Schaprode

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schaprode
Schaprode
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schaprode hervorgehoben
Koordinaten: 54° 31′ N, 13° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: West-Rügen
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 19,65 km²
Einwohner: 434 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18569
Vorwahl: 038309
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 081
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfplatz 2
18573 Samtens
Webpräsenz: www.amt-westruegen.de
Bürgermeister: Rüdiger Gau
Lage der Gemeinde Schaprode im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
Über dieses Bild

Schaprode ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt West-Rügen mit Sitz in Samtens verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im nordwestlichen Teil des Rügener Muttlandes, 23 Kilometer nordwestlich der Stadt Bergen auf Rügen. Sie wird im Norden vom Wieker Bodden begrenzt, im Süden durch die Udarser Wiek, im Westen durch den Schaproder Bodden und im Nordwesten durch den Vitter Bodden. Der sogenannte „Stolper Haken“ – vier Kilometer nördlich des Hauptortes Schaprode – markiert auf dem Gemeindegebiet die engste Stelle zwischen den Inseln Rügen und Hiddensee, die dort nur 1.000 Meter voneinander trennen. Dem Ort Schaprode vorgelagert ist die Insel Öhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile
  • Granskevitz
  • Lehsten
  • Neuholstein
  • Poggenhof
  • Schaprode
  • Seehof
  • Streu
  • Udars
Wohnplätze und Wüstungen
  • Insel Öhe (Wohnplatz)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzige Nachbargemeinde von Schaprode ist Trent im Osten, da die Gemeinde ansonsten von Wasser umgeben ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet war bis 1326 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde Rügen ein Teil von Schwedisch-Pommern und 1815 wurde Neuvorpommern die preußische Provinz Pommern.
Seit 1818 gehörte Schaprode zum Kreis bzw. Landkreis Rügen, von 1952 bis 1955 zum Kreis Bergen, danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock, seit 1990 wieder zum Landkreis Rügen und seit 2011 zum Landkreis Vorpommern-Rügen.

Granskevitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rittergut mit der Burg war ursprünglich im Besitz der Familie von Platen. Das Gutshauses wurde 1765 und im 19. Jahrhundert um- und ausgebaut; Bauteile stammen von 1570. Das Gut war bis 1945 im Besitz von Karl von Schultz. Er hatte 1911 den Saatzuchtbetrieb Nordsaat gegründet.[2] Heute befindet sich das Gut wieder im Besitz der Nordsaat Saatzucht GmbH.

Poggenhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut war im Besitz der Familie von Platen (ab 1420), dann beim Kloster Hiddensee (ab 1456), danach bei den Familien von Lotzow (ab 1732), von Nimpsch (18. Jh.) und wieder von Platen (1842–1945). Das Gutshaus stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Blick auf Schaprode

Schaprode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schaprode wurde erstmals 1193 urkundlich erwähnt. Vermutlich befand sich bei Schaprode ein slawischer Fürstensitz.

Die Johanneskirche ist ein gotischer Backsteinbau aus dem 15. Jahrhundert. Das Innere des Bauwerkes wird durch eine größtenteils barocke Einrichtung gestaltet. Im Ortskern stehen rohrdachgedeckte Fischerkaten, die zum Teil historische geschnitzte Haustüren aufweisen. An den Wänden sind häufig Sprüche angebracht – sowohl in Hochdeutsch als auch in der lokalen Plattvariante.

Streu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutsbesitzer waren u.a. die Familien von der Osten (frühe Zeit), von Platen (ab 1. Hälfte des 18. Jh.), von Lotzow (ab 1749), von Bohlen (ab 1757) und Johannes Volkmann (Anf. 20. Jh. bis 1945). Das Gutshaus stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert und es wurde 1871 umgebaut und teilweise aufgestockt.

Udars[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Udars wurde urkundlich im frühen 14. Jahrhundert erwähnt. Gutsbesitzer waren u.a. die Familien von Pentz (vor 1408), von Barnekow und bis zur Reformation das Kloster Hiddensee. Danach war es bis 1657 Domäne des Herzogs von Pommern und dann wieder Gutsbesitz der Familien von Wolfrad (bis 1734), von Usedom (bis etwa 1901), Kroos (bis 1926) und Karl von Schultz (bis 1945). Das unsanierte Gutshaus stammt von vermutlich nach 1735 (andere Quelle 1660) mit älteren Resten. Nach 1945 bis 1996 war es ein Wohnhaus. Der Waldpark wurde um 1800 angelegt.

Insel Öhe (Wohnplatz) ist Privatbesitz eines Landwirtschaftsunternehmens. Sie ist nur mit privaten Fährverbindungen erreichbar.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 9. November 1999 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 197 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Unter einem grünen Schildhaupt, darin zwei abgewendet liegende und mit den Halmen schräggekreuzte goldene Weizenähren, gespalten und fünfmal von Silber und Blau gegengeteilt; auf dem Spalt ein goldener Anker.“[3]

Das Wappen wurde von dem Sagarder Gerhard Koggelmann gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde am 21. Januar 2000 durch das Innenministerium genehmigt.

Die Flagge der Gemeinde besteht aus grünem Tuch, belegt mit einem weiß gesäumten, durchgehenden blauen Kreuz. Die Höhe der Kreuzarme beträgt ein Drittel, die des Saumes ein Zwanzigstel der Höhe des Flaggentuchs. In der Mitte des Flaggentuchs liegt über allem das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs einnimmt. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.

Die Flagge wurde vom Heraldiker Gerhard Koggelmann gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischerkaten am Hafen von Schaprode
  • Johanneskirche, romanischer und gotischer Backsteinbau aus dem 13.–15. Jahrhundert
  • Der Wehrhof mit Herrenhaus Granskevitz, ab 1570 erbaut, im Besitz der Herren von der Platen, im 17. und 19. Jahrhundert umgebaut. Der Wehrhof besitzt Graben und Wälle, das beschränkt sich aber auf das Areal des Herrenhauses.
  • Gutshaus Streu (18. Jh., Umbau 1871)
  • Der Wehrhof mit Herrenhaus Udars, ist in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut. Dieser Wehrhof aus älterer Zeit umfasste das gesamte Gut und nicht nur wie bei Granskevitz das Herrenhaus alleine. Noch 1920 zeigt das MTB (Preußische Landesaufnahme) Graben und Wall rings um den Hof. Heute ist der nördliche Teil (Graben/Wall) mit einer Straße überbaut, auch Teile der Ostseite sind planiert.

Bodendenkmale, Grünanlagen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aussichtsturm an der Udarser Wiek ermöglicht insbesondere Ornithologen das Beobachten der Vogelbewegungen
  • Am Stolper Haken im Norden der Gemeinde liegt die Schwedenschanze, 1700–1720 entstanden, zum Schutz der Einfahrt nach Stralsund
  • Gutspark in einigen Ortschaften - Streu, Udars, Poggenhof und Retelitz
  • Schanze bei Seehof (Neuzeit)
  • Burgwall der Slawenzeit (600 bis 1200) Schaprode
  • Bronzezeitlices Hügelgrab (1700 bis 600 vdZ) nördlich von Schaprode

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist landwirtschaftlich geprägt, hat aber auch ansteigend touristische Zweige - siehe Verkehr. Auch sonstige Gewerbebetriebe sind angesiedelt, die in den Zweigen Handwerk, Service und Dienstleistungen arbeiten.

Hafen

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutend für die Gemeinde und ganz Rügen ist der Hafen von Schaprode, über den der Hauptfährverkehr zur Insel Hiddensee abläuft. Der Hafen stellt für Touristen und Einwohner die einzige ganzjährige Möglichkeit zum Erreichen der Insel dar und wird von Fahrgastschiffen und Taxibooten frequentiert. Außerdem verkehrt über den Schaproder Hafen die Lastenfähre Vitte, auf der die Versorgungsfahrzeuge nach Hiddensee gelangen. Während ihres Aufenthalts auf der autofreien Insel stellen die meisten Touristen ihre Fahrzeuge auf dem Parkplatz des Hafens ab. Im Bereich der Abstellmöglichkeiten für die Besucher von Hiddensee hat sich ein eigener Wirtschaftszweig entwickelt, der außer zwei öffentlichen Parkplätzen mehrere privat geführte Parkplätze umfasst.

Ein Großteil der Tagestouristen mit dem Ziel Hiddensee fährt mit Bussen von Bergen auf Rügen nach Schaprode. Eine ergänzende Busverbindung nach Schaprode besteht in den Wintermonaten, wenn der Fährverkehr von Stralsund nach Hiddensee eingestellt wird. In dieser Zeit wird eine Buslinie als Schiffsersatzverkehr von Stralsund aus eingerichtet.

Historische Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Baltzar von Platen (1766–1829): Deutsch-Schwedischer Militär, geboren auf Gut Dornhof bei Schaprode. Am 21. Mai 2004 wurde im Hafengelände ein Gedenkstein für ihn eingeweiht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 68, ISBN 3-88042-636-8
  3. Hauptsatzung § 1 Abs.2 (PDF-Datei; 2,06 MB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schaprode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien