Schalbruch

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Schalbruch
Gemeinde Selfkant
Koordinaten: 51° 3′ 7″ N, 5° 54′ 15″ O
Höhe: [1] 51 (30–51) m
Einwohner: 955 (30. Jun. 2013)
Postleitzahl: 52538
Vorwahl: 02456
Karte
Lage von Schalbruch in Selfkant
Karte der Gemeinde Selfkant
Karte der Gemeinde Selfkant
Barbarakapelle
Innenansicht der Barbarakapelle
Bergwerkslore vor der Barbarakapelle
Ortsschild
Kriegerdenkmal
Schule an der Schulstraße
Schalbruch auf der Neuaufnahme von 1912
Schalbruch auf der Urkatasterkarte von 1846
Schalbruch auf der Tranchotkarte 1803–1820

Schalbruch ist eine Ortschaft der Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schalbruch liegt im nördlichen Gebiet der Gemeinde Selfkant an der deutsch-niederländischen Grenze. Unmittelbar hinter der Grenze beginnt die niederländische Gemeinde Echt-Susteren. In unmittelbarer Nähe liegt das Naturschutzgebiet Hohbruch[2] mit einer Größe von 32,20 ha.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Starkregen und bei Schneeschmelze fließt das Oberflächenwasser aus den Bereich Schalbruch über den Lohgraben in den Rodebach (GEWKZ 281822)[3] und dann weiter in die Maas. Der Rodebach hat eine Länge von 28,918 km bei einem Gesamteinzugsgebiet von 173,385 km².[4]

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heide (NL) Echt-Susteren (NL) Echterbosch (NL)
Holtum (NL) Nachbargemeinden Aan Reijans (NL)
Isenbruch Havert Saeffelen

Siedlungsform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schalbruch ist ein mehrzeilig bebautes Straßendorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1558 Schaltbroich
  • 1595 Schaldtbroich
  • 1662 Schaltbroch
  • 1803 Schalbruch

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schalbruch gehörte früher zum Jülicher Amt Millen. Später lagen in Schalbruch das Gericht und das Kirchspiel Havert, sowie drei kleine Lehen der Mannkammer Millen. Der Name Schalbruch entstand vermutlich durch das Schälen der Baumrinden im Bruch, um sie zum Lohgerben zu verwenden. Der angrenzende Bruchwald war Grenzbereich der Herrschaften Valkenburg und Millen. Schalbruch hatte 1828 insgesamt 320 Einwohner und gehörte zur Gemeinde Havert und zum Amt Selfkant.

Vom 23. April 1949 bis zum 31. Juli 1963 stand der Selfkant und damit auch Schalbruch unter niederländischer Auftragsverwaltung. Am 1. August 1963 erfolgte nach Zahlung von 280 Millionen D-Mark die Rückführung.[5]

Mit dem Gesetz zur Neugliederung von Gemeinden des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg vom 24. Juni 1969[6] trat am 1. Juli 1969 folgende Gebietsänderung in Kraft.

§ 1 (1) Die Gemeinden Havert, Hillensberg, Höngen, Millen, Süsterseel, Tüddern, Wehr (Amt Selfkant) und die Gemeinde Saeffelen (Amt Waldfeucht) werden zu einer neuen amtsfreien Gemeinde zusammengeschlossen. Die Gemeinde erhält den Namen Selfkant.

§ 1 (2) Das Amt Selfkant wird aufgelöst. Rechtsnachfolgerin ist die Gemeinde Selfkant.

Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarre St. Gertrud Havert war mit Isenbruch, Lind, Schalbruch und Stein eine eigenständige Kirchengemeinde. Die Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Katholiken.

In Schalbruch baute man 1861 die Barbarakapelle. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde wegen der Platznot in der Kapelle an anderer Stelle die St. Peter- und Paul-Kirche gebaut. Am 1. Mai 1976 wurde die Kirche benediziert.

Im Zuge der Pfarrgemeindereformen im Bistum Aachen wurde die ehemals eigenständige katholische Pfarrgemeinde St. Gertrud in die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Servatius Selfkant eingegliedert.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß § 3 (1) der Hauptsatzung der Gemeinde Selfkant ist das Gemeindegebiet in Ortschaften eingeteilt. Schalbruch ist eine Ortschaft und wird nach § 3 (2) von einem Ortsvorsteher in der Gemeindevertretung vertreten. Ortsvorsteher der Ortschaft Schalbruch ist Frank Köhnen. (Stand 2013)

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St. Barbarakapelle an der Hochstraße, als Denkmal Nr. 7
  • Buntverglasung in der Barbarakapelle[8]
  • Katholische Kirche St. Peter und Paul
  • Ehrenmal für die gefallenen und vermissten Soldaten
  • Die Westzipfelschule an der Schulstraße 2, als Denkmal Nr. 40

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Selfkant, Löscheinheit Havert-Schalbruch
  • St. Peter und Paul Schützenbruderschaft Schalbruch
  • Trommler und Pfeiferkorps Schalbruch
  • Musikverein St. Martinus Schalbruch
  • Gesangverein St. Josef Schalbruch
  • Frauengemeinschaft Schalbruch
  • Kultur- und Förderverein Schalbruch
  • Nikolausgruppe Schalbruch
  • Sozialverband VdK Deutschland Selfkant betreut Schalbruch
  • Fußball Club Victoria Schalbruch 1919 e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vogelschuss der Bruderschaft
  • Patronatsfest und Kirmes in Schalbruch
  • St. Martin-Umzug in Schalbruch
  • Spiele & Turniere des FC Victoria Schalbruch

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobahnanbindung

BAB Streckenabschnitt Anschlussstelle Entfernung
A2 Maastricht – Eindhoven AS Roosteren 10 km
A46 Heinsberg – Düsseldorf AS Heinsberg 22 km
A44 Aachen – Mönchengladbach AS Aldenhoven 35 km

Bahnanbindung

Ab Bahnhof Susteren (ca. 6 km Entfernung)

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RB Sprinter Maastricht RandwyckRoermond

Ab Bahnhof Geilenkirchen (ca. 22 km Entfernung)

Linie Linienbezeichnung Linienverlauf
RE 4 Wupper-Express AachenMönchengladbachDüsseldorfDortmund
RB 33 Rhein-Niers-Bahn AachenMönchengladbachKrefeldDuisburg
RB 20 Euregiobahn AachenGeilenkirchen

Straßennamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahornstraße, Am Nordhang, Am Südhang, Buschweg, Gartenstraße, Ginsterweg, Haverter Weg, Hochstraße, Im Acker, Im Heidfeld, Im Steg, Reyweg, Schulstraße, Talweg, Tannenweg, Zu den Benden, Zur Landwehr

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bischöfliches Generalvikariat Aachen (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Kühlen, Mönchengladbach 1994, ISBN 3-87448-172-7, S. 684–686
  • Leo Gillessen: Die Ortschaften des Kreises Heinsberg : ihre Namen, Topographie und Geschichte. Heinsberg 1993, ISBN 3-925620-13-3, S. 255
  • Leo Gillessen: Zur Ortsnamen- und Siedlungskunde des südlichen Selfkantkreises. In: Heimatkalender 1971, S. 41–50
  • Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830, OCLC 165725051.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schalbruch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. http://www.naturschutz-fachinformationssysteme-nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/HS_010
  3. http://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/wasser/pdf/Gewaesserverzeichnis%20GSK3C.xls
  4. http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gebietsverzeichnis.pdf
  5. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/heinsberg/1-august-ist-ein-markanter-tag-fuer-den-selfkant-1.509059#857515890
  6. https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?print=1&anw_nr=2&gld_nr=%202&ugl_nr=2020&val=4036&ver=0&sg=0&menu=1&aufgehoben=N&keyword=&bes_id=4036
  7. http://www.kirche-selfkant.de/cms/pages/kirchen/havert.php
  8. http://www.glasmalerei-ev.net/pages/b2576/b2576.shtml