Schönewalde

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Schönewalde bei Herzberg/Elster. Für den gleichnamigen Ortsteil der Stadt Sonnewalde siehe Schönewalde (Sonnewalde).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schönewalde
Schönewalde
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schönewalde hervorgehoben
Koordinaten: 51° 49′ N, 13° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Elbe-Elster
Höhe: 79 m ü. NHN
Fläche: 156,17 km²
Einwohner: 3115 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04916
Vorwahl: 035362
Kfz-Kennzeichen: EE, FI, LIB
Gemeindeschlüssel: 12 0 62 461
Stadtgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 48
04916 Schönewalde
Webpräsenz: www.schoenewalde.de
Bürgermeister: Michael Stawski
Lage der Stadt Schönewalde im Landkreis Elbe-Elster
Bad Liebenwerda Crinitz Doberlug-Kirchhain Elsterwerda Falkenberg Fichtwald Finsterwalde Gorden-Staupitz Großthiemig Gröden Heideland Herzberg Hirschfeld Hohenbucko Hohenleipisch Kremitzaue Lebusa Lichterfeld-Schacksdorf Massen-Niederlausitz Merzdorf Mühlberg/Elbe Plessa Röderland Rückersdorf Sallgast Schilda Schlieben Schönborn Schönewalde Schraden Sonnewalde Tröbitz Uebigau-Wahrenbrück BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Schönewalde ist eine amtsfreie Kleinstadt im Landkreis Elbe-Elster, zwischen Jüterbog und Herzberg/Elster, im Süden Brandenburgs.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Schönewalde liegt in einem ausgesprochenen Tiefland mit kleinen Erhebungen, wie dem Weinberg mit 109 m und dem Hörning mit 86 m über NN. In der ländlich geprägten Region mit ihren großen Kiefernwaldflächen liegen die einzelnen Ortsteile inmitten von Feldern, Wiesen und Fließen. Die Stadt selbst und insbesondere die nördlich des Schweinitzer Fließ gelegenen Ortsteile bilden den Großteil des im Landkreis Elbe-Elster liegenden Teil des Fläming.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Territorium der Stadt bedeckt den äußersten Nordwesten des Landkreises Elbe-Elster. Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Niederer Fläming, Ihlow, Lebusa, Schlieben, Kremitzaue, Herzberg (Elster), Jessen (Elster).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Schönewalde gliedert sich in 11 Ortsteile[2]:

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letztlich entstand die heutige Stadt Schönewalde durch den Zusammenschluss der Gemeinden Heideeck, Themesgrund, Wildberg und Schönewalde am 31. Dezember 2001.[3]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Ahlsdorf 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit Brandis und Stolzenhain zu Heideeck
Bernsdorf 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Themesgrund
Brandis 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit Ahlsdorf und Stolzenhain zu Heideeck
Dubro 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Themesgrund
Freywalde 1. Januar 1960
Grassau 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Themesgrund
Grauwinkel 1. Juli 1950
Hartmannsdorf 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Stolzenhain
Heideeck 31. Dezember 2001
Hohenkuhnsdorf 1. Januar 1957 Eingemeindung nach Ahlsdorf
Horst 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Brandis
Jeßnigk 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit drei weiteren Gemeinden zu Themesgrund
Knippelsdorf 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit Wiepersdorf und Wildenau zu Wildberg
Schmielsdorf 1. Januar 1974
Stolzenhain 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit Ahlsdorf und Brandis zu Heideeck
Themesgrund 31. Dezember 2001
Wiepersdorf 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit Knippelsdorf und Wildenau zu Wildberg
Wildberg 31. Dezember 2001
Wildenau 31. Dezember 1998 Zusammenschluss mit Knippelsdorf und Wiepersdorf zu Wildberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das um 1200 von deutschen und flämischen Kolonisten gegründete Angerdorf entwickelte sich zur Ackerbürgerstadt und erhielt 1474 die Stadtrechte.[4] 1346 wird der Ort als Schonewalde benannt, später auch Schonwalda. Der Name ist deutschen Ursprungs und bedeutet Dorf im/am schönen Walde.[5] Die Stadt gehörte zum kursächsischen Amt Schweinitz, welches ab 1806 eine Verwaltungseinheit im neu gebildeten Königreich Sachsen wurde. Nach den Befreiungskriegen gelangte die Stadt 1815 schließlich an die neugebildete, preußische Provinz Sachsen und wurde dort 1816 dem Landkreis Schweinitz im Regierungsbezirk Merseburg angegliedert. 1950 wurde der Kreis Schweinitz in Kreis Herzberg umbenannt, welchem Schönewalde auch nach der Kreisgebietsaufteilung 1952, erhalten blieb. 1992 wurde das nun brandenburgische Amt Schönewalde gebildet. Im Jahre 1993 ging der Kreis Herzberg im Zuge der Kreisreform in den heutigen Landkreis Elbe-Elster auf. Zum 31. Dezember 2001 wurde das Amt Schönewalde aufgelöst. Die zwischenzeitlich amtsangehörigen Gemeinden Themesgrund, Wildberg (Fläming), Heideeck (Fläming), sowie die nun amtsfreie Stadt, bilden seither das Gebiet der Stadt Schönewalde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 000
1890 1 000
1910 900
1925 899
1933 910
1939 869
1946 1 368
1950 1 490
1964 1 294
1971 1 284
Jahr Einwohner
1981 1 194
1985 1 135
1989 1 115
1990 1 113
1991 1 094
1992 1 102
1993 1 078
1994 1 074
1995 1 075
1996 1 038
Jahr Einwohner
1997 1 058
1998 1 063
1999 1 052
2000 1 057
2001 3 903
2002 3 847
2003 3 794
2004 3 765
2005 3 702
2006 3 634
Jahr Einwohner
2007 3 505
2008 3 418
2009 3 352
2010 3 307
2011 3 236
2012 3 187
2013 3 164
2014 3 136
2015 3 115

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[6][7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz

Die Stadtverordnetenversammlung von Schönewalde besteht aus 16 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister als stimmberechtigtem Mitglied. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hatte bei einer Wahlbeteiligung von 55,8 % folgendes Ergebnis:[8]

CDU Seniorenverein Dubro Die Linke Freiwillige Feuerwehr Wiepersdorf Freiwillige Feuerwehr Knippelsdorf Grüne Seniorengruppe Ahlsdorf Freiwillige Feuerwehr Brandis 5 Einzelbewerber*
Prozent 22,3 9,1 8,3 6,0 4,7 4,2 3,9 3,5 26,9
Sitze 4 1 1 1 1 1 1 1 5
  • Evamaria Riethdorf, Jörg Gräfe, Gerwin Hinrich, Ingo Rockland, Renate Rziha

Die Ortsbeiräte in den elf Ortsteilen (davon sechs Gemeindeteile) bestehen aus je zwei bis drei Mitgliedern einschließlich eines Ortsvorstehers.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Stawski (parteilos) wurde in der Bürgermeisterstichwahl vom 9. Juni 2013 mit 58,4 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt (Wahlbeteiligung 53,1 %).[9]

Bis 2002 benutztes Wappen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 25. Juni 2002 genehmigt.

Blasonierung: „Zwischen zwei S-förmigen, gegengewendeten goldenen Flanken in Silber auf grünem Boden eine grüne Linde.“[10]

Historisches Stadtwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber auf grünem Berg eine grüne Linde.“

Ein Stadtsiegel aus dem 14. Jh. enthält drei Bäume, auf einem Dreiberg, um 1600 erschien der einzelne Baum im Siegel.[11]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1991 besteht eine Partnerschaft mit der Stadt Marienmünster in Nordrhein-Westfalen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Schönewalde und in der Liste der Bodendenkmale in Schönewalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale. Drei Badeseen gibt es im Stadtgebiet (Bernsdorf, Stolzenhain, Brandis). Am Markt befinden sich mehrere liebevoll gestaltete Fachwerkhäuser. Am nordwestlichen Stadtrand kann eine restaurierte und voll funktionstüchtige Windmühle besichtigt werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Region gibt es ländlich-typische Industrie u.a. Landwirtschaft, traditionelles Handwerk, ein mittelständisches Betonwerk und ein Holzbauunternehmen sowie kleines Handelsgewerbe. Den größten Wirtschaftsfaktor stellt die Bundeswehr dar, die den Fliegerhorst Holzdorf und das CRC Einsatzführungsbereich 3 hier betreibt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 101 zwischen Jüterbog und Herzberg (Elster) und die Bundesstraße 187 ab Ortsteil Brandis nach Jessen (Elster) und Wittenberg verlaufen westlich der Stadt Schönewalde.

Die Stadt liegt an der Tour Brandenburg, einem Radfernweg, der das Land Brandenburg umrundet.

Otto Nagel-Grundschule

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Grundschule und fünf Kindertagesstätten stellen die Grundversorgung im Bildungswesen sicher.

Nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Schönewalde sorgt mit ihren vier Löschzügen für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen mit Bezug zum Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Ortsteile der Stadt Schönewalde
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  4. Webpräsenz der Stadt
  5. Die Ortsnamen der Länder Brandenburg u. Berlin
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Elbe-Elster. S. 26–29
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  8. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  9. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl vom 9. Juni 2013
  10. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  11. Lexikon der Städte und Wappen der DDR

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schönewalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien