Schallstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schallstadt
Schallstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schallstadt hervorgehoben
Koordinaten: 47° 57′ N, 7° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 240 m ü. NHN
Fläche: 19,56 km2
Einwohner: 6109 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 312 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79227
Vorwahl: 07664
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 098
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 16
79227 Schallstadt
Webpräsenz: www.schallstadt.de
Bürgermeister: Jörg Czybulka
Lage der Gemeinde Schallstadt im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild

Schallstadt (alemannisch Schallsched) ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung grenzt – vom Norden im Uhrzeigersinn – an Freiburg im Breisgau, Ebringen, Pfaffenweiler, Ehrenkirchen und Bad Krozingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Schallstadt gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Mengen und Wolfenweiler. Zur ehemaligen Gemeinde Mengen gehört das Dorf Mengen. Zur Gemeinde Schallstadt in den Grenzen vom 31. Dezember 1970 gehören das Dorf Schallstadt und der Weiler Föhrenschallstadt. Zur ehemaligen Gemeinde Wolfenweiler gehören das Dorf Wolfenweiler und der Weiler Leutersberg. Im Gemeindeteil Mengen liegt die abgegangene Ortschaft Bechtoldskirch.[2]

Wappen der Ortsteile

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus von Schallstadt im Ortsteil Wolfenweiler mit Turm der Evangelischen Kirche
Katholische Kirche St. Blasius in Schallstadt-Wolfenweiler

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ob „Openwilare“, wo nach einer Urkunde von 850 zur Zeit des Merowingerkönigs Chilperich II., also zwischen 716 und 720, ein alemannischer Adliger dem Kloster St. Gallen Land schenkte, Wolfenweiler oder das südlich angrenzende Pfaffenweiler meinte oder einen dritten Ort, bleibt letztlich unbekannt. Sicher bezeugt ist der Name in St. Galler Urkunden von 873 als „Wolvinwilare“. Der Name „Schallstadt“ erscheint zum ersten Mal in der im 12. Jahrhundert angefertigten Abschrift einer Urkunde von 779, und zwar als „Scalcstater marca“.

Nach Wolfenweiler nannte sich im 11. Jahrhundert ein Adelsgeschlecht, das mit den Grafen von Nimburg verwandt war. Nach deren Aussterben Anfang des 13. Jahrhunderts war Wolfenweiler zwischen den Zähringern und dem Bistum Straßburg strittig, gelangte aber schließlich an die Grafen von Freiburg. Auch Schallstadt gehörte zeitweilig den Zähringern. Im 12. Jahrhundert schenkte Agnes, die Witwe Bertholds II. von Zähringen, dem Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald ihr Gut in „villa Scalstat“. Auch in Schallstadt gewannen anschließend die Grafen von Freiburg die Hoheitsrechte.

Die Grafen von Freiburg setzten 1457 den ihnen verwandten Markgrafen Rudolf IV. von Hachberg-Sausenberg zum Erben ein. 1503 übernehmen die Freiburger Grafen die Herrschaft Badenweiler, die dann mitsamt den Gemeinden des heutigen Schallstadts über die Markgrafen Hachberg-Sausenberg 1503 an die Markgrafen von Baden und im 1806 an das Großherzogtum Baden fällt.

Siehe auch: Burg Mengen

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schallstadt und Wolfenweiler schlossen sich am 1. Januar 1971 zur neuen Gemeinde Schallstadt-Wolfenweiler zusammen.[3] Genau vier Jahre später kam es zur Vereinigung dieser Gemeinde mit Mengen und Ebringen.[4] Ebringen klagte gegen die Eingemeindung vor dem baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshof auf Wiedererlangung der Selbständigkeit, da die Gemeinde Pfaffenweiler nicht wie im Vertrag vorgesehen der neuen Gesamtgemeinde angehörte, und bekam am 6. Februar 1976 recht, so dass die Eingemeindung Ebringens zurückgenommen wurde.[4] Der Gemeindename Schallstadt-Wolfenweiler wurde am 1. November 1977 zu Schallstadt vereinfacht.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung im Schallstadter Gemeinderat:[5]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- %p Sitze +/-
Die Grünen 26,0 % + 5,4 4 + 1
CDU 20,8 % + 1,9 3 ± 0
SPD 12,7 % − 2,3 2 ± 0
Aktive Bürgerliste Schallstadt e. V. 26,4 % + 3,5 4 ± 0
Freie Wählervereinigung Schallstadt 14,3 % − 8,3 2 − 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Diplom-Betriebswirt Jörg Cuybilka wurde 2004 zum Nachfolger von Dieter Rehm gewählt und im März 2012 ohne Gegenkandidat für eine zweite Amtszeit bestätigt.[6][7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen Schallstadt bringt die Identität der Teilorte zum Ausdruck.

Blasonierung: Geteilt, oben gespalten von Blau und Gold, vorne ein silbernes Hufeisen, hinten eine blaue Weintraube an grünem Stiel mit grünem Blatt, unten in Silber auf grünem Dreiberg ein schreitender schwarzer Wolf.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde Rosà in Italien wird seit 1991 eine Städtepartnerschaft gepflegt. Rosà ist eine der größten Gemeinden der Provinz Vicenza.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche von Schallstadt-Wolfenweiler mit Gemeindehaus (links) und Bürgerhaus (rechts)
Rehaklinik Lindenhof in Schallstadt

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde ist der Weinbau. Unternehmen von überregionaler Bedeutung gibt es in Schallstadt nicht.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirchen gibt es in den Ortsteilen Wolfenweiler und Mengen. Die katholische Kirche St. Blasius befindet sich am südlichen Rand des Ortsteils Wolfenweiler. Am nördlichen Rand gibt es eine neuapostolische Kirche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Grundschulen befinden sich in Schallstadt, die Johann-Philipp-Glock-Schule, die außerdem eine Außenstelle der Werkrealschule (Jengerschule Ehrenkirchen) beherbergt, sowie die Alemannenschule im Ortsteil Mengen. Kindertagesstätten gibt es im Kernort Am Käppele sowie in Mengen, außerdem den Evangelischen Kindergarten am Gehrenweg in Wolfenweiler.

Klinik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Südrand von Schallstadt befindet sich mit der Rehaklinik Lindenhof ein Fachkrankenhaus für suchtkranke Frauen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 3 führt durch Schallstadt. Der Ort liegt im Regio-Verkehrsverbund Freiburg. Am Haltepunkt Schallstadt der Rheintalbahn halten Regional-Expresse und Regionalbahnen der Bahnlinie OffenburgBasel. Verschiedene Buslinien verbinden Schallstadt und seine Ortsteile mit Freiburg und den umliegenden Gemeinden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Käppele, im Vordergrund die um(ge)baute Scheune als Veranstaltungsstätte
Bambutopia in Mengen

Käppele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das unter Denkmalschutz stehende Käppele wurde 1350 als St. Blasiuskapelle errichtet. Von 1768 an war dann knapp 170 Jahre lang die Volksschule darin untergebracht. 1998 wurde es saniert und teilweise umgebaut und beherbergt eine Kindertagesstätte und den Kunstverein mit Ausstellungsräumen unter dem Dach. In der 160 Quadratmeter großen umgebauten Scheune mit ihrem Gewölbekeller und einer Küche veranstaltet der Kulturverein Theateraufführungen, Filmvorführungen oder Konzerte.[8]

Bambutopia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am westlichen Ortsausgang von Mengen befindet sich ein Skulpturengarten in einem 1989 angepflanzten Bambuswald. Auf über 8000 m² Fläche finden sich mehr als 27 Bambusarten.[9][10]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Ehrenbürgerin der Gemeinde ist die Heimatdichterin Liesel Meier-Küchlin.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karlheinz Hahn: Ortsfamilienbuch Schallstadt-Wolfenweiler mit Leutersberg 1655-1925. Zur 1225-Jahrfeier von Schallstadt. Lahr-Dinglingen: Interessengemeinschaft Badischer Ortssippenbücher 2004 (= Badische Ortssippenbücher 106)
  • Karlheinz Hahn: Ortsfamilienbuch Mengen: Mengen, Gemeinde Schallstadt, Breisgau-Hochschwarzwald. 1656-1915. Schallstadt: Verein für Dorfgeschichte Schallstadt-Mengen-Wolfenweiler 2014 (= Badische Ortssippenbücher 159)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schallstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 160–162
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 496.
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 510.
  5. – Badische Zeitung – Kommunalwahl 2014, Ergebnisse
  6. https://www.badische-zeitung.de/schallstadt/czybulka-im-amt-bestaetigt-27-stimmen-fuer-christian-wulff--56571796.html
  7. http://www.badische-zeitung.de/schallstadt/zur-person-joerg-czybulka--56344085.html
  8. Einweihung Familienzentrum Käppele: „Dieses Haus verbindet Alt und Jung“ – badische-zeitung.de. Abgerufen am 7. März 2015.
  9. Bambutopia.de. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  10. fry: Schallstadt: Tanz, Musik und Skulpturen im Bambuswald. Badische Zeitung, 10. Juni 2011, abgerufen am 6. Januar 2017.