Schauenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schauenburg
Schauenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schauenburg hervorgehoben

Koordinaten: 51° 17′ N, 9° 21′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 425 m ü. NHN
Fläche: 30,86 km2
Einwohner: 10.513 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 341 Einwohner je km2
Postleitzahl: 34270
Vorwahl: 05601
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 023
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Korbacher Straße 300
34270 Schauenburg
Website: www.gemeinde-schauenburg.de
Bürgermeister: Michael Plätzer (SPD)
Lage der Gemeinde Schauenburg im Landkreis Kassel
Bad KarlshafenGutsbezirk ReinhardswaldTrendelburgTrendelburgHofgeismarHofgeismarWesertalReinhardshagenLiebenauGrebensteinImmenhausenFuldatalEspenauVellmarCaldenBreunaZierenbergZierenbergAhnatalHabichtswaldWolfhagenNaumburgBad EmstalSchauenburgBaunatalFuldabrückLohfeldenSöhrewaldHelsaKaufungenNiesteNiestetalKasselKarte
Über dieses Bild

Schauenburg ist eine Gemeinde im nordhessischen Landkreis Kassel. Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Hoof.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauenburg liegt im Habichtswälder Bergland südwestlich von Kassel in der Hoofer Pforte, einer Talsenke zwischen den Habichtswälder Höhenzügen Hoher Habichtswald (Nordosten) und Langenberge (Süden).

Besonders hervorzuheben ist die Lage im Naturpark Habichtswald, die ein hohes Maß an Freizeitmöglichkeiten bietet. Durch diesen Naturpark und durch Naumburg verkehren die Züge des Hessencourriers. Zudem liegt Schauenburg an der Deutschen Märchenstraße.

Durch die Ortsteile Hoof und Elgershausen fließt der Oberlauf der Bauna, in die zwischen beiden Dörfern der Firnsbach mündet. Oberhalb des Ortsteils Breitenbach entspringt die Ems, die danach durch Breitenbach fließt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Großgemeinde ist ein Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden Breitenbach, Elgershausen, Elmshagen, Hoof und Martinhagen, die jetzt als Ortsteile fungieren.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schauenburg grenzt im Norden an die Gemeinde Habichtswald (Landkreis Kassel), im Osten an die kreisfreie Stadt Kassel, im Süden an die Stadt Baunatal (Landkreis Kassel), die Gemeinde Edermünde und die Stadt Niedenstein (beide im Schwalm-Eder-Kreis), sowie im Westen an die Gemeinde Bad Emstal und die Städte Wolfhagen und Zierenberg (alle drei im Landkreis Kassel).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Ortsteile waren im Mittelalter und lange danach kleine landwirtschaftlich geprägte Dörfer. Mit der zunehmenden Industrie in Kassel während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging eine langsame Aufwärtsentwicklung einher, die durch den Bau der Kleinbahn Kassel-Naumburg noch begünstigt wurde.

Auch die Nähe zum Volkswagenwerk Baunatal hat wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 1972 wurden, im Zuge der Gebietsreform in Hessen, kraft Landesgesetz die bis dahin selbständigen Gemeinden Elgershausen und Hoof zur neuen Gemeinde Schauenburg zusammengeschlossen.[2] Die Gemeinde Hoof hatte ihrerseits am 31. Dezember 1971 die Nachbargemeinden Breitenbach, Elmshagen und Martinhagen eingegliedert.[3] Für alle ehemaligen Gemeinden wurden Ortsbezirke eingerichtet.

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihren Namen verdankt die Gemeinde der Burgruine Schauenburg, die westlich bzw. oberhalb des Ortsteils Hoof liegt, wo die Grafen von Schauenburg im Mittelalter über das Tal der Bauna herrschten.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gesamtverband Schauenburg sind evangelische Kirchengemeinden von Breitenbach, Elgershausen, Hoof und Martinhagen organisiert. In Elgershausen ist zudem die katholische Filialkirche St. Franziskus von Assisi zu finden und es besteht die Möglichkeit, an den Gottesdiensten der katholischen Pfarreien von Baunatal und Kassel-Oberzwehren teilzunehmen.[4] Neben den beiden Hauptkirchen findet man noch die Neuapostolische Kirche Schauenburg, die Türkisch-Islamische Gemeinde und die Zeugen Jehovas vor. Zudem gibt es die Landeskirchliche Gemeinschaft Martinhagen und Umgebung, die ein vielfältiges Gemeindeleben anbietet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis[5], in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7][8]

Gemeindevertretung – Kommunalwahlen 2021
Stimmenanteil in %
  Wahlbeteiligung 54,0 %
 %
40
30
20
10
0
38,3
(+0,3)
23,3
(−2,9)
20,0
(−3,0)
14,2
(+5,8)
4,3
(−0,1)
2016

2021

Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Offensive Schauenburg
Sitzverteilung
     
Insgesamt 37 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,3 14 38,0 14 40,7 15 36,9 14 56,6 21
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,3 9 26,2 10 27,0 10 33,7 12 26,5 10
OS Offensive Schauenburg 20,0 7 23,0 8 14,2 5 15,4 6
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 14,2 5 8,4 3 11,2 4 7,0 3 7,8 3
Linke Die Linke 4,3 2 4,4 2 2,4 1 1,4 0
FWG Freie Wählergemeinschaft Schauenburg 4,6 2 5,5 2 9,1 3
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 54,0 57,6 66,3 57,6 61,1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister direkt gewählt:[9]

  • Willi Klein (SPD) wurde am 16. Mai 1993 mit 78,1 % bei einer Wahlbeteiligung von 55 % in das Amt des Bürgermeisters gewählt. Am 7. Februar 1999 wurde er mit 78 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von knapp 76 % im Amt bestätigt.
  • Ursula Gimmler (CDU) gewann am 27. Februar 2005 in einer Stichwahl mit 56,3 %. In einer weiteren Stichwahl am 10. April 2011 wurde die bisherige Amtsinhaberin mit 52,18 Prozent wiedergewählt.
  • Michael Plätzer (SPD) gewann am 29. Januar 2017 mit 55,70 % der Stimmen die Wahl und löste somit die amtierende Bürgermeisterin ab. Die Wahlbeteiligung betrug knapp 64 %. Seine Amtszeit begann am 8. Juni 2017 und er ist bis heute Bürgermeister der Gemeinde Schauenburg.[10][11]

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Banner Schauenburg.svg

Wappen

DEU Schauenburg COA.svg

Blasonierung: „Die Gemiende Schauenburg führt im grünen Schild eine fünfblättrige silberne Blüte, belegt mit einem roten Turm mit fünf Zinnen.“[12]

Das Wappen wurde der Gemeinde Schauenburg im Landkreis Kassel am 6. Mai 1977 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.

Der rote Turm symbolisiert die über dem Ortsteil Hoof gelegen Schauenburg, bildet also redend den Namen der Gemeinde ab. Die Blume und das grüne Feld soll die Natur im Gemeindegebiet darstellen. Die fünf Blätter der Blume symbolisieren zudem die fünf früheren Gemeinden, aus denen Schauenburg besteht.[13]

Flagge

Die Flagge wurde der Gemeinde am 6. August 1982 vom Hessischen Innenminister genehmigt und wird wie folgt beschrieben:

„Die Flagge der Gemeinde Schauenburg zeigt auf der von Grün und Weiß im Verhältnis 1:1:10:1:1 viermal längsgeteilten Flaggenbahn in der oberen Hälfte das Wappenbild der Gemeinde.“[14]

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herzförmige Linde – Anlässlich des Eintritts der Tschechischen Republik in die EU gewidmet der Stadt Semily von der Partnergemeinde Schauenburg, 1. Mai 2004

Schauenburg ist Partnergemeinde von:

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Schauenburg liegt direkt an der Bundesautobahn A44 und ist durch die Anschlussstelle Kassel-Bad Wilhelmshöhe erreichbar. Weiterhin liegen die Bundesautobahnen A7 und A49 in der nahen Umgebung und sind schnell erreicht. Vier von fünf Ortsteilen sind an die Landesstraße 3215 angebunden, bzw. werden von dieser durchquert.

Schauenburg hat durch den öffentlichen Personenverkehr des Nordhessische Verkehrsverbundes (NVV) eine umfangreiche Anbindung an die umliegenden Kommunen, insbesondere im Halbstundentakt nach Kassel. Es verkehren die Buslinien 52, 53, 55, 153 und 159 und der Nachtschwärmer N53 in Schauenburg.

Die Ortsteile Elgershausen, Hoof und Breitenbach haben jeweils einen Bahnhof an der Bahnstrecke Kassel–Naumburg. Der Regel-Personenverkehr wurde hier allerdings bereits 1977, der Güterverkehr 1991 eingestellt. Heute hält hier nur noch der Hessencourrier, eine Museumseisenbahn. Immer wieder flammen Diskussionen zur Reaktivierung der Bahnstrecke auf, weil eine Erweiterung der vorhandenen Tramstrecke in Baunatal möglich wäre.[16] Jedoch wird eine Reaktivierung kritisch gesehen, da zum einen die Bahnhöfe ungünstig am Ortsrand liegen, die Kosten für den Betrieb einer Tram deutlich höher liegen würden als für den Busverkehr und Schauenburg bereits eine gute Anbindung durch den ÖPNV besitzt.[17]

Digitale Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. Dezember 2018 wurde verkündet, dass das Internet in der Gemeinde im Laufe 2019/2020 komplett mit Glasfaser ausgebaut wird (FTTH).[18] Ab diesem Zeitpunkt wird jede Straße in Schauenburg mit Glasfaserleitungen ausgestattet sein, woraufhin ein Hausanschluss möglich ist und somit alle Interessenten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s surfen können. Anbieter dessen ist die Deutsche Glasfaser. Ebenfalls wurde durch die Netcom Kassel in Zusammenarbeit der Breitband Nordhessen in den Ortsteilen Elgershausen und Hoof Glasfaser bis in die Schaltkästen gelegt (FTTC), sodass hier Anschlüsse bis zu 50 Mbit/s möglich sind. In einigen Ortsteilen ist das Unternehmen goetel (ehem. ACO-Connect) angesiedelt, welches zusätzlich FTTC-Anschlüsse mit bis zu 50 Mbit/s anbietet. Die Deutsche Telekom bietet zudem ihr Standardnetz an.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält in jedem Ortsteil ein oder zwei Einrichtungen, in der Veranstaltungen aller Art durchgeführt werden können.

Neben drei Dorfgemeinschaftshäusern, fünf Freiwillige Feuerwehren, sieben Kindertagesstätten, Jugendklubs und vier Grill- und fünf Sportplätzen gibt es noch die Schauenburghalle in Hoof sowie das Elgerhaus und die Goldberghalle in Elgershausen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann-Friedrich-Krause-Schule, Grundschule im Ortsteil Breitenbach
  • Marie-Hassenpflug-Schule, Grundschule im Ortsteil Hoof
  • Grundschule Elgershausen, Grundschule im Ortsteil Elgershausen

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schauenburg (Habichtswald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Schauenburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen (GVBl. II 330-17) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 225, § 4 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 401.
  4. Kirchen und Religion im Internetauftritt der GemeindeSchauenburg
  5. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  6. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  7. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  8. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  9. Bürgermeister-Direktwahlen in Schauenburg. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Mai 2021.
  10. Frankfurter Neue Presse: Michael Plätzer gewinnt Bürgermeisterwahl in Schauenburg | Frankfurter Neue Presse. (fnp.de [abgerufen am 15. September 2018]).
  11. Michele Glenn: Bürgermeister. Abgerufen am 15. September 2018 (deutsch).
  12. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Schauenburg, Landkreis Kassel vom 6. Mai 1977. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1977 Nr. 21, S. 1071, Punkt 720 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  13. Heraldry of the world; Schauenburg
  14. Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Schauenburg, Landkreis Kassel vom 6. August 1982. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1982 Nr. 34, S. 1531, Punkt 878 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  15. Geschichte - Leichenbrüderschaft Elgershausen. Abgerufen am 2. Mai 2019.
  16. Gute Chancen für Regiotram im Bauna-Tal. Abgerufen am 27. Mai 2021.
  17. NVV strebt keine Reaktivierung der Schienenverbindung zwischen Baunatal-Großenritte und Naumburg an. Nordhessischer Verkehrsverbund, 25. Januar 2019, abgerufen am 30. Januar 2019.
  18. Ausbau des zukunftsweisenden Glasfasernetzes kann beginnen. Abgerufen am 2. Mai 2019.