Schanze und Oppidum auf Schwaben (Jestetten-Altenburg)

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Die Schanz war der Keltenwall des Oppidums Altenburg
Der Keltenwall des Oppidums Rheinau, später auch mittelalterlicher Stadtgraben und im Zweiten Weltkrieg nochmals befestigt
Karte des Oppidums Altenburg-Rheinau

Die als Schanze und Oppidum auf Schwaben (Jestetten-Altenburg) oder als spätkeltische Siedlung bei Altenburg-Rheinau bezeichnete Anlage war ein Oppidum an der heutigen deutsch-schweizerischen Grenze bei den Orten Altenburg (Gemeinde Jestetten) und Rheinau ZH. Auf Schwaben ist der alte Flurname der Halbinsel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsreste belegen schon eine bronzezeitliche Besiedlung. Die latènezeitliche keltische Siedlung lag unterhalb des Rheinfalls bei Schaffhausen. Sie umfasste zwei beiderseits des Rheins gelegene Halbinseln, die durch Abschnittswälle und einer Pfostenschlitzmauer zu einem über drei Quadratkilometer großen Areal verbunden waren. Es wird davon ausgegangen, dass die Siedlung Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. entstanden sein dürfte und um 15. v. Chr. weitgehend verlassen wurde, dem Zeitpunkt der Einrichtung des Römerlagers Dangstetten.

Ausgrabungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausgrabungen erfolgten unter wissenschaftlicher Leitung von Franz Fischer in den Jahren 1972 bis 1975 und 1977. Zahlreiche Importe aus dem Mittelmeerraum, aber auch Funde aus den germanischen Gebieten im Norden belegen die Bedeutung der Nord-Süd-Route, die bei dem Oppidum über den Rhein setzte.

Gefunden wurden hier geprägte Büschelmünzen, eigentliche Regenbogenschüsselchen der Latènezeit und die Altenburger Säule, ein Bronzeanhänger eines Ebers und ein bronzenes Stierköpfchen, die als schönste Kleinkunstwerke der Kelten in Südbaden gelten.[1] Sie sind im Archäologischen Museum Colombischlössle ausgestellt. Neben umfangreichen Keramikfunden wurden Bronze-, Eisen- und Glasverarbeitung nachgewiesen. Hinweise auf Werkstätten und nur wenige Waffen lassen darauf schließen das es sich vorrangig um eine Gewerbe- und Handelsniederlassung gehandelt hat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Fischer: Das Oppidum von Altenburg-Rheinau. Germania 44/1966, 286–312.
  • Patrick Rau: Die keltische »Stadt« (oppidum) bei Altenburg und Rheinau, in: Das Jestetter Dorfbuch, 2001 ISBN 3-89870-039-9.
  • Gerd Biegel: Erlebte Geschichte Streifzüge durch die Ur- und Vorgeschichte um Ober- und Hochrhein, 1985, ISBN 3-7930-0491-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerd Biegel: Erlebte Geschichte, Streifzüge durch die Ur- und Vorgeschichte um Ober- und Hochrhein, 1985, S. 79 ff.

Koordinaten: 47° 38′ 52″ N, 8° 36′ 59″ O; CH1903: 688492 / 278122