Schaprode

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schaprode
Schaprode
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schaprode hervorgehoben
Koordinaten: 54° 31′ N, 13° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: West-Rügen
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 19,69 km2
Einwohner: 430 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km2
Postleitzahl: 18569
Vorwahl: 038309
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 081
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfplatz 2
18573 Samtens
Webpräsenz: www.amt-westruegen.de
Bürgermeister: Rüdiger Gau
Lage der Gemeinde Schaprode im Landkreis Vorpommern-Rügen
RostockLandkreis Mecklenburgische SeenplatteLandkreis RostockLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldLandkreis Vorpommern-GreifswaldAltenpleenGroß MohrdorfGroß MohrdorfGroß MohrdorfKlausdorf (bei Stralsund)KramerhofPreetz (bei Stralsund)ProhnSaal (Vorpommern)BarthDivitz-SpoldershagenFuhlendorf (Vorpommern)Fuhlendorf (Vorpommern)Fuhlendorf (Vorpommern)Fuhlendorf (Vorpommern)Karnin (bei Barth)Kenz-KüstrowLöbnitz (Vorpommern)LüdershagenPruchtenSaal (Vorpommern)TrinwillershagenBergen auf RügenBuschvitzGarz/RügenGustowLietzowParchtitzPatzigPoseritzRalswiekRappinSehlenAhrenshoopBorn a. DarßDierhagenPrerowWieck a. DarßWustrow (Fischland)FranzburgGlewitzGremersdorf-BuchholzMillienhagen-OebelitzPapenhagenRichtenbergSplietsdorfVelgastWeitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen)Wendisch BaggendorfElmenhorst (Vorpommern)SundhagenWittenhagenBaabeGöhren (Rügen)Lancken-GranitzSellinMönchgutZirkowGroß KordshagenJakobsdorfKummerow (bei Stralsund)Lüssow (bei Stralsund)Lüssow (bei Stralsund)Neu BartelshagenNieparsPantelitzSteinhagen (Vorpommern)WendorfZarrendorfAltenkirchen (Rügen)BreegeDranskeGloweLohmePutgartenSagardWiek (Rügen)Bad SülzeDettmannsdorfDeyelsdorfDrechowEixenGrammendorfGransebiethHugoldsdorfLindholzTribseesAhrenshagen-DaskowSchlemminRibnitz-DamgartenSemlowAltefährDreschvitzDreschvitzGingstInsel HiddenseeKluisNeuenkirchen (Rügen)Neuenkirchen (Rügen)RambinSamtensSchaprodeSchaprodeTrent (Rügen)Ummanz (Gemeinde)Ummanz (Gemeinde)Ummanz (Gemeinde)BinzGrimmenMarlowPutbusPutbusSassnitzStralsundStralsundSüderholzZingstZingstZingstKarte
Über dieses Bild

Schaprode ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt West-Rügen mit Sitz in Samtens verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im nordwestlichen Teil des Rügener Muttlandes, 23 Kilometer nordwestlich der Stadt Bergen auf Rügen. Sie wird im Norden vom Wieker Bodden begrenzt, im Süden durch die Udarser Wiek, im Westen durch den Schaproder Bodden und im Nordwesten durch den Vitter Bodden. Der sogenannte „Stolper Haken“ – vier Kilometer nördlich des Hauptortes Schaprode – markiert auf dem Gemeindegebiet die engste Stelle zwischen den Inseln Rügen und Hiddensee, die dort nur 1.000 Meter voneinander trennen. Dem Ort Schaprode vorgelagert ist die Insel Öhe.

Gemeindegliederung:

Ortsteile

  • Granskevitz
  • Lehsten
  • Neuholstein
  • Poggenhof
  • Schaprode
  • Seehof
  • Streu
  • Udars

Wohnplätze und Wüstungen

Nachbargemeinden:

Einzige Nachbargemeinde von Schaprode ist Trent im Osten, da die Gemeinde ansonsten von Wasser umgeben ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet war bis 1326 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde Rügen ein Teil von Schwedisch-Pommern und 1815 wurde Neuvorpommern die preußische Provinz Pommern.

Seit 1818 gehörte Schaprode zum Kreis bzw. Landkreis Rügen, von 1952 bis 1955 zum Kreis Bergen, danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock, seit 1990 wieder zum Landkreis Rügen und seit 2011 zum Landkreis Vorpommern-Rügen.

Granskevitz:

Das Rittergut mit der Burg war ursprünglich im Besitz der Familie von Platen. Das Gutshaus wurde 1765 und im 19. Jahrhundert um- und ausgebaut; Bauteile stammen von 1570. Das Gut war bis 1945 im Besitz von Karl von Schultz. Er hatte 1911 den Saatzuchtbetrieb Nordsaat gegründet.[2] Heute befindet sich das Gut wieder im Besitz der Nordsaat Saatzucht GmbH.

Poggenhof:

Das Gut war im Besitz der Familie von Platen (ab 1420), dann beim Kloster Hiddensee (ab 1456), danach bei den Familien von Lotzow (ab 1732), von Nimpsch (18. Jahrhundert) und wieder von Platen (1842–1945). Das Gutshaus stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Blick auf Schaprode

Schaprode:

Schaprode wurde erstmals 1193 urkundlich erwähnt. Vermutlich befand sich bei Schaprode ein slawischer Fürstensitz.

Die Johanneskirche ist ein gotischer Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert. Das Innere des Bauwerkes wird durch eine größtenteils barocke Einrichtung gestaltet. Im Ortskern stehen rohrdachgedeckte Fischerkaten, die zum Teil historische geschnitzte Haustüren aufweisen. An vielen Wänden sind Sprüche angebracht – sowohl in Hochdeutsch als auch in der lokalen Plattvariante.

Streu:

Gutsbesitzer waren u. a. die Familien von der Osten (frühe Zeit), von Platen (ab 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts), von Lotzow (ab 1749), von Bohlen (ab 1757) und Johannes Volkmann (Anfang 20. Jahrhundert bis 1945). Das Gutshaus stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert; es wurde 1871 umgebaut und teilweise aufgestockt.

Udars:

Udars wurde urkundlich im frühen 14. Jahrhundert erwähnt. Gutsbesitzer waren u. a. die Familien von Pentz (vor 1408), von Barnekow und bis zur Reformation das Kloster Hiddensee. Danach war es bis 1657 Domäne des Herzogs von Pommern und dann wieder Gutsbesitz der Familien von Wolfrad (bis 1734), von Usedom (bis etwa 1901), Kroos (bis 1926) und Karl von Schultz (bis 1945). Das unsanierte Gutshaus stammt von vermutlich nach 1735 (andere Quelle 1660) mit älteren Resten. Nach 1945 bis 1996 war es ein Wohnhaus. Der Waldpark wurde um 1800 angelegt.

Insel Öhe (Wohnplatz) ist Privatbesitz eines Landwirtschaftsunternehmens. Sie ist nur mit privaten Fährverbindungen erreichbar.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen:

Das Wappen wurde am 9. November 1999 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 197 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Unter einem grünen Schildhaupt, darin zwei abgewendet liegende und mit den Halmen schräggekreuzte goldene Weizenähren, gespalten und fünfmal von Silber und Blau gegengeteilt; auf dem Spalt ein goldener Anker.“[3]

Das Wappen wurde von dem Sagarder Gerhard Koggelmann gestaltet.

Flagge:

Die Flagge wurde am 21. Januar 2000 durch das Innenministerium genehmigt.

Die Flagge der Gemeinde besteht aus grünem Tuch, belegt mit einem weiß gesäumten, durchgehenden blauen Kreuz. Die Höhe der Kreuzarme beträgt ein Drittel, die des Saumes ein Zwanzigstel der Höhe des Flaggentuchs. In der Mitte des Flaggentuchs liegt über allem das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.

Die Flagge wurde vom Heraldiker Gerhard Koggelmann gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischerkaten am Hafen von Schaprode
  • Johanneskirche: in romanischer und gotischer Backsteinbau aus dem 13.–15. Jahrhundert
  • Wehrhof mit Herrenhaus Granskevitz: Der Wehrhof mit Herrenhaus Granskevitz ab 1570 erbaut, im Besitz der Herren von der Platen, im 17. und 19. Jahrhundert umgebaut. Der Wehrhof besitzt Graben und Wälle, das beschränkt sich aber auf das Areal des Herrenhauses.
  • Gutshaus Streu: aus dem 18. Jahrhundert, Umbau 1871
  • Wehrhof mit Herrenhaus Udars: Der Wehrhof mit Herrenhaus Udars ist in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut. Dieser Wehrhof aus älterer Zeit umfasste das gesamte Gut und nicht nur, wie bei Granskevitz, das Herrenhaus allein. Noch 1920 zeigt das MTB (Preußische Landesaufnahme) Graben und Wall rings um den Hof. Heute ist der nördliche Teil (Graben/Wall) mit einer Straße überbaut, auch Teile der Ostseite sind planiert.

Bodendenkmale, Grünanlagen und Naherholung:

  • Aussichtsturm an der Udarser Wiek: er ermöglicht insbesondere Ornithologen das Beobachten der Vogelbewegungen
  • Schwedenschanze: die Schwedenschanze liegt am Stolper Haken im Norden der Gemeinde. Sie ist 1700–1720 entstanden, zum Schutz der Einfahrt nach Stralsund.
  • Gutspark in einigen Ortschaften – Streu, Udars, Poggenhof und Retelitz
  • Schanze bei Seehof: (Neuzeit)
  • Burgwall der Slawenzeit: (600 bis 1200), Schaprode
  • Bronzezeitliches Hügelgrab: (1700 bis 600 v. Chr.) nördlich von Schaprode.
  • Hortfund von Schaprode: In der Nähe des Hügelgrabes wurde 2018 ein größerer Schatz des 10. Jahrhunderts aus Münzen und Schmuck geborgen, der mit dem dänischen König Harald Blauzahn und seiner Zeit in Verbindung gebracht wird.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist landwirtschaftlich geprägt, hat aber auch ansteigend touristische Zweige – siehe Verkehr. Auch sonstige Gewerbebetriebe sind angesiedelt, die in den Zweigen Handwerk, Service und Dienstleistungen arbeiten.

Hafen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hafen und Fähren:

Bedeutend für die Gemeinde und ganz Rügen ist der Hafen von Schaprode, über den der Hauptfährverkehr mit Hiddensee abläuft.[5] Der Hafen stellt für Touristen und Einwohner die einzige ganzjährige Möglichkeit zum Erreichen der Insel dar; dies wird von Fahrgastschiffen und Taxibooten ausgeführt. Außerdem verkehrt über den Schaproder Hafen die Lastenfähre Vitte, auf der Versorgungsfahrzeuge nach Hiddensee gelangen. Während ihres Aufenthalts auf der autofreien Insel stellen die meisten Touristen ihre Fahrzeuge auf dem Parkplatz des Hafens ab. Hier hat sich ein eigener Wirtschaftszweig entwickelt, der außer zwei öffentlichen mehrere privat geführte Parkplätze umfasst.

  • Bus:

Die Anreise nach Schaprode und Hiddensee ist auch mehrmals täglich mit Bussen der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) u. a. vom Bahnhof Bergen auf Rügen bzw. Hauptbahnhof Stralsund möglich. Eine ergänzende Busverbindung besteht in den Wintermonaten, wenn der Fährverkehr von Stralsund nach Hiddensee eingestellt ist. In dieser Zeit wird eine Buslinie als Schiffsersatzverkehr eingerichtet.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Fotos

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1993, S. 68, ISBN 3-88042-636-8
  3. Hauptsatzung § 1 Abs.2 (PDF-Datei; 2,06 MB)
  4. Forscher bergen Münzschatz von legendärem König in Lübecker Nachrichten am 16. April 2018
  5. Website der Reederei Hiddensee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schaprode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien