Schachbundesliga (Deutschland)

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Dieser Artikel behandelt die 1. Bundesliga im deutschen Mannschaftsschach. Für die 2. Bundesliga siehe 2. Schachbundesliga (Deutschland).
Schachbundesliga
Logo der Schachbundesliga
Aktuelle Saison 2016/17
Sportart Schach
Verband Deutscher Schachbund
Ligagründung 1980
Mannschaften 16 Teams
Land Deutschland
Titelträger OSG Baden-Baden
Rekordmeister OSG Baden-Baden (11)
Website www.schachbundesliga.de
Qualifikation zu European Club Cup
2. Bundesliga (II)

Die Schachbundesliga ist die höchste Spielklasse im deutschen Mannschaftsschach. Im allgemeinen Spielbetrieb existiert sie in dieser Form seit 1980, zuvor war sie in vier Staffeln eingeteilt. Die Frauen-Bundesliga startete im Jahr 1991. Die 1. Bundesliga besteht derzeit aus 16 Mannschaften, die Frauen-Bundesliga aus 12 Mannschaften. Die zweithöchste Spielklasse ist die 2. Bundesliga. Hier spielen in vier parallelen Staffeln je zehn Mannschaften (bei den Frauen gibt es drei Gruppen mit je acht Schachmannschaften). Die Mannschaftsstärke beträgt acht Bretter (bei den Frauen sechs Bretter).

Die Liga ist eine der stärksten der Welt, für viele Vereine spielen starke Großmeister. Amtierender Meister ist die OSG Baden-Baden, bei den Frauen der SK Schwäbisch Hall. Rekordspieler der Schachbundesliga ist Klaus Bischoff.[1]

Organisationsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Bundesliga-Meister
1980/81 Solinger SG 1868
1981/82 SG Porz
1982/83 FC Bayern München
1983/84 SG Porz
1984/85 FC Bayern München
1985/86 FC Bayern München
1986/87 Solinger SG 1868
1987/88 Solinger SG 1868
1988/89 FC Bayern München
1989/90 FC Bayern München
1990/91 FC Bayern München
1991/92 FC Bayern München
1992/93 FC Bayern München
1993/94 SG Porz
1994/95 FC Bayern München
1995/96 SG Porz
1996/97 Solinger SG 1868
1997/98 SG Porz
1998/99 SG Porz
1999/2000 SG Porz
2000/01 Lübecker SV
2001/02 Lübecker SV
2002/03 Lübecker SV
2003/04 SG Porz
2004/05 Werder Bremen
2005/06 OSC Baden-Baden
2006/07 OSC Baden-Baden
2007/08 OSC Baden-Baden
2008/09 OSG Baden-Baden
2009/10 OSG Baden-Baden
2010/11 OSG Baden-Baden
2011/12 OSG Baden-Baden
2012/13 OSG Baden-Baden
2013/14 OSG Baden-Baden
2014/15 OSG Baden-Baden
2015/16 SG Solingen
2016/17 OSG Baden-Baden
Pokal 2013

Der Deutsche Schachbund (DSB) hat die Bundesliga ins Leben gerufen und war zunächst allein für Turnierordnung und -verwaltung zuständig. Später wurde ein Ausschuss geschaffen, dem jeweils drei Vertreter der Vereine und des DSB angehören. Am 3. Februar 2007 wurde die Schachbundesliga e.V. in Berlin gegründet, um die Bundesliga besser vermarkten zu können. Der DSB ist Mitglied des Vereins. Gründungspräsident war Christian Zickelbein, sein Nachfolger ist seit Juni 2009 Markus Schäfer.

Seit der Saison 2008/09 führt die Schachbundesliga den Spielbetrieb und die Vermarktung der „stärksten Schachliga der Welt“ eigenverantwortlich durch.

Die Spieltage der Schachbundesliga finden ausschließlich an Wochenenden, d. h. samstags und sonntags, statt. Ausnahmen bilden in der Saison einmalig acht Wettkämpfe, die an einem Freitag ausgetragen werden. Pro Saison sollen die Züge von insgesamt 960 Partien live im Internet auf der Homepage der Schachbundesliga übertragen werden. Am Ende jeder Saison wird eine Mannschaft als Deutscher Meister gekürt und vier Mannschaften sind vom Abstieg in die vier zweiten Ligen betroffen.

Pro Mannschaft dürfen 16 Spieler plus bis zu zwei Jugendspieler gemeldet werden. Eine Ausländerbeschränkung besteht nicht. Jeder Spieler hat seit der Saison 2014/15 100 Minuten Bedenkzeit für die ersten 40 Züge und 50 Minuten bis Partieende. Ab dem ersten Zug erhält jeder Spieler eine Zeitgutschrift von 30 Sekunden pro Zug bis zum Ende der Partie.

Geschichtlicher Rückblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Beschluss des DSB-Kongresses 1973 in Trier und auf Initiative des DSB-Sportdirektors Helmut Nöttger wurde die Schachbundesliga 1974 gegründet, damals allerdings viergleisig. Am Ende der Saison spielten die vier Erstplatzierten ein Endrundenturnier um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Im Jahr 1980 schuf der DSB die eingleisige Erste Bundesliga; die jeweils vier Erstplatzierten aus jeder Gruppe waren für diese Bundesliga qualifiziert. Die Spiele werden an insgesamt sieben Wochenenden durchgeführt. Dabei treffen sich an einem Wochenende jeweils vier Mannschaften, die aus acht Spielern bestehen, und bestreiten zwei Wettkämpfe (Samstagnachmittag und Sonntagvormittag).

In der ersten Saison der eingleisigen Liga starteten folgende Mannschaften:

  • Qualifikation aus Gruppe Nord:
SG Favorite Hammonia, Hamburger SK, Delmenhorster SK, SV Wilmersdorf
  • Qualifikation aus Gruppe West:
Solinger SG 1868, SG Bochum 31, SG Porz, Sportfreunde Katernberg
  • Qualifikation aus Gruppe Südwest:
Königsspringer Frankfurt, TSV Schott Mainz, SK Zähringen 1921, SV Hofheim
  • Qualifikation aus Gruppe Süd:
SF Marktheidenfeld, SC 1868 Bamberg, FC Bayern München, TB Erlangen

Frauen-Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Frauen-Bundesliga startete im Jahr 1991. Die besten sechs Mannschaften aus der Oberliga der ehemaligen DDR waren gesetzt: Rotation Berlin, Spvgg 1899 Leipzig, Motor Weimar, Chemie Guben, PSV Dresden, VdS Buna Halle. Dazu qualifizierten sich sechs Mannschaften aus den westdeutschen Landesverbänden: Krefelder Schachklub Turm 1851 (Nordrhein-Westfalen), SVg Lasker-Steglitz (Niedersachsen, Bremen und Berlin), Hamburger SK (Hamburg und Schleswig-Holstein), SC Bessenbach (Bayern und Württemberg), TSV Schott Mainz (Baden und Rheinland-Pfalz), SV 1920 Hofheim (Hessen und Saarland). In der Frühzeit der Liga wurde die 1992 aufgestiegene Elberfelder SG mit sechs Meisterschaften Seriensieger, ehe sie sich 1999 aus dem Spielbetrieb zurückzog.[2]

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Jahr 1990 betrugen die jährlichen Kosten der Bundesliga rund eine Million DM, die ausschließlich von den beteiligten Vereinen aufgebracht werden mussten.[3] 2011 bezifferte Christian Zickelbein den Gesamtetat der 16 Bundesligavereine auf 1 Million Euro pro Saison, wobei jeweils etwa 200.000 Euro auf die beiden Spitzenvereine OSG Baden-Baden und Werder Bremen entfielen.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helmut Nöttger 1974
 Commons: Deutsche Schachbundesliga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Deutsche Schachbundesliga - Frauen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://de.chessbase.com/post/bundesliga-aufstellungen-und-spielplan-160813
  2. Deutsche Schach Bundesliga – Damen / Saison 1998/99 letzte Saison und Meisterschaft der Elberfelder Damen.
  3. Turnierdirektor Helmut Nöttger auf einer DSB-Präsidiumssitzung laut Schach-Report/DSB/DSZ, 3/1991, S. 28.
  4. Dem Hamburger Schachklub droht das Matt, Hamburger Abendblatt, 25. November 2011.