Schönholzerswilen

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Schönholzerswilen
Wappen von Schönholzerswilen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Weinfelden
BFS-Nr.: 4756i1f3f4
Postleitzahl: 8577
Koordinaten: 727643 / 264258Koordinaten: 47° 31′ 0″ N, 9° 8′ 0″ O; CH1903: 727643 / 264258
Höhe: 555 m ü. M.
Fläche: 10,9 km²
Einwohner: 839 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 77 Einw. pro km²
Website: www.schoenholzerswilen.ch
Dorfzentrum von Schönholzerswilen

Dorfzentrum von Schönholzerswilen

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Schönholzerswilen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönholzerswilen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Weinfelden des Kantons Thurgau in der Schweiz. Die Gemeinde besteht aus vielen Weilern, u. a. Hagenwil, Leutenegg und Ritzisbuhwil, auf einem Rücken des Gabrisstocks zwischen Bürglen und Wil SG.

1803 bis 1964 bildeten die Ortsgemeinden Schönholzerswilen und Toos die Munizipalgemeinde Schönholzerswilen. 1964 vereinigten sich diese zur Einheitsgemeinde Schönholzerswilen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schönholzerswilen um 1910 mit reformierter Kirche im Hintergrund

Zahlreiche Funde von Steinbeilen, Grabhügel und römischen Münzen belegen eine Besiedlung seit dem Neolithikum. Schönholzerswilen wurde 857 vermutlich als Wichrammeswilare, 1216 als Wilær und 1693 als Schönholtzerß Wÿlen erwàhnt. Schönholzerswilen war, ehe das Kloster St. Gallen 1439 das niedere Gericht erwarb, eine Besitzung des Ulrich von St. Johann. St. Gallen verband Schönholzerswilen mit Heiligkreuz, Wuppenau und halb Toos zum sogenannten Berggericht, während einige Höfe, u. a. in Hagenbuch, Metzgersbuhwil und Wartenwil, bis 1798 zum Freigericht Thurlinden gehörten. 1798 bis 2010 war Schönholzerswilen Teil des Bezirks Tobel bzw. ab 1871 des Bezirks Münchwilen.[3]

Schönholzerswilen bildete 1275 wohl eine Pfarrei, sank aber vor 1508 zu einer Kaplanei Bussnangs ab. Die Pfarrei Bussnang übernahm die Reformation, doch erreichte der Abt von St. Gallen 1564, dass die Filiale katholisch blieb. Nach Bussnang pfarrgenössig, gingen die Reformierten ab 1677 zur Predigt nach Neukirch. Nach dem Vierten Landfrieden errichteten sie 1714 eine Kirche. 1718 erhielten sie von Zürich als Kollator, dessen Amt bis 1843 bestehen blieb, einen Pfarrer. Die Katholiken waren später nach Wuppenau pfarrgenössig, 1820 wurde in Schönholzerswilen eine Kaplanei, 1854 eine Pfarrei eingerichtet. 1561 bis 1607 bestand auf dem Nollenberg ein Dominikanerinnenkloster.[3]

In Schönholzerswilen waren lange Acker-, Wiesen- und Obstbau vorherrschend. Viehzucht und Milchwirtschaft gewannen erst im 19. Jahrhundert, als auch 1864 die erste Käserei eröffnet wurde, an Bedeutung. Die letzte der vier Stickereien, die 1878 insgesamt 84 Personen beschäftigten, schloss 1922. Daneben gab es nach 1920 eine Lorrainestickerei. Die Einwohnerzahl nahm 1950 bis 1970 um fast 20 % ab, so blieb Schönholzerswilen ein weitgehend intaktes Bauerndorf, in dem der ersten Wirtschaftssektor auch 2005 noch 66 % der Arbeitsplätze stellte.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Schönholzerswilen[2]
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden
1831 1850 1900 1950 1960 1980 2000 2010 2018
Einheitsgemeinde 700 731 765 866
Munizipalgemeinde 1110 946 888 804
Ortsgemeinde 870 903 798 762 695
Quelle [3] [2]

Von den insgesamt 866 Einwohnern im Jahr 2018 waren 72 bzw. 8,3 % ausländische Staatsbürger.[4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bruderloch ist eine kleinere Sandsteinhöhle oberhalb des Dorfes. Bei der Höhle liegt eine Feuerstelle. Die Höhle, die über mehrere Räume und eine Quelle verfügt, kann man besichtigen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schönholzerswilen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. a b c 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  3. a b c d Erich Trösch: Schönholzerswilen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  4. 2018_2015_BevGmd_Geschl_Nat.xlsx (Bevölkerung nach Geschlecht und Nationalität, 2015-2018) Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.