Schönholzerswilen

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Schönholzerswilen
Wappen von Schönholzerswilen
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Weinfelden
BFS-Nr.: 4756i1f3f4
Postleitzahl: 8577
Koordinaten: 727643 / 264258Koordinaten: 47° 31′ 0″ N, 9° 8′ 0″ O; CH1903: 727643 / 264258
Höhe: 555 m ü. M.
Höhenbereich: 469–759 m ü. M.
Fläche: 10,93 km²
Einwohner: 865 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 79 Einw. pro km²
Website: www.schoenholzerswilen.ch
Dorfzentrum von Schönholzerswilen

Dorfzentrum von Schönholzerswilen

Lage der Gemeinde
Untersee (Bodensee)Bommer WeierEmerzer WeierBiessenhofer WeierHauptwiler WeierHoorbacher WeierRüütiweierHorberweierBodenseeKanton St. GallenKanton St. GallenBezirk ArbonBezirk FrauenfeldBezirk KreuzlingenBezirk MünchwilenAffeltrangenAmlikon-BisseggBerg TGBirwinkenBischofszellBürglen TGBussnangErlen TGHauptwil-GottshausHohentannenKradolf-SchönenbergMärstettenSchönholzerswilenSulgen TGWeinfeldenWigoltingenWuppenauZihlschlacht-SitterdorfKarte von Schönholzerswilen
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Schönholzerswilen ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft[3] im Bezirk Weinfelden des Kantons Thurgau in der Schweiz. Die Gemeinde besteht aus vielen Weilern, u. a. Hagenwil, Leutenegg und Ritzisbuhwil, auf einem Rücken des Gabrisstocks zwischen Bürglen und Wil SG.

1803 bis 1964 bildeten die Ortsgemeinden Schönholzerswilen und Toos die Munizipalgemeinde Schönholzerswilen. 1964 vereinigten sich diese zur Einheitsgemeinde Schönholzerswilen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Funde von Steinbeilen, Grabhügel und römischen Münzen belegen eine Besiedlung seit dem Neolithikum.
→ siehe Abschnitt Vorrömische Zeit im Artikel Toos

Schönholzerswilen um 1910 mit reformierter Kirche im Hintergrund

Schönholzerswilen wurde 857 vermutlich als Wichrammeswilare, 1216 als Wilær und 1693 als Schönholtzerß Wÿlen erwàhnt. Schönholzerswilen war, ehe das Kloster St. Gallen 1439 das niedere Gericht erwarb, eine Besitzung des Ulrich von St. Johann. St. Gallen verband Schönholzerswilen mit Heiligkreuz, Wuppenau und halb Toos zum sogenannten Berggericht, während einige Höfe, u. a. in Hagenbuch, Metzgersbuhwil und Wartenwil, bis 1798 zum Freigericht Thurlinden gehörten. 1798 bis 2010 war Schönholzerswilen Teil des Bezirks Tobel bzw. ab 1871 des Bezirks Münchwilen.[5]

Schönholzerswilen bildete 1275 wohl eine Pfarrei, sank aber vor 1508 zu einer Kaplanei Bussnangs ab. Die Pfarrei Bussnang übernahm die Reformation, doch erreichte der Abt von St. Gallen 1564, dass die Filiale katholisch blieb. Nach Bussnang pfarrgenössig, gingen die Reformierten ab 1677 zur Predigt nach Neukirch. Nach dem Vierten Landfrieden errichteten sie 1714 eine Kirche. 1718 erhielten sie von Zürich als Kollator, dessen Amt bis 1843 bestehen blieb, einen Pfarrer. Die Katholiken waren später nach Wuppenau pfarrgenössig, 1820 wurde in Schönholzerswilen eine Kaplanei, 1854 eine Pfarrei eingerichtet. 1561 bis 1607 bestand auf dem Nollenberg ein Dominikanerinnenkloster.[5]

In Schönholzerswilen waren lange Acker-, Wiesen- und Obstbau vorherrschend. Viehzucht und Milchwirtschaft gewannen erst im 19. Jahrhundert, als auch 1864 die erste Käserei eröffnet wurde, an Bedeutung. Die letzte der vier Stickereien, die 1878 insgesamt 84 Personen beschäftigten, schloss 1922. Daneben gab es nach 1920 eine Lorrainestickerei. Die Einwohnerzahl nahm 1950 bis 1970 um fast 20 % ab, so blieb Schönholzerswilen ein weitgehend intaktes Bauerndorf, in dem der ersten Wirtschaftssektor auch 2005 noch 66 % der Arbeitsplätze stellte.[5]

→ siehe auch Abschnitt Gemeinde (Geschichte) im Artikel Toos

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönholzerswilen-blazon.svg

Blasonierung: In Blau auf schwebendem gelbem Neunberg (5/4) ein schreitender gelber Bär.[6]

Bis 1798 gehörte Schönholzerswilen zum Berggericht der Abtei St. Gallen. Der St. Galler Bär über dem Berg ist der sprechende Ausdruck dieses Verhältnisses. Die Farben Gelb und Blau gehen auf die Herren von Wunnenberg zurück, die in Schönholzerswilen ansässig waren[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Schönholzerswilen[4]
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden
1831 1850 1900 1950 1960 1980 2000 2010 2018
Einheitsgemeinde 700 731 765 866
Munizipalgemeinde 1110 946 888 804
Ortsgemeinde 870 903 798 762 695
Quelle [5] [4]

Von den insgesamt 866 Einwohnern der Gemeinde Schönholzerswilen im Jahr 2018 waren 72 bzw. 8,3 % ausländische Staatsbürger. 412 (47,6 %) waren evangelisch-reformiert und 284 (32,8 %) römisch-katholisch.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 bot Schönholzerswilen 219 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 45,5 % in der Land- und Forstwirtschaft, 13,0 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 41,5 % im Dienstleistungssektor tätig.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Schönholzerswilen ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgelistet.

Das Bruderloch ist eine kleinere Sandsteinhöhle oberhalb des Dorfes. Bei der Höhle liegt eine Feuerstelle. Die Höhle, die über mehrere Räume und eine Quelle verfügt, kann man besichtigen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schönholzerswilen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  3. a b Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  4. a b c Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  5. a b c d Erich Trösch: Schönholzerswilen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  6. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019