Schawrow Sch-2

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Schawrow Sch-2
Shavrov Sh-2 (Monino).jpg
Sch-2 im Zentralen Museum der Luftstreitkräfte der Russischen Föderation
Typ: Amphibienflugzeug
Entwurfsland:

Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion

Hersteller:

Schawrow

Erstflug:

11. November 1930

Produktionszeit:

1932–1934, 1939

Stückzahl:

300–700

Die Schawrow Sch-2 (russisch Шавров Ш-2, sprich scha-dwa) war ein sowjetisches Mehrzweck-Amphibienflugzeug der 1930er Jahre und die erfolgreichste Entwicklung des Konstrukteurs Wadim Schawrow.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schawrow stützte sich bei der Konstruktion auf das leichte Amphibien-Flugboot Sch-1 von 1929, das er zusammen mit W. Korwin als Angestellter bei Dmitri Grigorowitsch im Werk Nr. 3 „Krasny Lotschik“ ab 1925 entworfen hatte, vergrößerte und verbesserte den neuen Entwurf jedoch. Als typisches Konstruktionsmerkmal eines Schawrow-Flugbootes erhielt der Typ die charakteristischen unteren Stummelflügel mit Stützschwimmern und Fahrwerk. Der Motor war spritzwassersicher am oberen Tragflügel befestigt, welcher wiederum durch Streben mit dem Bootsrumpf verbunden war. Die späteren Produktionsserien besaßen ein geschlossenes Cockpit.

Am 11. November 1930 startete der erste Prototyp zu seinem Erstflug und schloss im Sommer 1931 die Erprobung ab. Anschließend wurde die Serienproduktion im Werk Nr. 31 in Taganrog aufgenommen, wo bis 1934 270 Flugzeuge gebaut wurden. Davon übernahmen die WWS allein 50 und setzten sie an Fliegerschulen ein. Etwa 20 gingen an die Polarluftflotte (russisch Полярная Авиация). Später in den 1930er Jahren entstand im Leningrader Reparaturwerk eine weitere Serie von etwa 50 Sch-2. Ein paar Jahre nach Kriegsende erfolgte 1951/52 in Irkutsk eine weitere Wiederauflage des Modells.

Die Sch-2 erwies sich als sehr robust und diente sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich als Transporter, Schul- und Verbindungsflugzeug, für die Versorgung von Arktis-Basislagern, als Grenzpatrouillen-Flugboot und in der Fischereiaufsicht. Einige Sch-2 dienten als Bordflugzeuge auf Eisbrechern. 14–16 Flugzeuge rüstete man für die Krankenbeförderung mit zwei Tragbahren aus und nannte sie Sch-2S.

Die genaue Zahl der gebauten Flugzeuge ist heute nicht mehr feststellbar; insgesamt sollen zwischen 300 und 700 Exemplare produziert worden sein. Die letzte Sch-2 soll erst 1964 ausgemustert worden sein.[1]

Am 8. November 2018 wurde zum 120-jährigen Geburtsjubiläum Schawrows eine vom Amateurkonstrukteur Alexander Selesnjow gebaute und als Sch-2.017-bis bezeichnete Kopie einer Sch-2 präsentiert. Dieses Flugzeug erhielt einen etwas vergrößerten Rumpf sowie einen neuen Motor. Selesnjow plant eine Serienproduktion der Sch-2.017-bis.[2]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sch-2 im Historic Aircraft Restoration Museum
Kenngröße Daten
Besatzung/Passagiere 1–3
Länge 8,20 m
Flügelspannweite oben 13,00 m
unten 5,40 m
Höhe 2,80 m
Flügelfläche 24,70 m²
Leermasse 660 kg
Startmasse 937 kg
Flächenbelastung 37,9 kg/m²
Leistungsbelastung 9,4 kg/PS
Antrieb ein luftgekühlter 5-Zylinder-Sternmotor Schwezow M-11
Leistung 100 PS (74 kW)
Tankvolumen 330 l
Höchstgeschwindigkeit 139 km/h
Reisegeschwindigkeit 120 km/h
Landegeschwindigkeit 60 km/h
Dienstgipfelhöhe 3850 m
Reichweite normal 450 km
maximal 900 km
Flugdauer maximal 4 h
Start-/Landestrecke 100 m /100 m (auf Land 120 m)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michail Maslow: Schawrow Sch-2. In: Klassiker der Luftfahrt. Nr. 8/13. Motor Presse, Stuttgart 2013, S. 58–61.
  • Ulrich Israel: Flugboote des zweiten Weltkrieges. Deutscher Militärverlag, Berlin 1972, S. 42/43.
  • Heinz A. F. Schmidt: Sowjetische Flugzeuge. Transpress, Berlin 1971, S. 179.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schawrow Sch-2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilfried Kopenhagen: Lexikon Sowjetluftfahrt. Elbe-Dnjepr, Klitzschen 2007, ISBN 978-3-933395-90-0, S. 237.
  2. [1]