Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 250

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Sd.Kfz. 250
Deutsches Sd.Kfz. 250/2 (Funksprechwagen) in Russland (1943)

Deutsches Sd.Kfz. 250/2 (Funksprechwagen) in Russland (1943)

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung maximal 6 Soldaten
Länge 4,56 m
Breite 1,94 m
Höhe 1,66 m
Masse 5 t
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 8 bis 12 mm
Hauptbewaffnung 1×MG
Sekundärbewaffnung keine
Beweglichkeit
Antrieb Maybach HL42 TRKM
100 PS
Höchstgeschwindigkeit 65 km/h
Leistung/Gewicht 20 PS/t
Reichweite Straße 350 km
Gelände 200 km

Der leichte Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 250 (Sonderkraftfahrzeug 250) war ein deutsches Halbkettenfahrzeug, das im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht eingesetzt wurde. Als leichter Schützenpanzerwagen (SPW) gehörte es zur Ausrüstung der Panzeraufklärungsabteilungen und einiger Kradschützenabteilungen.

Entwicklung und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ergänzung zum mittleren Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 251 erfolgte auf eine Ausschreibung der Wehrmacht hin ab 1939 die Entwicklung eines leichten SPW. Beteiligt an der Entwicklung waren laut einem Geheimdokument des Sonderausschusses "Panzer V" aus dem Jahr 1942 die Firmen Demag für das Fahrgestell und Büssing NAG für den Panzeraufbau.

Vom Sd.Kfz. 250 gab es zwei Ausführungen:

  • Ausführung A: komplizierter Aufbau mit vielen Schrägen aus insgesamt 19 Panzerplatten, Gewicht 4,6 t. Ab Mai 1943 Umstellung der Produktion auf Ausführung B.
  • Ausführung B: kastenförmiger, vereinfachter Aufbau, nur noch neun Panzerplatten, Gewicht 5,38 t. Genauer Fertigungsbeginn ist nicht dokumentiert. Das erste nachgewiesene Fahrzeug wurde Ende Juni 1943 von Demag gefertigt.

Die Fertigung war in vier Bauabschnitte unterteilt: Panzerwanne, Fahrwerk, Panzeraufbau und Endmontage.

Die Panzerwanne wurde von vier verschiedenen Firmen hergestellt:

Von diesen Firmen war nur die Bismarckhütte technologisch in der Lage, geschweißte Panzerwannen herzustellen. Da die Produktion dort erst im April 1943 begann, waren bis auf wenige Ausnahmen sämtliche Fahrzeuge mit geschweißter Wanne vom Typ Sd. Kfz. 250 Ausf. B. Die anderen drei Firmen stellten dagegen genietete Panzerwannen her.

Anschließend wurde das Fahrgestell, das von Demag entwickelt wurde, in die Panzerwannen eingebaut. Die Fahrgestelle wurden von vier Firmen hergestellt:

Demag entwickelte das Fahrgestell auf Basis des Leichten Zugkraftwagens 1 Tonne (D7 Sd.Kfz. 10). Hierfür wurde das Kettenlaufwerk um eine Laufrolle verkürzt. Das geänderte Fahrgestell bekam die Bezeichnung D7p.

Der 6-Zylinder-Maybach-Vergasermotor HL 42 TRKM mit 4170 cm³ Hubraum leistete 100 PS (74 kW) bei 3000 U/min.

Das halbautomatische Maybach-Gangvorwahl-Schaltreglergetriebe Variorex SRG 102128H mit sieben Vorwärts- und drei Rückwärtsgängen war für die damalige Zeit sehr modern und dabei einfach zu bedienen.

Den Panzeraufbau fertigten vier verschiedene Werke:

Vom Panzeraufbau gab es drei verschiedene Versionen:

  • 0-Serie, von der im Jahr 1940 von DEW 15 Stück gefertigt wurden
  • Panzeraufbau Sd.Kfz. 250E, die offiziell genehmigte Serienversion
  • Panzeraufbau Sd.Kfz. 250/Z, eine Serienversion (400 Stück), die nur von Böhler hergestellt wurde, bevor diese Firma vor November 1941 die Fertigung auf den Panzeraufbau Sd.Kfz. 250E umstellte

Die Serienversion Sd.Kfz. 250E unterscheidet sich von der 0-Serie in folgenden Details:

  • Einheits-Sehklappen um 50 mm tiefer eingebaut
  • Kleinere Scharniere an den seitlichen Motor-Wartungsklappen
  • Scheinwerfer waren auf den Rad-Schutzblechen angebracht statt vor den Schutzblechen an der Panzerwanne
  • Schutzbleche durch Bördelung verstärkt
  • Kombinierter Werkzeug- und Staukasten auf dem rechten Schutzblech (zwischen Rad- und Kettenschutzblech)

Die Version Sd.Kfz. 250/Z wurde von Böhler parallel zur offiziell genehmigten Serienversion gefertigt. Wieso dies vom Waffenamt geduldet wurde ist nicht überliefert. Böhler stellte zunächst von August 1940 bis April 1941 250 Panzerwannen für den leichten gepanzerten Beobachtungskraftwagen (Sd.Kfz. 253) mit geschlossenem Aufbau her, bevor sie mit der Produktion der Panzerwanne für das Sd.Kfz. 250 begann. Die Umstellung wurde lediglich durch das Weglassen der Dachpanzerung bewerkstelligt. Der Panzeraufbau Sd.Kfz. 250/Z unterscheidet sich vom Panzeraufbau Sd.Kfz. 250E in folgenden Merkmalen:

  • Nicht verstärkte Schutzbleche (wie bei der 0-Serie)
  • Fahrer-Frontpanzerung um 21 Grad statt um 30 Grad geneigt
  • Sehklappen in der Fahrer-Frontpanzerung mit zwei Sehschlitzen
  • Flacherer Winkel der Heckpanzerung (26 Grad statt 10 Grad), wodurch das Heck etwas ausladender ist
  • Sehklappe in der Hecktür
  • Acht Hebehaken an der Oberseite der Panzerung
  • Scheinwerfer über den Rad-Schutzblechen an der Panzerung montiert
  • Werkzeug-Kasten separat, auf rechtem Kettenschutzblech montiert
  • Nummernschild unter der Bugpanzerung - beim Panzeraufbau Sd.Kfz. 250E war das Nummernschild lediglich auf die Bugpanzerung aufgemalt
  • Rechts hinten oben in der Seitenpanzerung eine verschlossene Öffnung (beim Sd. Kfz. 253 war dort eine Funk-Antenne angebracht)

Die Fahrzeugendmontage erfolgte bei sechs verschiedenen Firmen:

Für die verschiedensten Einsatzzwecke gab es von dem Fahrzeug eine Vielzahl von Unterausführungen.

Insgesamt bauten die Montagewerke, basierend auf den Abnahmezahlen des Waffenamtes, von Juni 1941 bis April 1945 6628 leichte SPW aller Varianten:

  • 1941: 389
  • 1942: 1374
  • 1943: 2895
  • 1944: 1701
  • 1945: 269

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sd.Kfz. 250/1 – leichter Schützenpanzerwagen für sechs Soldaten, davon ein Fahrer. Zwei MG 34 mit 2010 Schuss.
  • Sd.Kfz. 250/2 – leichter Fernsprech-Panzerwagen. Ein MG 34 mit 2010 Schuss.
  • Sd.Kfz. 250/3 – leichter Funkpanzerwagen für vier Soldaten, Gewicht: 5,75 t. Fünf Ausführungen mit verschiedener Ausstattung an Funksprechgeräten:
    • Sd.Kfz. 250/3-I – leichter Funkpanzerwagen (Fu 7, Fu 18)
    • Sd.Kfz. 250/3-II – leichter Funkpanzerwagen (Fu 5, Fu.Spr. f)
    • Sd.Kfz. 250/3-III – leichter Funkpanzerwagen (Fu 8, Fu 4, Fu.Spr. f)
    • Sd.Kfz. 250/3-IV – leichter Funkpanzerwagen (Fu 8, Fu.Spr. f)
    • Sd.Kfz. 250/3-V – leichter Funkpanzerwagen (Fu 12, Fu.Spr. f)
  • Sd.Kfz. 250/4 – Truppenluftschutzpanzerwagen, mit zwei MG 34 in Zwillings-Sockellafette (nicht eingeführt)
  • Sd.Kfz. 250/5-I – leichter Beobachtungspanzerwagen für Sturmgeschützabteilungen mit zwei MG 34 und einem Scherenfernrohr
  • Sd.Kfz. 250/5-II – leichter Aufklärungspanzerwagen
  • Sd.Kfz. 250/6 – leichter Munitionspanzerwagen für Sturmgeschütze:
    • Sd.Kfz. 250/6, Ausf. A – zum Transport von 70 Schuss für die „kurze“ 7,5-cm-Sturmkanone 37 L/24
    • Sd.Kfz. 250/6, Ausf. B – zum Transport von 60 Schuss für die „lange“ 7,5-cm-Sturmkanone 40 L/48, Gewicht: 6,29 t.
  • Sd.Kfz. 250/7 – leichter Schützenpanzerwagen (schwerer Granatwerfer):
    • Sd.Kfz. 250/7, Ausf. a als Werferträger mit 8-cm-Granatwerfer 34 und zwölf Wurfgranaten. Ein MG 34 mit 2010 Schuss
    • Sd.Kfz. 250/7, Ausf. b als Munitionsträger mit 66 Wurfgranaten. Gewicht: 6,11 t
  • Sd.Kfz. 250/8 – leichter Schützenpanzerwagen („Kanonenwagen“) mit einer 7,5-cm-Kampfwagenkanone 37 bzw. 7,5-cm-Kampfwagenkanone 51 mit 20 Granaten und einem MG 42 mit 2010 Schuss. Besatzung: drei Soldaten. Gewicht: 6,3 t, Höhe: 2070 mm. Ab Herbst 1943 wurden 69 Stück gefertigt. Einsatz ab 1943 in den drei Zugtrupps (je ein Fahrzeug) der Leichten Panzeraufklärungskompanien (gepanzert), ab 1944 je zwei Fahrzeuge in der Kanonengruppe dieser Kompanien zusammengefasst.
  • Sd.Kfz. 250/9 – leichter Schützenpanzerwagen mit 2-cm-Kampfwagenkanone 38 L/55 Maschinenkanone mit 100 Schuss im oben offenen Drehturm. Ab Herbst 1943 wurden 796 Stück gefertigt.
  • Sd.Kfz. 250/10 – leichter Schützenpanzerwagen mit einer 3,7-cm-PaK 36 L/45 und 216 Schuss. Gewicht: 5,67 t, Höhe mit Schutzschild: 1975 mm. Kein Maschinengewehr, Nahverteidigung mit zwei Maschinenpistolen. Im Herbst 1943 wurden 151 Stück gefertigt.
  • Sd.Kfz. 250/11 – leichter Schützenpanzerwagen mit einer 2,8-cm-schweren Panzerbüchse 41 mit 168 Schuss und einem MG mit 1100 Schuss. Besatzung: sechs Soldaten, Gewicht: 5,53 t, Höhe mit Schutzschild: 2135 mm.
  • Sd.Kfz. 250/12 – leichter Messtruppwagen bei Panzerbeobachtungsbatterien, z.B. als Lichtmeßßstelle.
  • Sd.Kfz. 252 – leichter gepanzerter Munitionskraftwagen für Sturmgeschützeinheiten. Ein MG 34. Besatzung: zwei Soldaten. Gewicht: 5,73 t. Aufbau oben geschlossen. Eingerichtet zum Ziehen des 330 kg schweren Munitionsanhängers Sd.Ah. 32 für 450 kg Munition. 1941/42 wurden 414 Stück gebaut, bis erkannt wurde, dass kein besonderer Aufbau benötigt wurde. Abgelöst durch Sd.Kfz. 250//6.
  • Sd.Kfz. 253 – leichter gepanzerter Beobachtungskraftwagen für Sturmgeschützeinheiten. Ein MG 34. Besatzung: vier Soldaten. Aufbau oben geschlossen, mit Scherenfernrohr und Funkgeräten. 1941/42 wurden 285 Stück gebaut, bis erkannt wurde, dass kein besonderer Aufbau benötigt wurde. Abgelöst durch Sd.Kfz. 250//5.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zusammenarbeit mit den Panzern war die Hauptaufgabe der leichten SPW (hier die 24. Panzer-Division)

Der leichte SPW kam anfangs mit je zwei Fahrzeugen in den Kompanietrupps der Schützenkompanien zum Einsatz. Auch wurde er als Stabsfahrzeug, in Nachrichteneinheiten und Artillerieeinheiten verwendet. Für den Einsatz in Sturmgeschützabteilungen wurden 1940 der leichte gepanzerte Munitionskraftwagen Sd.Kfz. 252 und der leichte gepanzerte Beobachtungskraftwagen Sd.Kfz. 253 (jeweils mit geschlossenem Aufbau) auf Basis des Sd.Kfz. 250 entwickelt. Beide wurden ab 1941 nicht mehr produziert und durch die entsprechenden Varianten des Sd.Kfz. 250 abgelöst. Da er in den ersten Kriegsjahren relativ selten war, befanden sich immer nur wenige leichte SPW in den Teileinheiten.

Erst als 1942 die Produktion deutlich gesteigert wurde, konnten größere Einheiten ausgestattet werden. Im Gegensatz zum mittleren SPW, der in den gepanzerten Panzergrenadierkompanien die Hauptausstattung darstellte, setzte die Wehrmacht den leichten SPW in den gepanzerten Aufklärungskompanien der Panzeraufklärungsabteilungen ein. Jede Abteilung hatte zwei bis drei Kompanien mit bis zu 30 leichten SPW verschiedenster Ausführung. Sie gliederte sich in drei Züge mit je drei Gruppen zu zwei leichten SPW, eine Granatwerfergruppe und eine Kanonengruppe auf SPW. Die gepanzerte Aufklärungskompanie wurde in der Praxis selten zu ihrer eigentlichen Aufgabe herangezogen. Oft bildete sie mit Panzereinheiten und Panzerartillerieeinheiten Kampfgruppen, wobei der Kampf möglichst lange vom fahrenden oder stehenden SPW geführt werden sollte.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maybach-Motor HL 42 TRKM
leichter Schützenpanzerwagen Sd.Kfz. 250/1
0Allgemeine Eigenschaften
Gewicht 5 t
Nutzlast 0,7 t
Länge 4,56 m
Breite 1,95 m
Höhe 1,66 m
0Bewaffnung
Hauptbewaffnung 1 × MG 34
0Fahrleistung
Motortyp Maybach HL 42 TRKM (Ottomotor)
Motorbauart Sechszylinder-Reihenmotor
Kühlung Wasser/Pumpe
Hubraum 4,2 l
Bohrung x Hub 90 × 110 mm
Verdichtung 1 : 6,6
Nennleistung 100 PS bei 2800 min−1
Gewichtsbezogene Leistung 20 PS/t
Vorderräder 6,00 - 20 Gelände
Kettenlänge 6,08 m
Kettenbreite 240 mm
Antriebsrad erstes Kettenrad
Laufrollen 4 (Schachtellaufwerk)
Höchstgeschwindigkeit Straße 65 km/h
Kraftstoffvorrat 140 l
Reichweite Straße 350 km
Reichweite Gelände 200 km
Bodenfreiheit 285 mm
Wattiefe 700 mm
0Panzerung
Front 12 mm
Seite und Heck 8 mm

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter J. Spielberger: Die Halbkettenfahrzeuge des deutschen Heeres, 1909–1945. Band 6, Motorbuch Verlag Stuttgart, ISBN 3-87943-403-4.
  • Horst Scheibert: Schützenpanzerwagen. Band 64, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0137-7.
  • Vorschrift D 672/6, Leichter gepanzerter Zugkraftwagen (Sd.Kfz.250). 1941
  • Wolfgang Fleischer, Richard Eiermann: Die deutschen Panzeraufklärer 1935–1945. Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-7909-0797-9.
  • Thomas L. Jentz, Hillary Doyle: Panzer Tracts No. 15-1 leichter Schützenpanzerwagen (Sd. Kfz. 250) Ausf. A & B. Panzer Tracts, ISBN 0-9815382-0-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sonderkraftfahrzeug 250 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien