Schönfeld (Thermalbad Wiesenbad)

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Schönfeld
Koordinaten: 50° 37′ 2″ N, 12° 59′ 1″ O
Höhe: 561 m
Fläche: 6,68 km²
Einwohner: 984 (9. Mai 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Eingemeindet nach: Wiesa, jetzt Thermalbad Wiesenbad
Postleitzahl: 09488
Vorwahl: 03733
Schönfeld (Sachsen)
Schönfeld

Lage von Schönfeld in Sachsen

Schönfeld ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Thermalbad Wiesenbad im Erzgebirgskreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönfeld liegt etwa 4,5 Kilometer nord-nordwestlich von Annaberg im Erzgebirge. Südlich des Ortes verläuft die Zschopau, welche hier gleichzeitig die Flur begrenzt, westlich der ihr zufließende Greifenbach aus dem Geyerschen Wald. Unweit des nördlichen Ortsausganges liegt der 608 m ü. NN hohe Vogelberg.

Durch Schönfeld verläuft die Bundesstraße 95 ChemnitzOberwiesenthal, nördlich des Ortes besteht Anschluss an die dort verlaufenden Staatsstraße 222 ElterleinSchönbrunn. Über Kommunalsstraßen besteht zudem Anschluss an Wiesa.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenfriedersdorf Neundorf
Geyer Nachbargemeinden
Tannenberg Frohnau Wiesa

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Schönfeld (um 1860)
Kursächsischer Viertelmeilenstein von 1723 an der heutigen B 95

Schönfeld wurde 1375[2] gegründet. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert von 1386, 1501 schreibt man ihn Schonffelt[3]. Kirchlich gehört Schönfeld zur Parochie Ehrenfriedersdorf. August Schumann nennt 1823 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Schönfeld betreffend u. a.:

„[…] hat, ungeachtet der Häuser eben nur gegen 60 sind, doch über 450 Bewohner (1801 gab man 356 Consumenten, 229 Kühe und 280 Schafe ohne das Rittergut an); […] Der Bergbau, den sie auf den Ehrenfriedersdorfer Gruben treiben, die Klöppelei, Spinnerei und Viehzucht sind ihre vorzüglichsten Gewerbe; zu letzterer sind nach Wiesa hin sehr gute Wiesen vorhanden. Der Ackerbau ist zwar, verglichen mit den umliegenden Orten, wegen flacherer Felder nicht ohne Nutzbarkeit; das Dorf hat aber wenig Feld, da die Wirthschaft des Ritterguts stark ist, und in Osten und Norden die Holzungen bald beginnen. Nur der Flachsbau ist wichtig, und selbst in der Ferne berühmt. Es giebt hier einen neuen, sehr schönen Gasthof, ein Geleitshaus, 2 Mühlen mit 4 Gängen, […]“[4]

Rittergut Schönfeld, ehem. Herrenhaus, 2017

Das hiesige Rittergut betreffend führt er an:

„Das hiesige Rittergut, welches früher dem Geschlechte von Nostitz gehörte, jetzt aber der Annaberger Familie Eisenstuck zusteht, liegt an des Dorfes Mitte und an der Straße, und hat seit dem Brande 1806 durchaus neue, nicht gerade kostbare, aber schöne und symmetrische Gebäude mit einem Türmchen, einer Schlaguhr, Blitzableitern u. s. w. – kurz und gut, das Gut gehört, obgleich nicht zu den größten, doch zu den schönsten im Erzgebirge, hat auch wichtige Brauerei und Brennerei, starke Rindviehzucht, eine kleine, aber gute Schäferei, (ihre Gebäude stehn westlich, nahe am Gute) und überhaupt eine nutzbare Wirthschaft, etwas Holz, und einige Teiche im Grunde des Dorfes. Auch ist dieses Gut mit dem Bergregale auf Zinn und einige andre Foßilien beliehen, hält deshalb – ohngeachtet der Bau jetzt gering ist – eigne Berggerichte, und genießt, wenn es Zechen verleiht, den rauhen Zehenden. Im Jahre 1553 kaufte das Gut der Stadtrath zu Annaberg denen von der Oelßnitz ab.“[5]

Mit dem Bau der Zschopautalbahn erhielt der Ort mit der Station „Schönfeld-Wiesa“ am 1. Februar 1866 Eisenbahnanschluss. Der Bahnhof lag jedoch dieser fast 2 Kilometer südöstlich der Ortsmitte. Mit Bau und Eröffnung der Schmalspurbahn nach Geyer am 1. Dezember 1888 wurde dieser Spurwechselbahnhof und erfuhr dahingehend umfangreiche Erweiterungen.

Mit der Schmalspurbahn erhielt der Ort den Haltepunkt „Schönfeld (Zschopautal)“ an dieser Strecke, jedoch lag dieser etwa genau so weit entfernt vom Ort. Am 16. August 1967 wurde der Personenverkehr eingestellt.[6]

Am 1. Januar 1999 erfolgte der Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Neundorf, Schönfeld, Wiesa und Wiesenbad zur neuen Gemeinde Wiesa.[7] Am 1. Januar 2005 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde in Thermalbad Wiesenbad.

Zum 1. April 2007[8] wurde der Bahnhof „Schönfeld-Wiesa“ zugunsten des wenig später in der Ortsmitte von Wiesa neu eingerichteten Haltepunktes „Wiesa (Erzgeb)“ aufgelassen, heute existiert von den ehemals umfangreichen baulichen Anlagen nur noch das Empfangsgebäude.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[3]
1551 29 besessene Mann, 27 Inwohner
1764 27 besessene Mann, 10 Häusler, 6 Hufen
1834 403
1871 596
1890 639
Jahr Einwohnerzahl
1910 783
1925 919
1939 893
1946 928
1950 1063
Jahr Einwohnerzahl
1964 956
1990 811
1998 957

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modellbahnland Erzgebirge
Dampfspeicherlok nahe der B 95 am südlichen Ortsausgang – früher in der örtlichen Papierfabrik im Einsatz, heute als Werbeträger für die Preßnitztalbahn

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1911 wurde die Schönfelder Papierfabrik gegründet. Sie besaß zu der Zeit eine der größten Papiermaschinen der Welt. Das Werk besaß einen Gleisanschluss an der Schmalspurbahn. 1951 wurde das Unternehmen enteignet, im Jahr 1985 wurde die Papiermaschine durch eine Neuanlage in gleicher Arbeitsbreite ersetzt und versorgte die damalige DDR mit Pressepapieren, nach Betriebseinstellung auf der Schmalspurbahn 1967 wurde ein Restgüterverkehr zwischen Fabrik und dem Bahnhof Schönfeld-Wiesa aufrechterhalten. Aufgrund des starken Gefälles mussten weiterhin Dampflokomotiven eingesetzt werden und somit war der Zugbetrieb für die DR unwirtschaftlich. Da die Fabrik nicht auf den Eisenbahnanschluss verzichten konnte, wurde 1985 der verbliebene Anschluss auf Normalspur umgebaut.

Eine Rückübertragung des Werkes erfolgte schließlich im März 1996. Mit umfangreichen Investitionen wurde das Werk bis Juni 1997 auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.

Das Werk liefert derzeit etwa 45.000 Tonnen Papier pro Jahr und beschäftigt 85 Mitarbeiter.[9]

Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schönfeld (Thermalbad Wiesenbad) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kleinräumiges Gemeindeblatt für Thermalbad Wiesenbad. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 29. Januar 2015 (PDF; 0,23 MB).
  2. Thermalbad Wiesenbad, Ortsteil Schönfeld (Memento des Originals vom 28. Januar 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.thermalbad-wiesenbad.de, abgerufen am 13. Februar 2011.
  3. a b vgl. Schönfeld im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  4. vgl. Schönfeld bei Annaberg. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 10. Band. Schumann, Zwickau 1823, S. 665 f.
  5. vgl. Schönfeld bei Annaberg. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 10. Band. Schumann, Zwickau 1823, S. 666.
  6. Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 3. Januar 2013.
  7. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999 auf der Internetpräsenz des Statistisches Landesamt des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF-Datei; 38 kB), abgerufen am 12. Februar 2011.
  8. Bilderstrecke zum Bahnhof Schönfeld-Wiesa, abgerufen am 12. Februar 2011.
  9. Geschichte der Schönfelder Papierfabrik, abgerufen am 13. Februar 2011