelöst. Aus ihr entstand der Einwohnerverein Schönengrund, der wiederum 1912 zum heute existierenden Verkehrsverein Schönengrund (– Wald) umgeformt wurde.[31]

Jeweils im Herbst findet die alljährliche Viehschau statt. Dabei putzen und schmücken die Bauern ihre schönsten Kühe, sodass sie der Gemeinde präsentiert werden können. Eine ausgewählte Jury entscheidet darauf, welche die schönste Kuh ist und prämiert diese mit einem Blumenkranz.

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönengrund im Mai 2004, gesehen von der Seite des Hochhamm (nicht im Bild)

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die meisten Vereine mit dem Nachbarort Wald vereinigt. Das Vereinsleben soll massgebend für die Gründung des Doppeldorfes Schönengrund-Wald gewesen sein.

Der erste Turnverein wurde 1872 im Gasthaus “Krone” in Wald ins Leben gerufen. Ein Jahr später wurde der Verband in den st.gallischen Kantonalverband aufgenommen. 1880 wurde er jedoch aufgelöst. Ein zweiter Turnverein etablierte sich 1904. Wöchentliche Trainings, Teilnahmen an verschiedenen Turnfesten gehörten zu den Hauptaktivitäten. Der Damenturnverein und der Frauenturnverein wurden beide 1966 gegründet. Sie gehörten dem Appenzellischen Turnverein an. Die Aktivitäten waren die gleichen wie beim Männerturnverein.[32] Heute hat die Vereinigung zehn verschiedene Riegen, darunter eine Trampolin- und eine Volleyballriege.[33]

Auf rund 15 Kilometern erstrecken sich mehrere Langlaufstrecken, die an verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten starten. Zwei dieser 15 Kilometer sind in der Nacht befahrbar. Die erste Loipe wurde in den 50er-Jahren präpariert. Etwa 20 Jahre später übernahm der Verkehrsverein die Leitung und um 1980 herum wurde der Loipenverein gegründet. In der Wintersaison 2013/14 wurde ein hochmodernes Spurmaschinengerät erworben, was die Qualität der Loipen um einiges verbesserte.[34]

Da Schönengrund direkt am Fusse des Alpsteins liegt, bieten sich viele Wandermöglichkeiten an. Einer dieser Wanderwege führt auf den Hochhamm (1275 m), dem Schönengrunder Hausberg. Wegen dieses Berges wird Schönengrund auch «die Gemeinde am Hamm» genannt. Zu Fuss ist er vom Dorf in etwa einer Stunde erreichbar – bis ins Jahr 1992 führte eine Sesselbahn hinauf. Westlich des Gipfels ist das Bergrestaurant Hochhamm (1211 m). Ein weiterer Wanderweg ist der Kulturweg, der auf 7,5 Kilometern während 2,5 Stunden durch Schönengrund und Umgebung verläuft. In der Gemeinde gibt es zudem zwei Restaurants.[35]

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reformierte Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauherren der reformierten Kirche in Schönengrund waren der Urnäscher Jakob Mettler und die zwei Pfarrer Christoph Mittelholzer und Philipp Schlang. Grundsteinlegung war am vierten Mai 1720, am selben Tag wie in Waldstatt. Bauausführer war unter anderem Maurermeister Laurenz Koller von Teufen. 1720 konnte der Neubau eingeweiht werden. Heute leben etwa 300 reformierte Menschen in Schönengrund.[7]

Wohnheim und Werkstätte Landscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein Wohnheim und Werkstätte Landscheide ist eine Institution, die Menschen mit Behinderung einen geschützten Wohn- und Arbeitsplatz bietet. Gegründet wurde die Institution 1954 als privates Heim für Frauen mit psychischen Störungen. 1987 wurde die Landscheide vom Trägerverband «Appenzellischer Hilfsverein für Psychischkranke» übernommen. Man begann ein neues Konzept zu planen, das im selben Jahr bei der Inbetriebnahme der «Geschützten Werkstätte Landscheide» umgesetzt wurde. Im Jahr 1990 wurde die Landscheide als Verein «Wohnheim und Werkstätte Landscheide» offiziell gegründet. Ein erster Um- und Neubau wurde 1996 beendet. 2017 wurde ein zweiter Neubau in Betrieb genommen. Seit ihrer Gründung hat die Landscheide ein wachsendes Kontingent an Betreuungs- sowie Arbeitsplätzen.[36]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Konrad Bondt (1767–1817), Unternehmer, Politiker
  • Johann Jakob Locher (1841–1900), Unternehmer, Kantonsrat, Leitung der Bleicherei Schönengrund
  • Josef Meyer (um 1720–1798), Fabrikant
  • Albert Nufer (* 1942), Politiker
  • Johann Konrad Rechsteiner (1797–1858), 1824–1829 in Schwellbrunn als Pfarrer tätig

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schönengrund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. a b c d e Thomas Fuchs: Schönengrund. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2. Dezember 2012.
  6. Appenzell Ausserrhoden (Hrsg.): Der Kanton in Zahlen, Daten und Fakten AR 2022/23
  7. a b Eugen Steinmann: Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Ausserrhoden. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstdenkmäler der Schweiz. 1. Auflage. Band 1, Nr. 61. Birkhäuser Verlag, Basel 1973, S. 292–297.
  8. Appenzeller Zeitung, 25. August 1995, Nr. 197, S. 17, Aus der Schönengründler Geschichte.
  9. a b Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 43 f.
  10. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 33.
  11. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 50 f.
  12. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden (CSV-Datensatz). (CSV) In: Bundesamt für Statistik. Bundesamt für Statistik, 2019, abgerufen am 7. Juli 2022.
  13. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 54.
  14. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 6–11.
  15. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 58.
  16. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 62.
  17. Schönengründler Geschichte, der Reihe nach. (PDF) In: Schönengrund. Gemeinde Schönengrund, abgerufen am 22. August 2022.
  18. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 71–76.
  19. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 70.
  20. Gabriel Rüsch: Der Kanton Appenzell, historisch, geographisch, statistisch geschildert. 1835, abgerufen am 22. August 2022.
  21. René Bieri: Appenzeller Loft, Leben und Arbeiten im Appenzellerland. Hrsg.: Toni Küng, René Bieri. 1. Auflage. Appenzeller Druckerei AG, Herisau 2015, S. 48.
  22. Vielfältige Gewerbebetriebe. In: Schönengrund. Gemeinde Schönengrund, abgerufen am 22. August 2022.
  23. Wald-Schönengrund. In: Gemeinde Neckertal. Gemeinde Neckertal, abgerufen am 22. August 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  24. Gemeinderat. In: Schönengrund. Gemeinde Schönengrund, abgerufen am 22. August 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  25. Mitglieder des Kantonsrates. In: Appenzell Ausserrhoden. Appenzell Ausserrhoden, abgerufen am 22. August 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  26. Geschichte der Gemeinde Schönengrund; abgerufen am 15. September 2022.
  27. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 130–134.
  28. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 150 f.
  29. Schulangebot im Überblick. In: Schönengrund. Gemeinde Schönengrund, abgerufen am 22. August 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  30. Geschichte. In: Musikgesellschaft Schönengrund-Wald. Musikgesellschaft Schönengrund-Wald, abgerufen am 22. August 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  31. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 150.
  32. Thomas Fuchs: Schönengrund, Die Gemeinde am Hamm. Hrsg.: Einwohnergemeinde Schönengrund. 1. Auflage. Schläpfer & Co. AG, Herisau 1995, ISBN 3-85882-094-6, S. 146.
  33. Turnverein Schönengrund-Wald. In: Turnverein Schönengrund-Wald. Abgerufen am 22. August 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  34. Loipenverein Schwellbrunn-Schönengrund. In: Loipe Schwellbrunn-Schönengrund. Loipen Schwellbrunn-Schönengrund, abgerufen am 22. August 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  35. Tourismus: Übersicht. In: Schönengrund. Gemeinde Schönengrund, abgerufen am 22. August 2022 (Schweizer Hochdeutsch).
  36. Unser geschichtlicher Werdegang. (PDF) In: Landscheide. Landscheide - Lebensraum und Arbeitsplatz, 12. Juli 2022, abgerufen am 22. August 2022 (Schweizer Hochdeutsch).