Scharmützel
Das Scharmützel ist eine Bezeichnung für einen zeitlich wie örtlich begrenzten bewaffneten Konflikt, bei dem eine kleinere bewaffnete militärische Formation (Einheit) die Auseinandersetzung beginnt und nach kurzer Dauer abbricht, sich zurückzieht und/oder entflieht.[1]
Scharmützel finden häufig zwischen mehr oder weniger isolierten sowie zufällig zusammentreffenden Einheiten statt, wie etwa bei Handlungen der Vorhut oder der Nachhut oder einer Patrouille oder eines Postens.
Scharmützel können auch Auslöser für ein Gefecht sein, das in eine Schlacht oder einen Krieg übergehen kann. Während das Gefecht gewissen taktischen Regeln und Abläufen folgt, wird im Scharmützel meist wild (regellos) durcheinander gekämpft; es sind keine klaren Frontlinien vorhanden.
Begriffsherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Zur Herkunft des Begriffs Scharmützel finden sich folgende Erklärungen:
- Das Wort Scharmützel ist vor dem 14. Jahrhundert in der Bedeutung von ‘Gefecht‘ (auch „Treffen“) entlehnt worden von italienisch scaramuccia; und dieses wiederum aus einer Entlehnung von germanisch Schar ‘kleiner Trupp‘ und italienisch mucciar ‘flüchten‘ zusammengesetzt.[1]
- Als Synonym zum (militärischen) Scharmützel sind Gefecht und Streit nachgewiesen, darüber hinaus Gerangel, Kampf, Reiberei, Auseinandersetzung, Plänkelei, Rangelei.[2]
- Der Begriff Scharmützel war selbst am Beginn des 20. Jahrhunderts in Gebrauch.
- Das zugehörige Verb ist scharmützeln oder auch altertümlich scharmutzieren – ‘kleine Gefechte liefern‘ oder ‘plänkelnd fechten‘.[3]
- Etwa gleichzeitig ist aus dem französischen escarmouche ‘Geplänkel, Gefecht‘ entlehnt das englische skarmuch,[1] dessen Version skirmish bis heute gebräuchlich ist.
- Das Wort Scharmützel wurde in der Form шармицель (Scharmitsel) ins Russische übernommen, ist jedoch nach dem 18. Jahrhundert dort nicht mehr gebräuchlich.
- Im Schwedischen besteht es als skärmytsling in der ursprünglichen Bedeutung.
Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Lemma bei Gebr. Grimm: Scharmützel. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 14: R–Schiefe – (VIII). S. Hirzel, Leipzig 1893 (woerterbuchnetz.de).
- In anderer Bedeutung als Scaramouche.
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch. 23., erweiterte Auflage. Bearbeitet von Elmar Seebold: Berlin/New York 1999, 921 S.
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ a b c Lemma Scharmützel. In: Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch. 23., erweiterte Auflage. Bearbeitet von Elmar Seebold: Berlin/New York 1999, S. 712–713.
- ↑ Lemma Scharmützel, Streit. In: Herbert Görner, Günter Kempcke (Hrsg.): Synonymwörterbuch. Sinnverwandte Ausdrücke der deutschen Sprache. 10., unveränderte Auflage, Leipzig 1986, S. 464 und 517.
- ↑ Lemma Scharmützel und Ableitungen. In: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Band 14, Leipzig 1893. Online [1]