Schallenburg (Sömmerda)

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Schallenburg
Stadt Sömmerda
Koordinaten: 51° 8′ 27″ N, 11° 4′ 58″ O
Höhe: 142 m ü. NN
Einwohner: 365 (Jul. 2010)
Eingemeindung: 6. Mai 1993
Postleitzahl: 99610
Vorwahl: 03634
Karte
Lage von Schallenburg in Sömmerda
Ev. Kirche St. Cyriakus in Schallenburg
Ev. Kirche St. Cyriakus in Schallenburg

Schallenburg ist ein Ortsteil der Stadt Sömmerda mit etwa 365 Einwohnern. Der Ort befindet sich im Norden Thüringens im Landkreis Sömmerda.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schallenburg befindet sich in der Unstrutaue südwestlich der Kernstadt Sömmerda direkt am Fluss nahe der Stadt und der Bundesstraße 176.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes erfolgte am 19. Februar 1327.[1] Das Dorf Schallenburg liegt an einem Übergang der Unstrut und wurde durch die mittelalterliche Burganlage Schalkenburg geschützt. Schallenburg[2] lag im Spätmittelalter im Amt Sömmerda und gehörte zusammen mit dem Flecken bzw. der Stadt Sömmerda ab 1418 als Lehn des Stiftes Fulda zur Stadt Erfurt.[3]

Seit 1815 gehörte Schallenburg zum Königreich Preußen, Landkreis Weißensee. In der heutigen Gemarkung liegt ein Teil der Wüstung Wenigen-Schallenburg.[4] Das Dorf Schallenburg zählte um 1840 laut einer statistischen Untersuchung 486 evangelische Einwohner. Es wurden 95 Wohnhäuser, 181 Stallungen und Scheunen, drei Gemeindehäuser, ein Krug und eine Schule erwähnt. Ein Lehrer unterrichtete die schulpflichtigen 45 Knaben und 54 Mädchen. In Schallenburg betrieb man zu dieser Zeit folgende Gewerbe: eine Mahlmühle mit 4 Gängen, auch eine Ölmühle. In einem Steinbruch wurde Gips gebrochen und zu Baumaterial verarbeitet. Die handwerkliche Weberei und Textilfertigung war mit drei Leinewebstühlen präsent. Die Übersicht erwähnt auch zwei Bäcker, zwei Fleischer, einen Schuhmacher, zwei Schneider, zwei Tischler, einen Hausschlächter, einen Barbier, auch acht Mägde und sechs Knechte. Schließlich werden noch vier Musikanten erwähnt sowie drei Lebensmittelhändler (Victualienhändler), die Lebensmittel von außerhalb benötigten. Der gesamte Viehbestand umfasste 46 Pferde, 145 Rinder, 635 Schafe, 84 Ziegen und 113 Schweine. Die Dorfflur umfasste 2308 Morgen Fläche, die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasste davon 1930 Morgen Ackerland, 27 Morgen Gartenland, 245 Morgen Wiese und 53 Morgen Weiden. Ferner wurden 53 Morgen Gemeindewald erwähnt. Es gibt einen ertragreichen Obstanbau, die Gehölze bestehen aus Weichholzarten (Weiden, Birken und Erlen).[5]

Am 6. Mai 1993 wurde Schallenburg in die Stadt Sömmerda eingemeindet.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit ist Wolfgang Bierbach (parteilos) Ortsteilbürgermeister.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil ist 2 km von der Bundesstraße 176 entfernt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 247.
  2. Frank Boblenz: Überblick über die Territorialgeschichte des Landkreises Sömmerda vom Ende des 14. Jahrhunderts bis 1994. In: Sömmerdaer Heimatheft. 5, 1993, ZDB-ID 1158652-7, S. 9–49.
  3. Enno Bünz: Aus der Geschichte des Dorfes „Sulza“ bei Erfurt: Ein Beitrag zur Wüstungsforschung in Thüringen. In: Hans-Otto Pollmann (Hrsg.): Archäologie und Bauforschung in Erfurt (= Kleine Schriften des Vereins für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt e.V. 5). Verein für die Geschichte und Altertumskunde von Erfurt, Erfurt 2001, ISBN 3-9807188-8-3, S. 95–116, hier S. 100: Karte „Das Landgebiet der Stadt Erfurt um 1500.
  4. Frank Boblenz: Wüstung und Flurgenossenschaft Wenigenschallenburg. In: Werningshausen. 802 bis 2002. Festschrift zur 1200-Jahr-Feier, 15. bis 18. August 2002. Gemeindeverwaltung Werningshausen, Werningshausen 2002, S. 31–40.
  5. Carl August Noback: Ausführliche geographisch-statistisch-topographische Beschreibung des Regierungsbezirks Erfurt. Selbstverlag, Erfurt 1841, S. 207.
  6. Statistisches Bundesamt: Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schallenburg (Sömmerda) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien