Schalker Eisenhütte

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Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 21. August 1872
Sitz 45881 Gelsenkirchen
Leitung Dr. Eckhard Ulrich Conrad
Mitarbeiter 200 (2012)
Branche Maschinenbau
Website www.schalke.eu
Eingang zur Schalker Eisenhütte

Die Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH, eigene Kurzbezeichnung Schalke, hat ihren Sitz in Gelsenkirchen-Schalke. Mit einer mehr als hundertjährigen Tradition entwickelt und produziert Schalke heute Kokereianlagen und Schienenfahrzeuge. Heute arbeiten 40 % aller Mitarbeiter in der Konstruktion und 30 % aller Mitarbeiter produzieren am Standort in Gelsenkirchen.

Geschichte[Bearbeiten]

Logo der Gewerkschaft Schalker Eisenhütte Mitte der 1950er

Vor mehr als 135 Jahren gründete Friedrich Grillo die Schalker Eisenhütte. Die Schalker Eisenhütte begann mit der Fertigung von Maschinen und Maschinenteilen für unterschiedliche Einsätze.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts konnte dank Schalker Technik die vollständige Maschinisierung von Kokereibetrieben erreicht werden. Heute entwickelt, konstruiert und baut das Unternehmen vollautomatische Kokereimaschinen. 1882 entstand die erste Koksausdrückmaschine mit Dampfantrieb.

65 Jahre später (1937) begann Schalke mit der Entwicklung und Lieferung von Lokomotiven. Die Schienenfahrzeuge sind heute weltweit im Unter- und Übertagebergbau im Einsatz. Entwickelt und gebaut werden: Rangier-, Fracht- oder Tunnellokomotiven. Darüber hinaus wurden aber auch Förderhäspel gefertigt.

1982: Koksüberleitmaschine „System Schalke“

1986: Umwandlung der Bergrechtlichen Gewerkschaft in eine GmbH[1]

1991: Füllwagen „System Schalke"

1993: Die Ruhrkohle-Einheitslokomotive

2001: Erste Güterstraßenbahn CarGoTram; die Schalker Eisenhütte wird Tochter der Gebr. Eickhoff-Gruppe, Bochum[2]

Produkte[Bearbeiten]

Kokereimaschinen[Bearbeiten]

Die Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik entwickelt und baut Kokereimaschinen rund um den Koksofen.

Die Koksofen werden mit einem Füllwagen mit Kokskohle emissionsfrei befüllt. Der heiße Koks wird mit der Koksausdrückmaschine aus der Kammer gedrückt. Dabei werden die Kammertüren hermetisch geöffnet und geschlossen. Mit der Koksüberleitmaschine wird der glühende Koks in das Kokslöschfahrzeug geleitet. Eine stationäre Filteranlage saugt alle anfallenden Emissionen ab. Im Löschfahrzeug wird der glühende Koks gelöscht. Schalke baut dazu für beide vorhandenen Löschsysteme die Maschinen und Fahrzeuge. (Nasslöschen im Löschturm (CSQ – Coke Stabilizing Quenching), Trockenlöschen in einer Kokstrockenkühlanlage (KTK))

Lokomotiven[Bearbeiten]

Die Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH baut maßgeschneiderte Schienenfahrzeuge.

Im Bergbau für den Untertageeinsatz entwickelte Schalke eine Einheitslokomotive, die in allen Bergwerken der Ruhrkohle AG (RAG), heute Deutsche Steinkohle AG (DSK), zum Einsatz kommt. Für den weltweit führenden Kupferproduzenten Codelco baute Schalke zehn130-Tonnen-Fahrdrahtlokomotiven, die im Bergwerk El Teniente an 365 Tagen im Jahr Kupfererz transportieren.

Ab 2008 hat die Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH angefangen Normalspurlokomotiven für Vollbahnen zu entwerfen. Diese Lokomotiven haben die Bezeichnung SDE 1800 (S steht für SCHALKE, DE für Dieselelktrisch und die Zahl für die Leistung in kW). Die Lokomotive ist 17 m lang und 3 m breit und wiegt 80 t, sie hat einen MTU 12 V 4000 R 43 Motor, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schalker Eisenhütte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  •  Stefan Karkowski: Lokspezialitäten aus Gelsenkirchen. Besuch auf Schalke. In: eisenbahn magazin. Nr. 7/2013, Alba Publikation, Düsseldorf Juli 2013, ISSN 0342-1902, S. 39–41.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Handelsregister Gelsenkirchen HRB85 (Gewerkschaft) und HRB1239 (GmbH)
  2. Handelsregister Gelsenkirchen HRB1239
  3. Railvolution 1/11 S.18