Schöner Gigolo, armer Gigolo (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Schöner Gigolo, armer Gigolo
Produktionsland Bundesrepublik Deutschland
Originalsprache Englisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 1978
Länge 147 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie David Hemmings
Drehbuch Julius Brammer,
Irving Caesar,
Ennio De Concini,
Joshua Sinclair
Produktion Rolf Thiele
Musik Günther Fischer,
Pasadena Roof Orchestra
Kamera Charly Steinberger
Schnitt Siegrun Jäger
Besetzung

Schöner Gigolo, armer Gigolo ist ein deutscher Film aus dem Jahr 1978. Der Schauspieler David Hemmings, der außerdem die Filmrolle des homosexuellen Hauptmann Kraft übernahm, absolvierte mit dem Werk sein Regiedebüt. Der Titel des Films ist identisch mit dem Titel eines populären Schlagers des Jahres 1929 von Julius Brammer (Text) und Leonello Casucci (Musik), Schöner Gigolo, armer Gigolo, der im Film von Marlene Dietrich interpretiert wird.

Der englische Schauspieler David Hemmings (Blow Up) zeichnet mit seiner ersten Regiearbeit – angelehnt an Erich Kästners Roman Fabian – ein streiflichtartiges Gesellschaftspanorama der Weimarer Republik. Sänger David Bowie führt ein internationales Staraufgebot an, zu dem Kim Novak, Maria Schell, Sydne Rome und Erika Pluhar gehören. Die 77-jährige Marlene Dietrich ist als Baroness nach 15 Jahren Filmabstinenz zum letzten Mal in einem Spielfilm zu sehen.

Handlung[Bearbeiten]

Die zentrale Figur des Menschenkaleidoskops, Leutnant Paul Ambrosius von Przygodski, Angehöriger des preußischen Adels, wird als junger Mann ganz am Ende des Ersten Weltkriegs an die Front versetzt und – ohne auch nur einmal geschossen zu haben – bei einer allerletzten Explosion verwundet. Zurück in Berlin steht er vor der Tatsache, dass seine Familie nach dem Verlust ihres Vermögens die hochherrschaftliche Stadtvilla an Pensionsgäste vermietet hat. Außerdem hat seine Mutter eine Stelle in einem „Türkischen Bad“ angenommen. Dem verarmten und entwurzelten Adligen verschafft nun die Generalswitwe Helga Zutritt zur Gesellschaft; die Halbweltdame Eva stellt die Mittel für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung, und sein Hauptmann drängt ihn, der NSDAP beizutreten. Die Sängerin Cilly (Tochter des Pensionshausmeisters) kehrt Deutschland den Rücken und macht in Hollywood Karriere. Paul wird Gigolo, „ständiger Begleiter“ einer älteren Dame. Cilly ehelicht einen deutschen Prinzen. In Berlin kämpfen Nationalsozialisten und Kommunisten auf offener Straße. Ein Querschläger trifft Paul – er stirbt.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: Trotz des großen Budgets und des beachtlichen Staraufgebots ein inszenatorisches Desaster: Der Film verkommt zu einem konfusen, stillosen und banalen Spektakel, in dem sogar die teuren Schauwerte in allgemeiner Belanglosigkeit untergehen.[1]

Besonderheiten[Bearbeiten]

  • Obwohl der Film in Berlin spielt, dort gedreht und von der Stadt mitfinanziert wurde, stammte keiner der Hauptdarsteller aus Berlin – mit Ausnahme Marlene Dietrichs, die jedoch für ihren Part ihr Pariser Exil nicht zu verlassen brauchte.
  • Mit Günther Fischer wurde ein Filmkomponist aus der DDR engagiert. Die zeitgenössische Musik spielte das britische Pasadena Roof Orchestra ein.
  • In diesem Film hat Lotti Huber erstmals eine Statistinnenrolle übernommen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schöner Gigolo, armer Gigolo (Film) im Lexikon des Internationalen Films