Schaghajegh Nosrati

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Schaghajegh Nosrati (* 16. April 1989 in Bochum) ist eine deutsche Pianistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eltern von Schaghajegh Nosrati, Masoud und Faravak Nosrati, stammten aus dem Iran. Nach der Islamischen Revolution 1979 waren sie massiver politischer Verfolgung ausgesetzt, mussten ihre Studien abbrechen und flohen 1983 nach Deutschland.[1] In der Familie spielte traditionell die klassische Musik eine große Rolle und die Tochter erhielt im Alter von nur 4 Jahren ersten Klavierunterricht, bevor sie mit acht Jahren Schülerin des Recklinghäuser Pianisten und Klavierforschers Rainer Maria Klaas wurde. Im Jahr 2007 wurde sie als Jungstudentin von Einar Steen-Nøkleberg an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover aufgenommen. Im Jahr 2015 absolvierte sie an diesem Institut ihr Master-Studium bei Christopher Oakden und 2017 das Konzertexamen bei Ewa Kupiec.[2]

Weitere künstlerische Anregungen erhielt sie von Robert Levin, Angela Hewitt, Murray Perahia, Daniel Barenboim und András Schiff.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 2006 gewann sie den 1. Preis in der Altersgruppe 16 bis 18 Jahre sowie den Sonderpreis für „Moderne“ beim Rotary Klavierwettbewerb Jugend in Essen. Im Jahr 2014 gewann sie den zweiten Preis beim Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig. 2015 machte sie mit einer Einspielung der Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach ihre erste Tonaufnahme. Diese Einspielung wurde von internationalen Kritikern positiv aufgenommen.[3][4]

Im Dezember 2016 debütierte sie mit dem deutschen Kammerorchester in Berlin im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie und führte im Rahmen dieses Konzerts die Klavierkonzerte d-Moll BWV 1052 und E-Dur BWV 1053 von Johann Sebastian Bach in der weltweit zum ersten Mal zu Gehör gebrachten Version des deutschen Komponisten Frank Zabel (* 1968) auf.[5] In diesem auf neuen musikwissenschaftlichen Recherchen von Schaghajegh Nosrati und Frank Zabel fußenden Arrangement gesellen sich Holzbläser, namentlich Oboe, Oboe d’amore und Englischhorn zu der bekannten Streicherbesetzung.

Musikalische Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Repertoire von Schaghajegh Nosrati umfasst die pianistische Standardliteratur vom Barock bis zur Moderne. Schwerpunkte sind neben der Musik Johann Sebastian Bachs auch Werke unbekannter großer Komponisten wie Charles Valentin Alkan, dessen auf Grund ihrer enormen spieltechnischen Schwierigkeiten nur von wenigen Pianisten auf der Welt in Angriff genommene Werke sie regelmäßig in ihren Rezitals aufführt.[6]

Darüber hinaus besteht bei ihr eine besondere Affinität zu den Werken Sergej Rachmaninows, in denen sie die Einheit von Klarheit, stringenter Formkraft und musikalischer Poesie in einer Art und Weise zum Ausdruck bringt, die zurückgeht auf die vom Komponisten durch zahlreiche selbst eingespielte Tonaufnahmen belegte Absicht musikalischer Expression. Unter Anderem war ihre Rachmaninow-Interpretation im Dezember 2016 im Bochumer Musikzentrum im Rahmen eines Konzerts zu hören, in dem sie zusammen mit den Bochumer Symphonikern unter der Leitung des deutsch-amerikanischen Dirigenten Steven Sloane die Rhapsodie über ein Thema von Paganini aufführte.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nadja Juskowiak: Iranische Familie nutzt Chancen in der Freiheit. Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 27. Dezember 2015, abgerufen am 14. Januar 2018.
  2. Biografie bei Reinicke Artists, abgerufen am 1. August 2017.
  3. rondomagazin
  4. klassik-magazin
  5. Berliner Philharmoniker: Konzert mit Deutsches Kammerorchester Berlin, Gabriel Adorján, Schaghajegh Nosrati. In: www.berliner-philharmoniker.de. Abgerufen am 15. Januar 2017.
  6. Repertoire Schaghajegh Nosrati. In: www.nosrati-pianist.com. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  7. BOCHUMER SYMPHONIKER: Detail. In: www.bochumer-symphoniker.de. Abgerufen am 19. Januar 2017.