Schammes

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Schammes in Bielsko-Biała, Polen, 1926
Schwarzer Zweispitz für Schammes, getragen in Luzern, heute in der Sammlung des Jüdischen Museums der Schweiz.

Ein Schammes (hebr. שׁמשׁ schammásch, „Diener“) ist ein Synagogendiener. Er erfüllt die unterste Funktion in einer Synagoge. Seine Aufgaben entsprechen denen eines Küsters. Der Schammes ist begrifflich vom Gabbai nicht immer klar getrennt, zuweilen werden die Bezeichnungen synonym gebraucht.

Der Begriff wird gelegentlich abwertend als „Laufbursche“ gebraucht.

Der Ausdruck „Schammes“ bzw. „Schamasch“ wird auch für die Kerze gebraucht, die zum Anzünden der übrigen Kerzen der Chanukkia verwendet wird.

Vorkommen in der Populärkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In mehreren deutschen Filmsynchronisationen tauchen die in genauer Bedeutung und Herkunft unbekannten[1] Komposita Schlattenschammes bzw. Schlappenschammes auf. In der 1967 produzierten Synchronisation von Tote schlafen fest antwortet Philip Marlowe bei Handlungsbeginn auf die Frage nach seinem Beruf, er sei „Schlattenschammes“ (im Original „shamus“). Zudem wird das Kompositum Schlappenschammes im Film Zwei Asse trumpfen auf und in den Serien Ein Käfig voller Helden (Folgen 74 (Staffel 3, Folge 12) und 79 (Staffel 3, Folge 17)) und M*A*S*H (Folge 228 (Staffel 10, Folge 10)) verwendet. Auch im Film „Des Teufels General“ von 1955 mit Curd Jürgens taucht der Begriff „Schlappenschammes“ auf. Im Kinderhörspiel „Bibi Blocksberg“ bezeichnet die Reporterin Karla Kolumna die Position des Sekretärs des Bürgermeisters als „Schlattenschammes“ (Folge 55 aus dem Jahr 1992).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carolin Hilker-Siebenhaar (Red.): Juden in Berlin: 1671–1945. Ein Lesebuch. Nicolai, Berlin 1988, ISBN 3-87584-250-2, S. 191.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Schammes – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claudia Mauelshagen, Jan Seifert: Sprache und Text in Theorie und Empirie. Beiträge zur germanistischen Sprachwissenschaft: Festschrift für Wolfgang Brandt. Franz Steiner Verlag, 2001, ISBN 978-3-515-07877-1 (google.de [abgerufen am 28. November 2021]).